Jetzt Live
Startseite Salzburg
Gesamt 55 Mio. Euro

Größte Insolvenzen heuer in Salzburg

Oberdorfer Druckerei APA/BARBARA GINDL
Die größte Pleite in Salzburg war heute die Oberndorfer Druckerei.

Im ersten Halbjahr 2019 dürften ähnliche viele Firmen pleitegegangen sein wie in der Vorjahresperiode. Die durchschnittliche Verschuldung ist aber zurückgegangen, zeigt die Hochrechnung des Kreditorenverbandes AKV. In Salzburg gab es 20 Prozent mehr Insolvenzverfahren als 2018. Waren es im letzten Jahr noch 181 sind es im heurigen Jahr 217.

Bei Privatkonkursen gibt es seit dem Vorjahr einen deutlich erleichterten Zugang. Dadurch kam es 2018 zu einem Ansturm, der heuer im ersten Halbjahr nur leicht abgeebbt ist. Immer noch haben sich über 5.000 Menschen als persönlich zahlungsunfähig gemeldet.

Sollte die Entwicklung so weitergehen, könnten heuer wie im Vorjahr mehr als 10.000 Menschen in ganz Österreich Privatkonkurs anmelden, warnt der AKV. In Salzburg gab es 249 Privatinsolvenzen im ersten Halbjahr 2019.

55 Millionen Euro Verbindlichkeiten

Eine Abnahme der Durchschnittsverschuldung zeige, dass "vermehrt einkommensschwache Schuldner den Schritt zu einem Privatkonkurs gewagt haben", berichtet der AKV. In Salzburg steht der Handel an der Spitze der Branchenstatistik, gefolgt von Beherbergung und Gastronomie sowie dem Baugewerbe. 55 Millionen Euro betrugen die Gesamtverbindlichkeiten der insolventen Salzburger Unternehmen.

65 Prozent in Salzburg abgewiesen

"Weiterhin besorgniserregend sind die – meist Einzelunternehmen betreffenden – Insolvenzabweisungen mangels Masse", so der AKV. Eine Abweisung gibt es dann, wenn weder die Firmen noch die Geschäftsführer die geforderten 4.000 Euro für eine Verfahrensabwicklung beisteuern können. Diese stiegen in Salzburg um 40 Prozent, sodass in Summe 65 Prozent aller Firmeninsolvenzen im ersten Halbjahr abgewiesen wurden.

Großinsolvenz in Oberndorf

Bei den Großinsolvenzen geht der AKV vor allem auf die Oberndorfer Druckerei (Flachgau) ein. 12,335 Millionen Euro betragen die Verbindlichkeiten hier, 160 Menschen haben ihren Job verloren. Auf Rang zwei liegt das Projektmanagement Ferienpark Gastein aus St. Michael im Lungau mit 7,939 Millionen Euro.

Doch nicht nur Unternehmen haben hohe Passiva in Salzburg. Herausstechen auch drei Privatpersonen, die jeweils 3,65, 1,636 und 1,34 Millionen Euro Schulden hatten.

SFL und Alufix größten Pleiten

Nach Passiva waren österreichweit die SFL Technologies GmbH inklusive ihrer Muttergesellschaft SFL Holding mit zusammen angenommenen Verbindlichkeiten von 122 Millionen Euro und die Alufix-Folienverarbeitungsges.m.b.H. mit 30 Millionen Euro die größten Pleiten. Nach betroffenen Jobs führten zwei Handelsketten, die Charles Vögele (Austria) GmbH mit 394 Dienstnehmern und die Hans Andersen GmbH mit 190 Dienstnehmern.

(Quelle: SALZBURG24/APA)

Whatsapp

Aufgerufen am 18.11.2019 um 03:23 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/salzburg-mehr-insolvenzverfahren-im-ersten-halbjahr-2019-71667526

Kommentare

Mehr zum Thema