Jetzt Live
Startseite Salzburg
Gericht hat entschieden

380-kV-Leitung darf gebaut werden

LR Schwaiger: "Teilverkabelung wäre uns lieber gewesen"

Strom APA/HELMUT FOHRINGER
Das Gericht hat grünes Licht für die 380-kv-Leitung in Salzburg gegeben (Symbolbild).

In der Causa 308-kV-Leitung in Salzburg hat nun das Bundesverwaltungsgericht eine Entscheidung getroffen. Bei jenen, die gegen den Bau der Leitung sind, wird das Urteil nicht für Freudensprünge sorgen: Das Gericht gibt grünes Licht für die Pläne der Salzburger Landesregierung. Man habe "keine schwerwiegenderen Auswirkungen des geplanten Projektes auf die Umwelt festgestellt", informieren die Richter in einer Aussendung.

Beschwerden von betroffenen Gemeinden, Bürgerinitiativen, Umweltorganisationen, dem Umweltanwalt sowie einiger Einzelpersonen haben zu einer Prüfung durch das Gericht geführt.

Experten befragt

Im Zuge des Beschwerdeverfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht wurden zur ergänzenden und umfassenden Überprüfung der Auswirkungen des Projektes auf die Umwelt zahlreiche Sachverständige unter anderem zum Thema Bodenschutz und Landwirtschaft, Betriebs-und Baustellenlärm oder Forstwesen/Wald sowie Wildökologie/Veterinärmedizin beigezogen.

380-kV-Leitung APA

380-kV-Leitung: Beschwerde abgewiesen

Das Bundesverwaltungsgericht hat keine schwerwiegenderen Auswirkungen des geplanten Projektes auf die Umwelt, als im behördlichen Verfahren bereits berücksichtigt wurden, festgestellt. Nach umfassender und detaillierter Prüfung wies der zuständige Senat, bestehend aus dreiRichterinnen, die Beschwerden ab und genehmigte das Projekt der 380 kV-Hochspannungsleitung zur Schließung der Lücke im österreichischen Hochspannungsnetz. Einige Auflagen wurden abgeändert, angepasst oder ergänzt.

Die öffentlichen Interessen an der Stromversorgung würden laut Gericht im Verhältnis zum Naturschutz überwiegen.

Erdverkabelung nicht "Stand der Technik"

Eine Erdverkabelung war nicht Gegenstand im Beschwerdeverfahren, daher war diese Variante lediglich als mögliche Alternativlösung von Seiten der Sachverständigen zu prüfen. Diese allfällige Alternative erwies sich allerdings als nicht dem Stand der Technik entsprechend.

Schellhorn: "Weitere Rechtsmittel" befürchtet

"Die Leitung war in erster Instanz äußerst umfassend, sorgfältig und korrekt geprüft worden. Als Umweltreferent des Landes werde ich jedenfalls darauf achten, dass der Projektbetreiber alle Auflagen erfüllt. Es ist aber davon auszugehen, dass die betreffenden Gemeinden und Bürgerinitiativen nun weitere Rechtsmittel einlegen werden“, betonte Umweltlandesrat Heinrich Schellhorn (Grüne). Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP) ergänzt: „Eine Teilverkabelung wäre uns lieber gewesen, war aber nicht Gegenstand der Verfahrens, weil die Leitung nicht als Kabel eingereicht worden war.“

Betreiber investiert 800 Millionen Euro

Mit einer Verfahrensdauer von 77 Monaten (1. Instanz und Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht) ist es eines der am längsten geprüften Infrastrukturprojekte Österreichs. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 800 Millionen Euro, teilt der Betreiber Austrian Power Grid AG (APG) in einer Aussendung am Dienstag mit.

„Aufgrund der hohen Dringlichkeit der Salzburgleitung werden wir so rasch wie möglich mit dem Bau beginnen“, betonen Gerhard Christiner und Thomas Karall, Vorstände der APG.

380-kV-Leitung APG

128 Kilometer: Von Elixhausen bis Tauern

In einigen Abschnitten können Leitungen der Salzburg Netz GmbH mit der neuen Salzburgleitung mitgeführt werden. Teil des Projekts ist zudem die Demontage alter 220-kV-Leitungen der APG. „In Summe wird es in Salzburg künftig 65 Leitungskilometer und 229 Maste weniger geben als heute“, erklärt Salzburgleitung-Projektleiter Wolfgang Hafner.

Der Neubau umfasst eine Länge von 128 Kilometern zwischen den Umspannwerken Salzburg in Elixhausen (Flachgau) und Tauern in Kaprun (Pinzgau). Im Pongau wird ein neuesUmspannwerk gebaut.

Whatsapp

Aufgerufen am 21.05.2019 um 11:22 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/salzburger-380-kv-leitung-darf-laut-bundesverwaltungsgericht-gebaut-werden-66753658

Kommentare

Mehr zum Thema