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Salzburger Aidshilfe

Tripper, Chlamydien & Co auf dem Vormarsch

Jährlich rund 30 bis 40 HIV-Neudiagnosen

Aidshilfe Salzburg SALZBURG24/Schuchter
Wissenschafter warnen vor ungeschütztem Sex, vor allem bei wechselnden Sexualpartnern.

Exakt 33 Salzburgerinnen und Salzburger wurden heuer bislang mit HIV neu diagnostiziert, jährlich gibt es rund 30 bis 40 Neudiagnosen. Tödlich endet dieser Virus mittlerweile nur mehr für die wenigsten – auch, wenn Infizierte ihn ein Leben lang in sich tragen. Neben Aids stellt die Salzburger Aidshilfe nun weitere sexuell übertragbare Krankheiten in den Fokus. Denn Tripper, Chlamydien und Co sind hierzulande stark am Vormarsch.

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„Dass es in Österreich auch andere Geschlechtskrankheiten gibt, das wurde bislang zu wenig betont“, heißt es am Donnerstag bei einem Pressetermin anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember in der Salzburger Aidshilfe. Aus diesem Grund bietet die Salzburger Aidshilfe nun neben dem bekannten Bluttest auch zwei neue Abstrichtests an. Die Salzburgerinnen und Salzburger haben damit nun die Möglichkeit, sich anonym und mit wenig Aufwand auf Tripper und Chlamydien testen zu lassen. „Wir wollen mit diesem neuen Angebot, das wir in wenigen Tagen starten, vor allem junge Frauen und Männer unter 25 Jahren erreichen“, sagt der Geschäftsführer der Salzburger Aidshilfe, Willi Maier, im Gespräch mit SALZBURG24. Für diese Geschlechtskrankheiten gebe es in Österreich keine Meldepflicht, daher habe man auch keine Zahlen. „Wir schätzen aber, dass rund zehn Prozent dieser Zielgruppe betroffen sind.“ Der Selbstabstrichtest, den man entweder in der Aidshilfe abholen oder sich zuschicken lassen kann, wird mittels Entnahmetupfer oder Urinabgabe gemacht. „Unser Ziel ist es, eine Zugänglichkeit zu diesen Tests für möglichst alle Salzburgerinnen und Salzburger zu schaffen“, so Maier.

Aidshilfe Salzburg SALZBURG24/Schuchter
Die neuen Abstrichtests in der Aidshilfe Salzburg.

Geschlechtskrankheiten mit fatalen Folgen

Chlamydien beispielsweise – sie ist die in Österreich häufigste Geschlechtskrankheit – sind Bakterien, die vor allem in den Schleimhäuten von Harnröhre, Gebärmutterhals und Enddarm Entzündungen verursachen. „Neben der kontinuierlichen Aufklärung über Aids ist es wichtig, dass auch andere Geschlechtskrankheiten in der Öffentlichkeit stärker thematisiert werden. Denn diese bleiben oft unentdeckt, und es kommt zu chronischen Entzündungen, die nicht selten Ursache für Unfruchtbarkeit sind“, gibt der Arzt und Zweite Landtagspräsident Sebastian Huber (NEOS) bei dem Pressegespräch zu bedenken.

Wissenschaftler warnen einhellig vor ungeschütztem Sex. Vor allem bei wechselnden Sexpartnern sei die Gefahr extrem hoch, sich mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten zu infizieren. Die Infektionszahlen für Tripper, Syphilis, HPV (Humane Papilloma-Viren) seien in den letzten Jahren in der westlichen Welt wieder stark gestiegen, heißt es. In Österreich sind vor allem Chlamydien, Tripper und HPV wieder besonders stark im Vormarsch.

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Im Bild von links: Der Geschäftsführer der Salzburger Aidshilfe, Willi Maier, Florian Friedrich und der Zweite Landtagspräsident Sebastian Huber beim Pressetermin am Donnerstag.

Durch Unwissenheit entsteht Diskriminierung

HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten weckten bei vielen Menschen noch immer Assoziationen des Unmoralischen, Verwerflichen und Anstößigen, kritisiert die Aidshilfe. „Diese Diskriminierung entstehe durch Unwissenheit“, sagt Florian Friedrich, zuständig für den Präventionsbereich in der Aidshilfe. „Wir sind auch viel und Schulen unterwegs und halten für Jugendliche ab 13 Jahren Workshops ab. Da merken wir schon, dass viele Jugendlichen nur wenig bis fast nichts über sexuell übertragbare Krankheiten wissen“, schildert der Psychotherapeut in Ausbildung. Die Salzburger Aidshilfe erreicht mit ihrer Präventions- und Aufklärungsarbeit jährlich rund 5.000 bis 6.000 Jugendliche im Land.

(Quelle: SALZBURG24)

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