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Sechs Monate lang

Salzburger leitet erstmals EU-Mission in Mali

20150624_112936.jpg Bundesheer/GUNTER PUSCH
Christian Habersatter (rechts) übernimmt mit 4. juni das Kommando der Mali-Mission. 

Zum ersten Mal seit ihrem Bestehen übernimmt am Mittwochabend ein Österreicher das Kommando der EU-Trainingsmission für malische Streitkräfte (EUTM). Der Salzburger Brigadier Christian Habersatter folgt damit dem deutschen Einsatzleiter Peter Mirow und führt für etwa sechs Monate rund 650 Soldaten aus insgesamt 26 Ländern. Das Bundesheer wird vorübergehend mit 47 Frauen und Männer im Einsatz sein.

Die Aufgabe der Soldaten ist die Schulung und das Training ihrer malischen Kollegen, die Beratung des dortigen Verteidigungsministeriums bei der Neuaufstellung der Streitkräfte sowie die Ausbildung von Soldaten der sogenannten G-5-Sahel-Staaten (Mauretanien, Mali, Niger, Burkina Faso und Tschad) sein. Die Beteiligung an Kampfeinsätzen sieht das Mandat nicht vor.

Mali: Armee drängt Extremisten zurück

Die EU rief die EUTM mit Hauptquartier in Malis Hauptstadt Bamako im Jahr 2013 ins Leben. Der Einsatz erfolgte auf Einladung der malischen Behörden und steht im Einklang zu Resolution 2071 des UNO-Sicherheitsrates. Nach einem Militärputsch 2012 und dem Erstarken islamistischer Gruppen, konnte die Armee der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich die Extremisten zurückdrängen.

Mittlerweile kontrollieren aber die mit Terrororganisationen wie Al-Kaida oder "Islamischer Staat" (IS) verbundenen Islamisten wieder weite Landstriche Malis. Vor allem im wüstenhaften Norden des Landes hat die Regierung wenig Einfluss. Dort versucht die UNO-Mission MINUSMA mit rund 15.000 Militärs und Polizisten, darunter aktuell zwei Österreicher, für Stabilität zu sorgen.

Attentate auf UNO-Blauhelme

Immer wieder kommt es zu tödlichen Attentaten auf UNO-Blauhelme. Mitte Februar griffen Unbekannte auch das EUTM-Feldlager in Koulikoro an, in dem sich Österreicher befanden. Die Soldaten blieben unverletzt.

Frieden und Stabilität in Mali zu erreichen, ist für Europa wichtig: Zum einen ist es nicht nur Transitland, sondern auch Herkunftsland für Migranten. Zum anderen könnten Islamisten bei einem Zerfall des Staates ihre Macht festigen – und das nur eine Landesgrenze vom Mittelmeer entfernt. Das mehr als 18-Millionen-Einwohnerland zählt zu den ärmsten Staaten der Welt.

Mit der Kommandoübernahme am Mittwochabend in Mali sind zwei von sechs EU-Missionen – das Bundesheer ist an vier beteiligt – unter der Leitung eines Österreichers. Seit Jahren führt ein Österreicher, aktuell der Generalmajor Martin Dorfer, die EU-Truppe in Bosnien-Herzegowina (EUFOR) an.

(Quelle: APA)

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