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Salzburger Ex-Anwalt soll 115.000 Euro veruntreut haben

Nachdem ein Salzburger Rechtsanwalt im Vorjahr wegen Veruntreuung von 2,8 Millionen Euro an Klientengeldern zu fünf Jahren unbedingter Haft verurteilt worden war, ist nun ein neuer Verdachtsfall bekanntgeworden. Die Staatsanwaltschaft Salzburg ermittelt wegen Veruntreuung gegen einen ehemaligen Salzburger Anwalt, der acht Klienten um insgesamt 115.000 Euro gebracht haben soll. Der Aufenthaltsort des 45-Jährigen ist unbekannt, die Fahndung läuft.

Bei den 115.000 Euro handle es sich um erstrittene Beträge aus Zivilverfahren, erklärte die Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft Salzburg, Barbara Feichtinger, am Donnerstag auf Anfrage. Den Fall ins Rollen gebracht hat ein Kunde des Anwaltes am 15. September 2010 mit einer Anzeige. Er hatte nach einem Arbeitsunfall den Zuspruch von 19.800 Euro aus einem Zivilverfahren von dem 45-jährigenJuristen, der ihn bei dem Prozess vertreten hatte, nicht überwiesen bekommen.

Aufgrund weiterer Ermittlungen erhärtete sich der Verdacht, dass der beschuldigte Rechtsanwalt auch an sieben andere Mandanten die bei Zivilverfahren erstrittenen Summen nicht weitergeleitet hat. Es ging dabei großteils um Versicherungsleistungen, Schmerzensgeld und Verdienstentgang. Bei den 115.000 Euro handle es sich um eine vorläufige Schadenssumme, sagte die Staatsanwältin.

Der Verdächtige soll zudem einen BMW X5 im Wert von 60.000 Euro, den er in Rosenheim (Bayern) angemietet hat, veruntreut haben. Seit 12. Jänner 2011 ist gegen den Juristen auch ein Verfahren wegen fahrlässiger Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen am Landesgericht Salzburg anhängig. Der Jurist ist laut Staatsanwaltschaft im Jänner sowohl mit seiner Kanzlei also auch privat in den Konkurs geschlittert. Seine Anwaltslizenz hat er mittlerweile zurückgelegt.

Gegen den Salzburger wurde ein europäischer Haftbefehl ausgestellt. Offiziell heißt es, es gebe keine Anhaltspunkte über seinen Aufenthaltsort. Er hat in Salzburg keinen Wohnsitz mehr. Aus Rechtsanwaltskreisen war das Gerücht zu vernehmen, dass der 45-Jährige mittlerweile in München arbeitet.

Laut einem Bericht des ORF Salzburg hat der Gesuchte auf der Internet-Plattform Facebook ein paar Lebenszeichen hinterlassen. Vor einigen Tagen soll er von einem Strandurlaub geschwärmt haben. Zu sehen war auch ein kurzes Video, in dem der Gesuchte offenbar in einem Porsche auf einer deutschen Autobahn mit Tempo 300 unterwegs war.

Oberst Josef Holzberger vom Landeskriminalamt Salzburg zeigte sich gegenüber solchen Angaben im Internet allerdings skeptisch. "Das ist immer mit Vorsicht zu genießen. Man kann ja auf die Idee kommen, falsche Fährten zu setzen", sagte er zur APA.

Ein anderer Salzburger Ex-Anwalt, der im Vorjahr am Landesgericht Salzburg wegen Veruntreuung von Klientengeldern zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde, ist acht Jahre lang in der Toskana untergetaucht und schließlich im Juli 2009 von der italienischen Finanzpolizei mit seiner Freundin festgenommen worden. Die 41-jährige Lebensgefährtin des 60-Jährigen wurde zu zweieinhalb Jahren unbedingter Haft verurteilt.

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(Quelle: S24)

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