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Reduziertes Programm

Salzburger Festspiele heuer verkürzt

Kultur-Highlight findet trotz Coronavirus statt

Die Salzburger Festspiele werden im 100. Jahr ihres Bestehens in gekürzter Form stattfinden. Wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie wird das Festival auf 1. bis 30. August verkürzt. Statt 200 Vorstellungen an 44 Tagen an 16 Spielstätten wird es etwa 90 Vorstellungen auf höchstens sechs Spielstätten geben.

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Das genaue Programm wird der Intendant voraussichtlich Ende kommender Woche vorstellen. "Bleiben Sie neugierig. Sie können sich auf Festspiele freuen, die anders sein werden als die, die wir im Herbst präsentiert haben", sagte Markus Hinterhäuser am Montagnachmittag bei einem Pressegespräch nach der Sitzung des Festspiel-Kuratoriums. Statt 200 Vorstellungen an 44 Tagen werden es nun rund 90 Aufführungen an 30 Tagen geben, statt 235.000 Karten nur rund 70.000, und die Zahl der Spielstätten wird von 16 auf maximal sechs reduziert, wobei die drei Festspielhäuser das Epizentrum bilden werden.

Festspiele beginnen am 1. August

Neben Oper und Schauspiel wird es laut Hinterhäuser also auch Orchester-, Solisten- und Kammerkonzerte geben, auch auf die neue Musik werde nicht verzichtet, "und dazu die eine oder andere reflektive Veranstaltung, in denen wir auf das Jubiläum eingehen werden." Nicht fehlen wird natürlich der "Jedermann", mit dem die Festspiele vor 100 Jahren begonnen haben. Und Hinterhäuser kündigte schon an, dass "so gut wie alle großen Produktionen von heuer auf das nächste Jahr verschoben werden", also das Jubiläumsprogramm auf 2021 verlegt wird.

Den Auftakt wird die Eröffnung der Landesausstellung "Großes Welttheater - 100 Jahre Festspiele" am 26. Juli bilden, das eigentliche Festival beginnt dann am 1. August. Der kaufmännische Direktor Lukas Crepaz sagte, die Festspiele hätten ein Covid-Präventionskonzept erstellt, das für die nötige Sicherheit der Zuschauer, der Mitwirkenden und der übrigen Mitarbeiter sorgen solle und die heute in Grundzügen vorgestellte Verordnung des Bundes wahrscheinlich teilweise übererfüllen werde. So wird es ein Programm geben, das ohne Pausen auskommt, weil die Publikumsführung in dieser Phase am schwierigsten sei.

Verkaufte Tickets vor Corona-Shutdown

Enorme Arbeit wartet auf die Mitarbeiter des Kartenbüros: Über 180.000 Tickets für heuer sind bereits vor dem Corona-Shutdown über den Tresen gewandert, die nun ausnahmslos rückabgewickelt werden, wobei die Kunden entscheiden können, ob sie das Geld zurück haben oder eine Gutschrift für Karten erhalten wollen. Anders sei dies nicht machbar gewesen, begründete Präsidentin Helga Rabl-Stadler. Beim Verkauf der neuen Karten kommen diese Kunden zuerst zum Zug.

Das Budget für heuer, das mit 68,8 Mio. Euro (inkl. Sonderdotation für das Jubiläum) so üppig wie noch nie ausgefallen ist, wird nun auf 38 bis 40 Millionen Euro zusammengestutzt, wobei die Subventionen von Bund, Land, Stadt und Tourismusförderungsfonds mit 18,8 Mio. Euro unverändert bleiben. Und Rabl-Stadler hofft, auch die Sponsoren bei der Stange halten zu können.

Kultur-Highlight steigt in Salzburg

"Wir wollen nicht nur kulturell ein Zeichen setzen, sondern auch einen wirtschaftlichen Impuls", betonte Kuratoriumsvorsitzender Hans Scharfetter. Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) sprach von einem Signal zuallererst an die Künstler: "Es gibt wieder Möglichkeiten aufzutreten." Und es sei auch ein Signal für die Betriebe und die Hotellerie in der Stadt, die von der Krise ungleich schwerer getroffen worden sei als die Ferienhotellerie. Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) sprach von einem Zeichen, "das die Stadt braucht, wie einen Bissen Brot."

(Quelle: APA)

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Abstandsregel wird mit Maskenpflicht aufgeweicht

Die strikte Ein-Meter-Abstandsregel wird im Kulturbereich ab Freitag teils gelockert - wobei dann von den Zuschauern ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen ist. Angehoben wird die mögliche Besucherzahl bei Outdoorevents ab 1. Juli. Diese Lockerungspläne für den Kulturbereich wurden am Montag von Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Neo-Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (beide Grüne) präsentiert.

  • Öffnung des Kulturbereichs mit konsequenten Sicherheitsmaßnahmen (wie Mindestabstand, Präventionskonzepten, Sicherheitskonzept, etc.)
  • Die Ein-Meter-Abstands-Regel gilt weiterhin als Grundregel. Im Veranstaltungsbereich kommt ein Schachbrett-Muster (also ein ausgelassener Sitzplatz) dazu.
  • Menschen im gemeinsamen Haushalt UND bis zu 4 Erwachsene dürfen direkt nebeneinander sitzen (analog zur Regelung in der Gastro)
  • Pausen und Pausenbuffets werden zugelassen
  • Mund-Nasen-Schutz im Publikum (nur Indoor), wenn bei Events der 1-Meter-Abstand nicht eingehalten werden kann
  • Regeln gelten bis Ende August, ab September weitere Lockerungen geplant
  • Mehr Publikum für Outdoor-Events: 100 Personen ab 29. Mai, ab 1. Juli 500 Personen, ab 1. August 750 Personen

Ein Meter Abstand bleibt als Grundregel

"Ein Meter Abstand gilt nach wie vor als Grundregel", unterstrich Mayer in der Pressekonferenz. Sollten die Sitze diesen in einem Haus nicht hergeben, müsse der seitliche Sitz freibleiben - die ventilierte Sitzverteilung in Form eines Schachbrettmusters werde damit möglich. Zugleich könne man unter bestimmten Umständen im Veranstaltungsbereich ab kommendem Freitag aber auch abweichen vom Sicherheitsabstand.

Orientierung an Gastro

"Menschen, die in einem gemeinsamen Haushalt leben und vier erwachsene Menschen, die gemeinsam eine Veranstaltung besuchen, dürfen nebeneinander sitzen", so Mayer. Hier orientiere man sich an den Regeln zur Gastronomie, die in der Freizeitgestaltung ohnedies oft zusammengehörten. So sollen auch Pausen und Pausenbüfetts bei Veranstaltungen möglich sein.

Indoor müssen Gäste auch MNS tragen

Allerdings sei die Lockerung der Abstandsregel nicht ohne ein kleines "Opfer" möglich, so die am Mittwoch angelobte Kulturstaatssekretärin: "Wenn durch diese Regelungen der Abstand von einem Meter unterschritten wird, dann ist im Publikum der Mund-Nasen-Schutz zu tragen." Das sei selbstredend nicht der Idealzustand für das Kulturleben, aber: "Halbwegs gut besuchte Veranstaltungen mit Maske sind besser als fast leere Säle mit weit auseinander sitzenden Gästen ohne Maske."

Lockerung für Outdoor-Events

Eine weitere Lockerung gibt es für Outdoorevents. "Für Outdoorveranstaltungen können wir schon jetzt mehr Publikum ermöglichen", kündigte Mayer an. Hier geht man über den bisher bekannten Dreisprung von 100 möglichen Besuchern ab 29. Mai, 250 ab 1. Juli und 500 respektive 1.000 bei Vorliegen eines Sicherheitskonzeptes ab 1. August hinaus. So sind im Freien ab 1. Juli bis zu 500 Gäste erlaubt, ab 1. August sogar 750 respektive 1.250, wenn ein Sicherheitskonzept erstellt wurde. Eine Maskenpflicht besteht outdoor übrigens nicht. "Da ist schon allerhand möglich", so Mayer.

Die genannten Zahlen bezögen sich dabei immer nur auf die Besucher und würden kein Personal oder keine Künstler umfassen. Zugleich gelten diese nur für Veranstaltungen mit fixen Sitzplätzen - ansonsten ist eine Obergrenze von 100 Personen festgelegt. "Mir ist klar, dass das strenge Auflagen sind, aber es ist einleuchtend, dass stehende Veranstaltungen schwerer kontrollierbar sind als jene mit fixen Sitzplätzen", so die Kulturstaatssekretärin.

Dabei wird im Kulturbereich ein erster kleiner Schritt in Richtung der Regionalisierung gesetzt. So ist das verpflichtende Sicherheitskonzept, das Veranstalter vorlegen müssen, die ab 1. August über 500 Gäste empfangen wollen, bei der jeweiligen Bezirksbehörde zur Bewilligung vorzulegen - die dann in ihrer Entscheidung auch die lokalen Infektionszahlen und die Lage des Gesundheitsbereichs berücksichtigen kann. "Das ist aber noch keine allgemeine Regionalisierung - wir haben sie nur in einem bestimmten Segment", unterstrich Anschober.

Eigenverantwortung bei Proben

Bei der in der Branche heiß diskutierten Frage, unter welchen Rahmenbedingungen in den kommenden Wochen Proben möglich sind, setzt man indes stark auf die Eigenverantwortung der jeweiligen Institutionen, die entsprechende Vorsicht walten lassen sollten. Klar ist jedenfalls, dass auch auf der Bühne die Abstandsregel gegebenenfalls nicht gelten muss. "Wenn es die berufliche Tätigkeit erfordert - und das wird auf der Bühne so sein -, ist von dem einen Meter Abstand abzusehen", so Mayer. Diese Orientierung in Richtung Eigenverantwortung solle dann auch bei Filmdrehs gelten.

Regelungen gelten bis Ende August

Mit der jetzigen Verordnung regelt man die Bedingungen für die nächsten drei Monate. Die Frage für die Institutionen ist mithin, wie die Lage mit Saisonbeginn im September aussieht. Hier wolle die Regierung Mitte Juni nach einer umfassenden Evaluierung eine "erste Abschätzung in Richtung Herbst" geben, kündigte Anschober an. Zu konstatieren bleibe dabei aber immer: "Das Virus ist schwer planbar."

Noch nichts Genaues war am Montag ebenfalls zur Frage der Verlustabdeckungen für die einzelnen Betriebe zu hören. "Wir werden das evaluieren und schauen, wie die Häuser finanziell dastehen", verwies Mayer auf die kommenden Wochen.Eine ausführliche Zusammenfassung der Pressekonferenz findet ihr hier in Kürze.

Aufgerufen am 12.07.2020 um 04:31 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/salzburger-festspiele-verkuerzt-heuer-nur-im-august-88029427

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