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Salzburger Feuerwehren im Katastropheneinsatz: "Von Slowenien kann man viel lernen"

"Die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte war vorbildlich". Carlo Vanzini (rechts im Bild) mit dem Kommandanten der örtlichen Feuerwehr (Ledine). LFV/Vanzini
"Die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte war vorbildlich". Carlo Vanzini (rechts im Bild) mit dem Kommandanten der örtlichen Feuerwehr (Ledine).

Mehr als zwei Wochen lang standen Feuerwehrleute aus Salzburg im Hilfseinsatz in Slowenien – freiwillig und unentgeltlich. Nachdem Schnee und Eis Anfang Februar die Stromversorgung des Landes lahmgelegt hatten, rückten die Salzburger zu ihrem ersten von der EU ausgelösten Katastropheneinsatz aus. Teamleiter Carlo Vanzini schildert gegenüber SALZBURG24 die Ereignisse vor Ort.

Der Tennengauer Carlo Vanzini rückte gleich zwei Mal mit einem Trupp zum Hilfseinsatz nach Slowenien aus. Er leitete das erste Hilfsteam aus Salzburg von 2. bis 5. Februar und war dann noch einmal mit einem Team aus dem Tennengau von 14. bis 17. Februar vor Ort. Am 19. Februar wurde der Katastropheneinsatz, organisiert vom Landesfeuerwehrverband Salzburg, beendet.

40 Stunden ohne Schlaf

Wie berichtet hatten Anfang des Monats Schnee und Eisregen die Stromversorgung Sloweniens lahmgelegt. Rund 250.000 Menschen, das sind zehn Prozent der Bevölkerung und 20 Prozent der Haushalte in Slowenien, waren ohne Elektrizität. Das Land hatte Katastrophenalarm ausgelöst und bat Nachbarländer um Unterstützung. Das Innenministerium verteilte die Anfrage Sloweniens an alle Feuerwehrlandesverbände, neben Niederösterreich wollte auch Salzburg helfen und stellte ein erstes Team zusammen. „Ich hatte genau eine Stunde Vorlaufzeit", erzählt Vanzini im Gespräch mit SALZBURG24. „Der Landesfeuerwehrkommandant hat mich am Sonntag angerufen und gefragt, ob ich Zeit habe, ich sagte Ja." Mit zwölf Mann und fünf Fahrzeugen sowie Stromgeneratoren im Gepäck ist Vanzini dann mit seinem Team in der Nacht auf Montag zum Hilfseinsatz nach Slowenien aufgebrochen. „Es war schon eine Belastung über mehrer Tage, die ersten 40 Stunden waren komplett ohne Schlaf und es war zunächst auch überhaupt nicht klar, wie lange der Einsatz dauert", schildert Vanzini, der bereits seit 26 Jahren aktiv bei der Feuerwehr ist.

"Die Menschen waren so froh, dass wir da waren"

Besonders geprägt hat den Feuerwehrmann die Herzlichkeit der Menschen, sagt er. „Die waren wirklich so froh, dass wir gekommen sind. Wir waren in Dörfern, die hatten fünf, sechs Tage keinen Strom und kein Wasser. Man hat gefühlt, dass man real helfen kann". Die sprachlichen Barrieren störten dabei kaum. „Man redet halt über drei Ecken, das geht und von der technischen Seite versteht man sich ja ohnehin", erzählt Vanzini.

Viel Lob für Einsatzkräfte in Slowenien

Die Salzburger Feuerwehrmänner leisteten ihren Einsatz in Slowenien ehrenamtlich – das heißt freiwillig und ohne Bezahlung. Kost und Logis stellte das Land Slowenien zur Verfügung. „Der Reiz, dass man das macht, besteht darin, dass man durch die Zusammenarbeit mit Einsatzkräften anderer Länder wahnsinnig viel lernt. Und man kann nie wissen, ob man das auch mal bei uns in Salzburg braucht", so Vanzini. Überhaupt spricht der Tennengauer den Einsatzkräften in Slowenien und deren Organisation hohes Lob aus: „Ich bin sehr positiv überrascht vom hohen Niveau der Einsatzführung in diesem Land – Hut ab vor der Einsatzführung vor Ort und auch Hut ab vor unseren eigenen Leute, die den Einsatz mitgemacht haben. Die Mannschaft ist das Rückgrat eines jeden Einsatzes und die beste Führung hilft nichts, wenn die Mannschaft nicht zusammenarbeitet", freut sich Vanzini über den ersten erfolgreich abgeschlossenen Hilfseinsatz in einem EU-Land.

(Quelle: S24)

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