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Weltweiter Handel

Der Flachgau ist Salzburgs Export-Meister

12,1 Milliarden Euro Gesamt-Warenwert

SB: Holz, Holzwirtschaft, Forstwirtschaft Bilderbox
Holzwaren aus Salzburg genießen einen hervorragenden Ruf in der Welt. (SYMBOLBILD)

Rund 3.000 Salzburger Betriebe – von global agierenden Firmen bis zum kleinen Mittelständler – treiben regen Handel in der Welt. Doch nicht alles sei rosig, zeigt Thomas Albrecht, Leiter des Fachbereichs Handelspolitik und Außenhandel bei der Wirtschaftskammer Salzburg (WKS) im SALZBURG24-Gespräch auf. Weltweite Handelskonflikte würden Unsicherheit schüren. Schließlich seien Exporte eine wichtige Stütze für die heimische Wirtschaft.

Von weltweit 207 Staaten werden insgesamt 184 von Salzburger Firmen beliefert. 2017 ist der Warenwert der Exporte aus Salzburg auf 12,1 Milliarden Euro gestiegen, was eine Steigerung von rund 14 Prozent gegenüber 2015 bedeutet. "Trotz der kleinen Landesgröße ist Salzburgs Wirtschaft sehr schlagkräftig", erklärt Albrecht. Nicht ohne Grund habe man österreichweit die niedrigste Arbeitslosigkeit. Exporte seien dafür eine wichtige Stütze. Für den WKS-Experten stehe "'Made in Salzburg' für innovative, hochqualitative Produkte und Dienstleistungen, die nicht leicht zu ersetzen sind." Der Vorteil sei, "dass wir keine 0815-Ware, sondern Spitzenqualität in die Welt schicken." Von Abfüllanlagen über Top-Lebensmittel bis zu Zutrittssystemen sei alles dabei. "Jeder Export schafft Arbeitsplätze", ist sich Albrecht sicher. 

Exporte aus Salzburger Gauen

Für die hohe Wertschöpfung sind vor allem die Industrieexporte verantwortlich. Der Wirtschaftszweig verzeichnet mit einem Anteil von 45,8 Prozent den Spitzenwert der Salzburger Gesamtexporte. Der Handel, die Sparte Gewerbe und Handwerk folgen. Salzburgs Export-Meister ist demnach der Flachgau mit einem Anteil von 59 Prozent. Firmen aus der Mozartstadt nehmen davon etwas weniger als ein Viertel ein, jeweils sechs Prozent kommen aus dem Tennengau sowie Pongau, fünf Prozent aus dem Pinzgau und ein Prozent aus dem Lungau.

Albrecht: "Sprache kein Hindernis mehr"

Neben Spezialmaschinen für die Industrie sind die am meisten exportieren Produkte elektrotechnische Waren, mechanische Geräte, Holzwaren, Getränke, Fahrzeuge und Fahrzeugteile. Hauptziel für die Salzburger Waren sind Deutschland, die USA, Tschechien, Großbritannien, die Schweiz und Russland. "Die Sprache ist heutzutage kein Hindernis mehr", weiß Albrecht. Mittlerweile betreibt die Wirtschaftskammer 110 AußenwirtschaftsCenter in 70 Sprachen auf der ganzen Welt. "Der persönliche Kontakt ist das Um und Auf und sicher einer unserer größten Vorteile."

Die WKS bietet Firmengründern mehrere Möglichkeiten zur Unterstützung an. "Im Gründungscenter besprechen wir gemeinsam, was für Produkte in welchem Zielland überhaupt interessant wären", sagt Albrecht. Dabei greife man auf einen großen Erfahrungsschatz, persönliche Kontakte und die internationalen Netzwerke zurück. So könne man beispielsweise bei der Bewältigung der Bürokratie und Markt-Eintrittsbarrieren helfen. "Wir greifen in den gesamten Ablauf ein und wollen Wegbereiter sein – von der Gründung bis zur Internationalisierung." Jeder Bezirk habe sein Steckenpferd, ist Albrecht überzeugt: "Der Tennengau ist das Mekka der Holzwirtschaft. Von dort aus werden Blockhäuser bis nach Australien geliefert."

Unsicherheit durch globale Handelskonflikte

Dennoch sei nicht alles rosig, obwohl der allgemeine Trend in Österreich positiv sei. Einige Unternehmen hätten demnach Probleme mit dem Fachkräftemangel und hohen Standortkosten. Hinzu komme die weltpolitische Lage. Handelskonflikte, wie jener mit den USA oder dem Aus für das Mercosur-Abkommen, würden wie ein Damoklesschwert über der Wirtschaft schweben, sagt der WKS-Experte. Man stehe im globalen Wettbewerb mit den USA, China und Russland. Albrecht: "Nehmen wir nur mal an, dass die USA Zölle auf Autos aus Europa erheben. Das würde große negative Effekte für die heimische Wirtschaft mit sich bringen, wie Arbeitsplatzverluste." Niemand wisse, wie sich die Situation entwickle. Gegen diese Unsicherheit – davon ist man bei der Wirtschaftskammer überzeugt – könnten nur Freihandelsabkommen helfen.

"Vom Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan profitieren Salzburger Betriebe aus dem Holz-, Lebensmittel- und Nahrungsmittelsektor", so Albrecht. Stichwort Brexit: "Während andere Länder die Situation abwarten, haben wir längst gehandelt und knüpfen Kontakte in eher exotischen Regionen." Die Rede ist hierbei von Staaten in Zentralasien oder in Afrika. "Nach Südafrika gehen mehr als 50 Prozent der Afrika-Exporte aus Salzburg", gibt der WKS-Experte zu Protokoll. Auch Kenia sei stark im Kommen. Neben hochqualitativen Produktionsmaschinen wird u.a. auch Salzburger Käse exportiert. Das sei laut Albrecht nicht mehr nur Entwicklungshilfe, sondern Basis für eine funktionierende Wirtschaft.

(Quelle: SALZBURG24)

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