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Salzburger Grenzfall: Der Inn-Salzach-Kreis

Der aktuelle Grenzfall beschäftigt sich mit den Ursprüngen der Salzach. Land Salzburg
Der aktuelle Grenzfall beschäftigt sich mit den Ursprüngen der Salzach.

Wo die Salzach ihren wirklichen Ursprung hat, warum Salzachwasser gleich zweimal in den Inn fließt, warum die Saalach eine Tiroler Geburtsurkunde hat und welcher tatsächlich der längste Fluss aus Salzburg ist, verrät ein aktueller nass-kurioser Grenzfall.

Die beim Salzachgeier entspringende Salzach ist der längste Fluss Salzburgs und mündet beim oberösterreichischen Überackern in den Inn. Auf den weiteren Podestplätzen folgen Saalach und Mur. Will man meinen. Oder aber: Die Mur ist der längste Salzburger Fluss, die Saalach kommt aus Tirol und die Salzach entspringt im Krimmler Achental und fließt nach Tirol. Je nach Betrachtungsweise auch nicht falsch. Müssen wir nun unsere Geografiekenntnisse entsorgen? Nein, aber wir können sie mit ein paar interessanten Aspekten bereichern.

Wo entspringt die Salzach?

Also beginnen wir beim Ursprung, dem der Salzach nämlich. Der soll sich ja beim Salzachgeier – es gibt sogar zwei davon, einen 2.466 Meter hohen östlichen und einen drei Meter höheren westlichen – befinden. Die Salzach entspringt am Krimmler Tauern, behauptet hingegen der Krimmler Heimatforscher Volkmar Zobl und belegt dies durch eine Urkunde aus dem Jahr 1228 und Karten aus dem 16. Jahrhundert.

Aus dem Geierkopf wurde der Salzachgeier

Der Schriftsteller und Pädagoge Franz Michael Vierthaler, der 1796 eine "Geografie von Salzburg" veröffentlichte, beschäftigte sich mit dem Salzachursprung und verlegte ihn nach Nordwesten. Aus dem Geierkopf wurde der Salzachgeier und aus der Salzeralm die Salzachalm. Jedenfalls gilt, so Zobl, dieser Irrtum seit 1806 als amtlich. Dass die Salzach am Krimmler Kees entspringt und nicht am Salzachgeier, bestätigt auch der Hydrologe des Landes, Dipl.-Ing. Johannes Wiesenegger. Allein schon das wesentlich größere Einzugsgebiet auf der Krimmler Seite rechtfertigt eine südliche "Elternschaft" für den Landesfluss.

Zweimal Salzachwasser im Inn

Wie dem auch sei, heute fließt nicht alles Wasser vom Salzachgeier in die Salzach. Der Oberlauf des insgesamt 226 Kilometer langen Salzburger Hauptflusses und der benachbarte Nadernachbach werden zur Stromgewinnung in den Speicher Durlaßboden geleitet und fließen schließlich durch das Zillertal in den Inn. Somit entsteht aus nasser Perspektive betrachtet ein tatsächlicher Inn-Salzach-Kreis, namensgleich mit einer Bezeichnung des königlich-bayerischen Regierungsbezirks, der von 1810 bis 1816 Salzburg, Kitzbühel, das Innviertel und Teile des Salzkammerguts umfasste. Eine enge Serpentine der Gerlos-Straße umschließt ein kleines Wasserwerk, bei dem das Salzachwasser durch einen unterirdischen Stollen westwärts abgezweigt wird. Das Gebiet südlich der Salzachgeier ist generell äußerst wasserarm. Für das Almdorf Königsleiten nutzt die Gemeinde Wald im Pinzgau die Salzach besonders während der Wintermonate als Quelle für Trinkwasser, das mit Ozon aufbereitet wird. Dafür ist darüber hinaus ein Obolus an die Verbund Hydro Power fällig, die über die Wasserrechte der oberen Salzach verfügt.

Ich bin die Saalach aus Tirol

Mit 83 Kilometern vergleichsweise bescheiden nimmt sich die Länge der Saalach, in früheren Zeiten auch Spielbach oder Salzburgische Saale genannt, aus. Sie bildet auf den letzten elf Flusskilometern die Grenze zwischen Salzburg und Bayern, nachdem sie erst durch den Mitterpinzgau und das kleine deutsche Eck an Bad Reichenhall vorbei geflossen ist. Weitgehend unbekannt ist, dass die Saalach auf Tiroler Gebiet, nämlich in den Kitzbühler Alpen entspringt, sagt der Wasserwirtschaftsexperte des Landes Dipl.-Ing. Thomas Prodinger. Also keine lupenreine Salzburger Angelegenheit.

Vier-Länder-Fluss Mur

Nun ein Ortwechsel in den Lungau. Dort schlängelt sich die Mur kraftwerkslos unterhalb des 2.260 Meter hohen Murtörls 48 Kilometer abwärts, um bei Predlitz in die Steiermark zu gelangen, deren Hauptfluss sie bildet. Danach ist sie Grenzfluss zu Slowenien, bevor sie nach insgesamt 453 Kilometern an der kroatisch-ungarischen Grenze in die Drau mündet. Internationaler geht es kaum, die gute Kinderstube bekommt die Mur aber ganz unzweifelhaft aus Salzburg mit auf den Weg.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 27.02.2021 um 04:39 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/salzburger-grenzfall-der-inn-salzach-kreis-45042418

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