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Kinderbetreuung

Innergebirg holt nur langsam auf

Zahlen zur Betreuung der kleinsten Salzburger

Kindergarten ASSOCIATED PRESS
Die Qualität der Kinderbetreuung unterscheidet sich in Salzburg je nach Region.

Die Geburtenzahlen steigen, die Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen wird damit in Salzburg in Zukunft nicht weniger werden. Die am Montag präsentierten Daten zeigen: Vor allem die Regionen im Innergebirg hinken hinterher.

30.884 Kinder befinden sich im Land Salzburg in außerfamiliärer Betreuung – das sind so viele wie noch nie. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren waren es noch 22.691. Beschäftigt und gefördert werden sie von 3.146 Pädagoginnen und Pädagogen sowie deren Helferinnen und Helfern – 97,9 Prozent davon sind Frauen. Beim Betreuungsschlüssel, also wie viele Kinder sind pro Arbeitskraft zu betreuen, liegt Salzburg mit 7,6 Kinder im Schnitt österreichweit an zweiter Stelle hinter Vorarlberg (7,1).

Erhoben werden diese Daten und noch einige mehr (Details findet ihr HIER ) vom Land selbst. Die Kinderbetreuungsinstitutionen liefern sie einmal im Jahr elektronisch ab.

Unterschiede in Salzburgs Regionen

Familienlandesrätin Andrea Klambauer (NEOS) zieht insgesamt eine positive Bilanz: „Es gibt immer mehr Kinder, aber auch immer mehr Bedarf, da Karenzzeiten kürzer werden. Das können wir zur Gänze abdecken.“ 600 zusätzliche Plätze wurden etwa in Kleinkindgruppen – so sollen Krabbelgruppen künftig genannt werden – im ganzen Bundesland geschaffen. Aufholbedarf gibt es aber trotzdem weiterhin. So gäbe es immer noch Problemregionen, hauptsächlich im Innergebirg.

Hallein hat zu wenige Plätze

Ulrike Kendlbacher, Referatsleiterin für Kinderbetreuung, Elementarbildung und Familien, nennt etwa Hallein (Tennengau) als Beispiel. „Aktuell fehlen mehr als 100 Betreuungsplätze in allen Altersgruppen.“ Ein Großteil der für heuer geplanten 39 neuen Kleinkindgruppen soll deshalb hinter dem Pass Lueg entstehen.

 

Aufholbedarf im Innergebirg

Auch bei den Öffnungszeiten unterscheiden sich Salzburgs Regionen teils massiv. Während in der Stadt Salzburg und im Flachgau viele Einrichtungen mindestens acht Stunden geöffnet haben, sei das Innergebirg hier ebenso „schwächer“, sagt Klambauer: „Die neuen Einrichtungen dort drücken auch den Schnitt.“ Allerdings gibt es nur mehr sieben Einrichtungen, die weniger als 21 Stunden die Woche geöffnet haben. Die Kleinkind- und alterserweiterten Gruppen stehen im Schnitt 47 Wochen pro Jahr zur Verfügung.

Laut Salzburger Kinderbetreuungsgesetz von 2007 reichen bereits 31 Stunden pro Woche als ganztägige Betreuung. Klambauer möchte sich aber am „Indikator für Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ (VIF-Indikator) orientieren. Ziel sind daher mehr als 40 Stunden pro Woche, in der ein Großteil der Einrichtungen geöffnet haben soll. Der VIF fordert 45 Stunden. In Salzburg schneiden derzeit die alterserweiterten Gruppen mit 38,1 Prozent am besten ab.

Klambauer setzt hier und beim Ausbau der Betreuungseinrichtungen auf den „Generationswechsel bei den Bürgermeistern, um den Schwung mitzunehmen“, den man in diesem Bereich gerade habe.

BAfEP soll bleiben, neues Kolleg im Pinzgau

Mit der künftig erwarteten Steigerung der betreuten Kinder brauche es dringend mehr Pädagoginnen und Pädagogen. Die Weiterführung der Bundesanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP) in der Schwarzstraße (Stadt Salzburg) stehe deshalb „außer Zweifel“, betont Klambauer. In Bramberg (Pinzgau) entsteht außerdem die Möglichkeit, die Ausbildung als Kolleg zu absolvieren, um das Innergebirg weiter zu stärken. Das geht im Moment an den BAfEP-Standorten in Salzburg-Stadt und Bischofshofen (Pongau). Während von den Absolventen der BAfEP 75 Prozent aktiv im gelernten Beruf arbeiten würden, seien es beim Kolleg fast 100 Prozent, erklärt die Landesrätin den Ausbau.

(Quelle: SALZBURG24)

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