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Depression und Zukunftsangst

Jungen Menschen setzt Pandemie besonders zu

Salzburger Jugendvereine fordern Lockerungen

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Vor allem Kinder und Jugendliche leiden unter den corona-bedingten Kontaktbeschränkungen. (SYMBOLBILD)

Nach knapp einem Jahr Pandemie machen sich die Auswirkungen der Corona-Maßnahmen in der gesamten Gesellschaft bemerkbar. Schwer getroffen hat die Corona-Krise vor allem auch Kinder und Jugendliche. Salzburgs Jugendvereine pochen deshalb auf Öffnungsschritte, um junge Menschen wieder in Gruppen betreuen zu können.

Kinder und Jugendliche leiden ganz besonders unter Kontaktbeschränkungen, wie Psychotherapeut Friedrich Faltner gegenüber SALZBURG24 betont: "In dieser Zeit wollen sie Erfahrungen machen, Freunde treffen und Partys feiern." Dieser Entwicklungsschritt sei nun aber für ein Jahr verzögert oder zumindest stark reduziert worden. Die Folge seien laut Faltner depressiver Rückzug, Schlaf- und Essstörungen.  

Virtuelle Angebote und Einzelgespräche

Diese Erfahrung machen auch Vertreter der Jugendvereine in den jeweiligen Jugendzentren. Um den Kindern und Jugendlichen weiter zur Verfügung stehen zu können, wurde schon im ersten Lockdown auf virtuelle Angebote gesetzt. Nun sind die Einrichtungen wieder geöffnet, allerdings prägen Maßnahmen wie die 20-Quadratmeter-Regel und FFP2-Masken den Alltag. Seit einigen Wochen ist es immerhin möglich, Kinder und Jugendliche wieder in Kleinstgruppen zu betreuen und mit ihnen Gespräche zu führen, Nachhilfe zu geben oder Bewerbungen zu schreiben. "Das ging den Kindern ja sehr ab. Zuvor hatten wir nur Einzelberatungen anbieten dürfen", teilt Martina Hauser vom Verein Spektrum, der in der Stadt Salzburg vier Jugendzentren betreibt, im Gespräch mit SALZBURG24 mit.

Schlafstörungen und Zukunftsängste

Ein Jahr Pandemie hat bei den Kindern und Jugendlichen Spuren hinterlassen. Die Umstellung auf Home-Schooling etwa hat bei manchen für Belastung und Druck gesorgt, neben Schlafstörungen sind auch Zukunftsängste aufgetreten. "Dabei kommt es natürlich darauf an, wie die Familien mit der Situation umgehen. Je nachdem schlägt sich dies dann auch auf die Kinder nieder", so Thomas Schuster von Spektrum. "Deswegen ist es so wichtig, dass sie Bezugspersonen haben, mit denen sie über ihre Ängste sprechen können", hebt er die Bedeutung der Jugendeinrichtungen hervor.

Wohnsituation verschärft Problematik

Schuster verortet zudem ein Stadt-Land-Gefälle. So schlage sich gerade in urbanen Gegenden die Wohnsituation auf das Gemüt nieder. "Manchen Kindern stehen nur zwölf bis 14 Quadratmeter zur Verfügung, auf denen sich über Wochen, Leben, Lernen, Freizeit und Familie abspielen", so Schuster. Hinzu kommt mitunter ein geringeres Einkommen, weil Eltern entweder ihren Job verloren haben oder sich in Kurzarbeit befinden. "Die Kinder und Jugendlichen müssen nun also erst einmal Dampf ablassen", teilt Schuster mit und spricht sich für sportliche Aktivitäten im Freien aus.

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Angebote im Freien gefordert

Dies ist derzeit nicht möglich und wird deshalb vehement von den Vertretern der Jugendvereine gefordert. Gerade bei den aktuell frühlingshaften Temperaturen sei es wichtig, Angebote für Jugendliche im Freien setzen zu können. Vorstellbar sei eine Öffnung, wie sie aktuell auch von den Sport-Dachverbänden gefordert werde. "Die Kinder müssen von den Bildschirmen weg und sich wieder mit Freunden zum Spielen treffen können", fordert Martina Hauser von Spektrum.

 

Schul-Tests sollen Zugang zu Jugendzentren ermöglichen

Von "Depression, Lustlosigkeit und Frust" spricht auch Barbara Baumgartner vom Jugendzentrum Yoco in der Stadt Salzburg. Auch sie fordert Öffnungsschritte: "Uns wäre schon geholfen, wenn man zumindest Angebote im Freien setzen könnte. Man merkt einfach, dass die Jugendlichen das brauchen", sagt Baumgartner im Gespräch mit S24 mit. Vorstellbar wäre auch, wenn die in der Schule bereits durchgeführten Tests auch den Besuch der Jugendzentren ermöglichen würden.

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Treffen unter Einhaltung der Maßnahmen ermöglichen

"Wir können in den Jugendzentren sichere Rahmenbedingungen schaffen, dass die Jugendlichen ein bisschen mehr wieder das erleben können, was ihr Bedürfnis ist, nämlich sich zu treffen", teilt Vera Schlager vom Verein Kinderfreunde gegenüber S24 mit. Derzeit würden sie sich ohnehin treffen, auf die Einhaltung der Corona-Regeln werde dabei aber nicht geachtet. Sie spricht sich auch dafür aus, mit Jugendlichen, nicht über Jugendliche zu sprechen. Zudem setzt sie sich dafür ein, dass die Sprache geändert und Begriffe wie "Lost Generation" vermieden werden sollen.

Die Bundesregierung berät am heutigen Montag mit den Landeshauptleuten, ob es zu weiteren Öffnungsschritten kommt oder der Lockdown sogar wieder verschärft wird. Den Vertretern der Jugendvereine ist es in diesem Zusammenhang wichtig, dass Verordnungen künftig klar kommuniziert werden. Kritisiert wird zudem, dass Kinder und Jugendliche von der Bundesregierung lediglich als Schülerinnen und Schüler bezeichnet würden.

(Quelle: SALZBURG24)

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