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Top-Aufklärungsquote

Anzeigen bei Polizei gestiegen

Blick in die Salzburger Kriminalstatistik 2019

488.912 Straftaten sind im Jahr 2019 in Österreich angezeigt worden. Das ist ein Plus von 3,4 Prozent zum Jahr davor, aber der zweitbeste Wert der vergangen zehn Jahre. Die Aufklärungsquote blieb bundesweit mit 52,5 Prozent stabil, wie am Freitagvormittag bei einer Pressekonferenz des Bundeskriminalamts (BK) erläutert wurde. Die Zahl der Anzeigen im Land Salzburg ist leicht gestiegen.

Die PDF: Kriminalstatistik 2019.pdf im Land Salzburg ist 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozent leicht auf 33.007 Anzeigen gestiegen (2018: 31.927). Im Zehnjahresvergleich ist ebenfalls eine Zunahme zu erkennen. 2010 wurden 29.835 Delikte zur Anzeige gebracht, das bedeutet eine Steigerung von 10,6 Prozent.

Aufklärungsquote in Salzburg

Die Aufklärungsquote ist 2019 um 0,9 Prozentpunkte auf 54,8 Prozent gestiegen. Bereits das dritte Jahr in Folge konnte mehr als jeder zweite Fall geklärt werden. "Die Kriminalstatistik für das Jahr 2019 verzeichnet im Bundeland Salzburg eine neuerliche Steigerung der Aufklärungsquote auf annähernd 55 Prozent“ zeigt Salzburgs Landespolizeidirektor, Franz Ruf, auf. „Den herausfordernden Bereichen Gewalt-, Internet- und Wirtschaftskriminalität werden wir durch verstärkte Präventivmaßnahmen, sowie einer weiteren personellen und technischen Qualifizierung entgegenwirken.“

Starker Anstieg bei Internetkriminalität

21.422 tatverdächtige Personen wurden 2019 ausfindig gemacht und angezeigt, so viele wie noch nie zuvor. In den letzten zehn Jahren wurden 38,6 Prozent mehr Tatverdächtige ausgeforscht (2010: 15.462). Verändert hat sich der Anteil der fremden Tatverdächtigen: Waren es 2010 noch 5.752 Fremde, so wurden 2019 9.352 verzeichnet, ein Anstieg von 62,6 Prozent.

Die Internetkriminalität ist im letzten Jahr auch gestiegen: Wurden 2010 lediglich 23 Delikte regis­triert, wurden 2019 bereits 280 Straftaten, die unter Cybercrime im engeren Sinne fallen, zur Anzeige gebracht. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Zunahme von 39,3 Prozent (2018: 201 Delikte). Innerhalb der letzten zehn Jahre ist das ein Plus von 1.117,4 Prozent. Auch Cybercrime im weiteren Sinne nahm weiter zu: 199 Delikte wurden 2010 zur Anzeige gebracht. Zehn Jahre später wurden insgesamt 1.481 Straftaten registriert, ein Zuwachs von 644,2 Prozent. Verglichen zum Vorjahr ergibt sich eine Erhöhung von 41,9 Prozent (2018: 1.044). 2019 wurden im Bereich des Internetbetrugs 959 Delikte an­gezeigt. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Steigerung von 41 Prozent (2018: 680 Delikte).

Mehr Anzeigen bei Gewaltkriminalität

5.274 Gewaltdelikte wurden 2019 angezeigt, ein Plus von 7,2 Prozent (2018: 4.992). Im Zehnjahresvergleich ist eine Zunahme von 36,5 Prozent zu erkennen (2010: 3.864). Bei 55,9 Prozent der begangenen Taten gab es eine Beziehung zwischen Täter und Opfer (3.387 Täter-Opfer-Beziehungen).

2019: Fünf Morde in Salzburg

2019 war, wie die Jahre zuvor, das Haupttatmittel die Stichwaffe. Sie kam bei 178 Delikten zum Einsatz. 2019 wurden fünf vollendete Mord­delikte im Land Salzburg erfasst, zwei Frauen und drei Männer getötet. 67 Anzeigen wegen Vergewaltigung wurden 2019 erstattet. Eine Steigerung wurde auch im Bereich der Raubkriminalität dokumentiert (2018: 111, 2019: 118).

Rückgang bei Einbrüchen

2019 wurden der Polizei in Salzburg 401 Anzeigen wegen Einbruchs in einen Wohnraum (Wohnhaus oder Wohnung) gemeldet (2018: 654). Das entspricht einer Abnahme von 38,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und stellt den Tiefststand der letzten zehn Jahre dar. Der Diebstahl von Kfz ist 2019 mit 109 angezeigten Delikten erneut gesunken (2018: 135). Ebenfalls gesunken ist 2019 die Anzahl der Taschen- und Trickdiebstähle: Es wurden 958 Anzeigen gestellt. 2010 waren es 1.404 Delikte, was einen Rückgang von 31,7 Prozent bedeutet.

Schwerer Kampf gegen Drogen

Suchtmittelhändler aus Salzburg beziehen die illegalen Suchtmittel über die Balkanroute, die Niederlanden, Italien, Deutschland und Tschechien. Der Kampf gegen die Suchtmittel­kriminalität wird zudem durch den illegalen Handel im Internet, wie im Darknet und dem dadurch verbundenen Postversand erschwert.

2019 wurden 2.765 Delikte nach dem Suchtmittelgesetz zur Anzeige gebracht, ein Plus von 15,4 Prozent (2018: 2.397).

Die Wirtschaftskriminalität ist 2019 von 3.377 Anzeigen auf 4.503 Delikte gestiegen, eine Steigerung von 33,3 Prozent. Der Großteil der Fälle entfiel auf Betrugsdelikte (2019: 2.883). Im Bereich des Sozialleistungsbetrugs wurden 113 Anzeigen gestellt. Der Trickbetrug hat im Vergleich zu 2018 um 100,7 Prozent zugenommen, was auf das ver­mehrte Auftreten des Polizistentricks zurückzuführen ist (2019: 281 Delikte). Die echten Wirtschaftsdelikte sind von 138 auf 128 angezeigten Straftaten 2019 leicht gesunken. Die Zahl der Urkundendelikte ist 2019 von 750 auf 1.026 Delikte gestiegen und ist der höchste Wert der letzten zehn Jahre. 2019 wurden 82 Anzeigen wegen unbarer Zahlungsmittel gestellt 

Die gemeldeten Cybercrime-Fälle stiegen im Jahresvergleich von 19.627 auf 28.439 Straftaten. Das ist ein Plus von 45 Prozent und die mit Abstand höchste Anzeigenzahl der vergangenen zehn Jahre. Die Aufklärungsquote sank bei Internetdelikten leicht auf knapp 36 Prozent. Die Wirtschaftskriminalität stieg um 25 Prozent auf 71.112 Anzeigen. Damit setzte sich bei beiden Deliktgruppen der negative Trend deutlich fort.

Österreichweites Plus bei Gewaltkriminalität

Auch bei der Gewaltkriminalität gab es ein Plus (5,3 Prozent) auf 73.079 angezeigte Fälle. Das ist die zweithöchste Zahl in den vergangenen zehn Jahren, die Aufklärungsquote stieg dabei leicht auf 85 Prozent. Morde wurden im Vorjahr 65 verzeichnet, das waren um fünf mehr als im Jahr 2018. In den Jahren 2014 und 2015 hatte es jeweils weniger als 40 Tötungsdelikte gegeben. Zwei Morde aus dem Vorjahr sind noch ungeklärt.

Wohnraumeinbrüche gingen auf 8.835 angezeigte Fälle zurück, ein neuer Tiefstwert der vergangen Jahre und knapp zehn Prozent weniger als 2018. Auch die Kfz-Diebstähle sanken kontinuierlich weiter auf 2.194 Anzeigen. Vor zehn Jahren waren es noch rund doppelt so viele gewesen.

(Quelle: APA)

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