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Lkw-Sicherheit

Salzburger Lkw-Fahrer fordert "Black Spot Mirror"

Deutsches Modell als Lösung?

Lkw Bilderbox/Symbolbild
Kann sich das deutsche Modell "Black spot mirror" als Alternative zum Lkw-Abbiegeassistenten durchsetzen? /Symbolbild

Ein verpflichteter Einbau von Abbiegeassistenten für neue Lkw könnte laut EU erst 2024 in Kraft treten. Berufskraftfahrer Christian Ebner vom Verein "Transporter - working with style" dauert dies zu lang. Der Salzburger Lkw-Fahrer spricht sich im Namen der Trucker für eine deutsche Sicherheitsvariante aus. Kostengünstig und schnell installiert.

Der Ruf nach einem Abbiegeassistenten für Lkw wird in Österreich immer lauter. Nach dem tragischen Unfalltod eines Neunjährigen Ende Jänner in Wien will Salzburgs Bau-Stadtrat Lukas Rößlhuber (NEOS) die ressorteigenen Lkw mit modernen Assistenten ausrüsten lassen – auch in Wien und Klagenfurt gibt es dieselben Überlegungen.

Lkw-Sicherheit: "Black Spot Mirror" als Lösung?

"Der Abbiegeassistent ist eine gute Lösung, hat aber auch seine Schattenseiten: Bis er verpflichtend installiert werden muss, dauert es zu lange. Außerdem kann er durch Schmutz wie andere Sensoren deaktiviert werden und er ist viel teurer als mögliche Alternativen", erklärte Ebner im Gespräch mit SALZBURG24. Für ihn und seine Trucker-Kollegen sei der "Black Spot Mirror" die schnellste und einfachste Lösung, um Unfälle mit Radfahrern und anderen Verkehrsteilnehmern zu vermeiden. "In Duisburg und Münster funktioniert das ausgezeichnet. Meine Kollegen schwärmen davon", sagte Ebner.

Nach dem tragischen Unfalltod eines Neunjährigen in Wien will man die stadteigenen Lkw in Salzburg nun mit Abbiegeassistenten aufrüsten. Experten warnen aber davor, sich nur auf die Technik zu verlassen:

Gepostet von SALZBURG24 am Dienstag, 12. Februar 2019

Toter Winkel: "Verkehrsspiegel muss her"

Bei dem seit 2013 in Münster eingesetzten "Black Spot Mirror" handelt es sich um einen Verkehrsspiegel, der bauartbedingt an Signalmasten direkt unter der Ampel als zusätzliche vierte Kammer angebracht wird. Somit schauen Kraftfahrer beim Blick auf die Ampel automatisch in den Verkehrsspiegel und können so erkennen, wer sich neben dem Fahrzeug im toten Winkel befindet. Die Kosten für die Lieferung und Montage eines "Black Spot Mirror" belaufen sich laut einer auf 1.600 Euro.

Christian Ebner Christian Ebner
Christian Ebner, ein Salzburger Lkw-Fahrer, schlägt "Black spot mirror" als Alternative zum Abbiegeassistenten für Lkw vor.

Zudem könne so nicht ortskundigen Lkw-Fahrern geholfen werden. "Ich persönlich habe auf beiden Seiten drei Spiegel montiert. Das ist Reizüberflutung genug, wenn man bedenkt, dass beim Abbiegen das Heck ausschert und Verkehrsschilder im Weg stehen können. Ohne Spiegel an der Ampel oder Abbiegeassistent sind die meisten nicht ortskundigen Fahrerüberfordert. Denen muss geholfen werden", fügte Ebner an.

Radfahrer und Fußgänger sensibilisieren

Um die Straßen sicherer zu machen, müssen neben den Lkw-Fahrern vor allem Radfahrer und Fußgänger sensibilisiert werden, meint Ebner. Die meisten Verkehrsteilnehmer würden nach seiner Erfahrung immer öfter aufs Handy anstatt auf die Straße schauen. Die Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit werden in der Politik kommende Woche besprochen.

EU: Abbiegeassistenten ab 2024

Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) hat für kommenden Dienstag einen Lkw-Sicherheitsgipfel angekündigt. Die EU plant den verpflichtenden Einbau von Abbiegeassistenten für neue Lkw für das Jahr 2024.

(Quelle: SALZBURG24)

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