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Salzburger Polizist auf Besuch in Japan

Der Salzburger Kriminalpolizist Karl-Heinz Wochermayr ist nun seit knapp einer Woche zu Besuch bei den Auslandsösterreichern in Japan.

Zwei Polizisten aus Österreich und ein Strahlenschutzexperte des Innenministeriums bleiben weiterhin in Japan, um nach der Erdbeben-Katastrophe und den Folgeschäden im Atomkraftwerk Fukushima eins die Österreichische Botschaft in Osaka zu unterstützen.

 "Die Auslandsösterreicher sind froh, dass wir da sind. Sie sind sehr besorgt", schilderte der Salzburger Kriminalpolizist Karl-Heinz Wochermayr, der vor knapp einer Woche in Japan eingetroffen ist, im APA-Gespräch.

"Viele Auslandsösterreicher, die ich kontaktiert habe, wollen aber im Land bleiben. Die meisten sind ja mit japanischen Staatsbürgern liiert", sagte Wochermayr. "Sie warten ab, wie sich die Lage entwickelt. Die meisten haben auch Notfallpläne zur Hand."

In den gefährdeten Gebieten halten sich nicht mehr viele Österreicher auf, erzählte der 51-jährige Polizist. Eine Handvoll hat Wochermayr mit dem Strahlenschutzexperten und einem Mitarbeiter der österreichischen Botschaft bereits an ihren Wohnorten besucht, um sich selbst ein Bild von ihrer Situation nach dem Unglück zu machen. Die Österreicher seien wohlauf, sagte der Polizist. Das Beben habe allerdings die Töpferei einer Frau total zerstört. "Das war ihr Lebenswerk."

Mit im Gepäck hat das Unterstützungsteam ein Strahlenmessgerät, um festzustellen, ob eine Strahlenbelastung vorliegt. Gleichzeitig werden die Betroffenen über Sicherheitsvorkehrungen und die Nachrichtenlage informiert. Die Beamten nehmen für diese Besuche lange Fahrstrecken in Kauf. Mitunter dauert die Anreise einen Tag. Sie kamen bis rund 100 Kilometer an Fukushima heran. "Es gibt immer wieder Straßensperren und Tankstellen, die geschlossen sind." Geöffnete Tankstellen geben an die Autofahrer nur sehr wenig Treibstoff aus. "Dann bildet sich eine Schlange von mehr als einem Kilometer."

Wochermayr hat zur eigenen Sicherheit einen Schutzanzug mitgenommen, ihn aber bisher noch nicht benötigt. Unter den Österreichern habe sich keine Panik breitgemacht. "Aber sie sind froh, wenn sie merken, dass wir uns um sie kümmern. In Japan verhalten sich die Menschen sehr diszipliniert." Einige würden die Aufregung, die in Europa herrsche, auch gar nicht verstehen. "Jeder hofft, dass die japanischen Spezialisten es schaffen. Sie arbeiten stark an dem Problem in dem Atomkraftwerk."

Die Hilfestellung beim Buchen von Flugtickets, damit Ausreisewillige in die Heimat nach Österreich kommen, habe sich mittlerweile "ziemlich erledigt", sagte der stellvertretende Leiter des Kriminalreferates im Stadtpolizeikommando Salzburg. Am vergangenen Wochenende hielten sich noch etwa 20 bis 30 "ausreisewillige" Staatsbürger im Großraum Tokio auf. Die Botschaft steht mit vielen Landsleuten per Telefon oder Mail in Kontakt. "Wir eruieren, wer von den österreichischen Staatsbürgern noch in Japan ist. Wenn jemand in Österreich angekommen ist, soll er sich beim Außenministerium melden. Dann wissen wir Bescheid."

Wann die österreichischen Beamten selbst in die Heimat zurückkehren, steht noch nicht fest. "Wir bleiben solange wie wir hier gebraucht werden. Uns geht es gut", sagte Wochermayr. Die Unterstützung durch das österreichische Außen- und Innenministerium laufe perfekt ab. Das Außenministerium hat um Entsendung dieses "Go-Teams" bestehend aus dem Salzburger Polizisten und einem Cobra-Beamten aus Tirol ersucht. Die beiden haben aber keine polizeilichen Befugnisse in Japan. (APA)

(Quelle: S24)

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