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Auch Frauen bedroht?

Salzburger ersticht Hund

Gerichtsverfahren am Donnerstag

Polizei, Festnahme, SB APA/BARBARA GINDL/SYMBOLBILD
Der 29-jährige Salzburger muss sich am Donnerstag vor Gericht verantworten.

Ein 29-Jähriger hat sich am Donnerstag bei einem Prozess in Salzburg wegen Tierquälerei, gefährlicher Drohung, Körperverletzung, Nötigung und Stalkings verantworten müssen. Der Salzburger soll im Oktober 2017 seinen Hund "Rocky" mit Messerstichen getötet, seine damalige Freundin mit dem Umbringen bedroht und im Jahr 2018 eine andere Freundin beharrlich verfolgt haben. Er war nicht geständig.

Er kniete über den Hund und stach ununterbrochen auf ihn ein. Er schrie dabei 'nie wieder'", schilderte die Ex-Freundin in Tränen aufgelöst. "Den Schrei von dem Hund werde ich nicht mehr los. Sie können sich das nicht vorstellen, was das für ein Bild war. Ich bin dann aus der Wohnung gelaufen", sagte die Zeugin zu Richterin Anna-Sophia Geisselhofer am Landesgericht Salzburg. Vor der Tat habe er zu ihr gesagt, sie solle die "Goschn" halten, sonst werde entweder sie oder Rocky sterben. Und bevor er auf den Schäferhund eingestochen habe, habe er ihn mit einer Trainingsleine gewürgt.

Salzburger bestreitet Tötung

Doch der Angeklagte hat die Tötung des Hundes vehement bestritten. Er sagte zur Richterin, dass er "Rocky" an einen Serben verschenkt habe, weil er selbst zu wenig Zeit für das Tier gehabt habe. "Dass er ihn verschenkt hat, kann ich mir nicht vorstellen", sagte die Zeugin. "Das waren so viele Messerstiche in die Brust und in den Bauch." Der Hund sei sicherlich innerlich verblutet, meinte die Frau. Sie habe gehört, dass der Kadaver auf einem Seegrundstück im Flachgau vergraben worden sei. Nach dem Tod von Rocky habe sie einen Psychotherapeuten aufgesucht, der bei ihr eine posttraumatische Belastungsstörung festgestellt habe. "Ich bin immer noch depressiv."

Ob sie diese Anschuldigungen gegen ihren Ex-Freund etwa aus Eifersucht erhebe, fragte die Richterin. Der Verteidiger verwies auf eine Sprachnachricht der Zeugin vor einem Monat an eine weitere Ex-Freundin des Angeklagten, mit der er ein gemeinsames Kind hat. In dieser Nachricht hatte die Zeugin den Wunsch geäußert, auch sie hätte gern ein Kind gehabt. Nein, sie sei nicht eifersüchtig, antwortete die Frau. Aus Angst vor dem Angeklagten habe sie zunächst keine Anzeige erstattet, erst ein Jahr später auf Anraten des Therapeuten. Die Beziehung zu dem Salzburger habe sie am Abend vor dem Vorfall mit dem Hund einvernehmlich beendet.

Verhandlung auf Anfang April vertagt

In den Zeugenstand trat auch die Großmutter der Kindesmutter. Ihren Angaben zufolge hat der Salzburger ihre Enkelin gestalkt. Diese habe im Zeitraum März bis September 2018 fünfmal die Polizei gerufen, danach sei ein Betretungsverbot gegen den vorbestraften Mann ausgesprochen worden. Der Beschuldigte sei einmal mit seinem Motorroller auf sie selbst zugefahren, erklärte die Frau. "Ich habe jetzt noch einen tief schwarzen Bluterguss." Ein Nachbar habe zudem gehört, wie der Salzburger ihrer Enkelin Gewalt angedroht habe. Die Enkelin habe in diesem Zeitraum "schlimme Monate" erlebt. "Sie hat sich vor ihm gefürchtet."

Der 29-Jährige hat all diese Vorwürfe heute bestritten. Er gestand nur einen Faustschlag ein, den er einem Mann verpasst hatte. Die Kindesmutter nahm von ihrem Entschlagungsrecht als Angehörige des Angeklagten Gebrauch und machte heute vor Gericht keine Angaben. Die Verhandlung wurde schließlich zur weiteren Zeugeneinvernahme auf 4. April vertagt.

(APA)

(Quelle: APA)

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