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Salzburgs Grüne wählen neue Führung: Schwaighofer macht Platz für Rössler

Genau zur Halbzeit dieser Legislaturperiode kommt es bei Salzburgs Grünen am Samstag (1. Oktober) zum Wechsel an der Spitze.

Nach gut zwölf Jahren zieht sich Landessprecher Cyriak Schwaighofer in die zweite Reihe zurück und macht Platz für Astrid Rössler. Die Wahl der 52-jährigen Unternehmensberaterin gilt als sicher, ist sie doch die einzige Kandidatin in der Landesversammlung, bei der der gesamte Vorstand zur Neuwahl ansteht. Rössler wird erst die dritte Parteichefin der Grünen Salzburgs seit deren Einzug in den Landtag im Jahr 1989 sein: Der Lehrer Christian Burtscher führte sie vor 22 Jahren noch unter dem Namen Bürgerliste erstmals ins Landes-Parlament, in dem sie seither auch ohne Unterbrechung vertreten sind. Zum Ende seiner zweiten Gesetzgebungsperiode kündigte er dann seinen Rückzug an und hinterließ eine tief zerrissene Partei. Der Kompromisskandidat Cyriak Schwaighofer verhinderte 1999 gerade noch ein getrenntes Antreten zweier Gruppierungen, was ziemlich sicher das Ausscheiden aus dem Landtag bedeutet hätte. Mit einem neuen Team und geänderten Statuten kehrte dann rasch Ruhe in die Partei ein, in Wahlergebnissen schlug sich dies aber nie spürbar nieder, denn über ein zweites Mandat kamen die Grünen seither nicht hinaus, der Klub-Status blieb also weiterhin Wunsch.

Astrid Rössler war zehn Jahre bei Umweltanwaltschaft Salzburg tätig

Die Juristin Astrid Rössler war zehn Jahre bei der Landesumweltanwaltschaft Salzburg tätig und ist seither selbstständige Unternehmensberaterin und Mediatorin. Breitere Bekanntheit erhielt Rössler ab 2006 durch ihr Engagement im Kampf gegen Fluglärm, im Jahr darauf wurde sie Sprecherin des Anrainerschutzverbandes.  

Rössler bei Landtagswahl 2009 hinter Schwaighofer

Bei der Landtagswahl 2009 zog sie hinter Schwaighofer ins Landes-Parlament ein. Noch im selben Jahr wurde sie Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, der die Machenschaften rund um die Bewerbung Salzburgs um die Olympischen Winterspiele 2014 aufklären sollte. In dieser Funktion brachte Rössler immer wieder neue Details ans Tageslicht und machte so auf sich aufmerksam. Zu ihrer neuen Funktion als Landessprecherin wollte Astrid Rössler sich vor der Wahl noch nicht öffentlich äußern. Schwaighofer scheidet "mit Dankbarkeit, und nicht mit Frust oder Wehmut" aus der Funktion, wie er im APA-Gespräch sagte. "Wir harmonieren heute intern so gut wie nie." Auf die Haben-Seite verbucht er auch, dass sich die Grünen inzwischen auch in vielen Landgemeinden und Interessenvertretungen etabliert hätten. Inhaltlich sei auch als Oppositionspartei viel erreicht worden, "wir haben die Regierung oft ganz schön vor uns hergetrieben." Als Beispiel nannte er die Mindestsicherung, die in Salzburg zu den besten Österreichs zähle. Wermutstropfen seiner Zeit an der Spitze sei sicher das Verfehlen des dritten Mandates. "Das wird auch die Herausforderung für meine Nachfolgerin." Gefragt nach einem Rat für Rössler meinte er, "das wichtigste ist, dass das Haus innen geordnet ist. Es nützt nichts, ein Mandat dazuzugewinnen, und alle sind zerstritten. Da geht es um Lebensqualität, und die gibt es auch in der Politik." (APA)
(Quelle: S24)

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