Jetzt Live
Startseite Salzburg
Schwere Konsequenzen

Salzburgs Industrie sieht hohe Blackout-Gefahr

Ausfall teurer als 14 Tage Lockdown

symb_Blackout APA/ROBERT JAEGER
Ein eintägiger Blackout würde finanziell großen Schaden anrichten (SYMBOLBILD).

Die Wirtschaftskammer-Industriesparte von Salzburg, Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Tirol und Vorarlberg setzten sich im Zuge eines Energie-Gipfels mit der Gefahr von Blackouts auseinander. Die Gefahr für ein solches sei stark gestiegen. Ihre Warnung: Ein Tag Blackout koste so viel wie 14 Tage Lockdown.

Das heurige Gipfeltreffen der Industriesparten stand ganz im Zeichen der sicheren Energieversorgung – vor allem im Hinblick auf die Umsetzung der österreichischen Klima- und Energiestrategie. Es zeige sich einmal mehr, dass zwar eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen – wie die Förderung für erneuerbare Erzeugungsanlagen – vorgesehen ist. Es fehle jedoch eine umfassende Gesamtstrategie für die vollständige Transformation des Energiesystems, die den notwendigen Energieinfrastrukturausbau sicherstellt und die Verbraucher in das Energiesystem intelligent einbindet, heißt es in einer Aussendung der Wirtschaftskammer.

 

Die Auswirkungen eines Blackouts

Die sichere Versorgung mit Strom sei ein entscheidender Standortfaktor für die Industrie. Das Risiko eines Blackouts steigt aber durch unterschiedliche Einflüsse stark an. „Immer wieder zeigt sich, dass die Stromversorgung sehr schnell zusammenbrechen kann. Auch im europäischen Strom-Verbundnetz sind wir am 8. Jänner 2021 nur knapp an einem flächendeckenden Stromausfall vorbeigeschrammt. Diese Ereignisse unterstreichen, dass dieses Thema, auf das wir schon längere Zeit hinweisen, zunehmend brisanter wird“, stellte Peter Unterkofler, Spartenobmann der Industrie in der WKS und Präsident der IV-Salzburg, fest.

Industriegipfel WKS/Neumayr
v.l.n.r.: Die Obmänner der Industriesparten Michael Velmeden (WK Kärnten), Peter Unterkofler (WK Salzburg), Erich Frommwald (WK Oberösterreich), Max Kloger (WK Tirol), Markus Comploj (WK Vorarlberg)

Der Spartenobmann verweist auf die enormen Konsequenzen eines Blackouts: „Würde beispielsweise an einem Wochentag um 9 Uhr der Strom im gesamten Bundesgebiet für 24 Stunden ausfallen, würde der volkswirtschaftliche Schaden laut Blackout-Simulator der Johannes Kepler Universität für Österreich bei mehr als 1,1 Milliarden Euro liegen. Vergleicht man das mit den Kosten eines Lockdowns, würde ein Tag Blackout in Österreich zirka so viel kosten wie zwei Wochen Lockdown“, zeigte Unterkofler auf.

Wie man ein Blackout vermeiden kann

Wenn man ein Blackout vermeiden will, brauche es eine deutliche Beschleunigung der dazu notwendigen Genehmigungsverfahren für die Energieinfrastruktur und genügend gesicherte Kapazitäten, die dann Energie erzeugen, wenn es Erneuerbare nicht können, stellten die Spartenobleute fest.

Natürlich sei die Transformation der Stromversorgung ein enorm wichtiger Beitrag, um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen. Viele heimische Industriebranchen arbeiten intensiv an der verstärkten Einbindung erneuerbarer Energieformen in ihre Produktionsprozesse. Grundvoraussetzungen seien dafür die uneingeschränkte Verfügbarkeit von erneuerbarer Energie zu wettbewerbsfähigen Kosten und die Gewährleistung der Versorgungssicherheit für die hochsensiblen Technologien und Anlagen der Betriebe. „Wir brauchen einen raschen, konsequenten und koordinierten Ausbau der Energieinfrastruktur, parallel zum Ausbau der Erneuerbaren und in Verbindung mit einer praktikablen Einbindung der Flexibilitätspotenziale (Speicher, Erzeugung etc.) der heimischen Industriebetriebe. Dies hilft nicht nur bei der Versorgungssicherheit, sondern auch, durch die Reduktion der bereitzustellenden Spitzenlast, bei der Erreichung der Klimaziele“, betonte der Spartenobmann.

(Quelle: SALZBURG24)

Was tun bei Blackout, Hochwasser & Co?

Wie bereitet man sich bestmöglich auf einen Katastrophenfall wie Hochwasser, Blackout oder großflächige Lawinenabgänge vor? Den jährlichen Zivilschutz-Probealarm nahmen wir zum Anlass und sprachen mit Wolfgang Hartl, Geschäftsführer des Salzburger Zivilschutzverbandes, über die richtige Vorbereitung im Katastrophenfall.

Umweltkatastrophen sind keine Szenarien, die nur in Hollywood-Filmen aufgegriffen werden. Sie stellen eine reale Gefahr auch für uns in Österreich dar. „Etwa Starkschneefälle, Hochwasser, Muren, Felsabbrüche in bewohntem Gebiet – all das bis hin zum Blackout. Das kann uns tagtäglich innerhalb von Sekunden betreffen. Wir wollen hier keine Panik schüren, man muss sich dieser Gefährdungen nur bewusst sein“, erzählt Hartl im SALZBURG24-Podcast.

 

Vorräte für eine Woche einplanen

Richtige Vorbereitung ist deshalb wichtig. Im Katastrophenfall können etwa Zufahrtswege in die Gemeinden schnell unpassierbar werden. Der Zivilschutzverband empfiehlt daher eine Bevorratung mit Lebensmitteln für etwa eine Woche. „Man hat es heuer in der Gemeinde Wald im Pinzgau gesehen, da gab es an drei aufeinanderfolgenden Nächten Murenabgänge. Eine Woche später waren die Zufahrtswege wieder so weit gesichert, dass Nachschub kommen konnte“, sagt Hartl.

Heizen im Katastrophenfall schwierig

Neben dem Anlegen von Vorräten beschäftigt die Menschen vor allem das Thema Heizen, wie Hartl weiter ausführt: „Viele wissen nicht, wie sie – sollte die Heizung ausfallen – ihre Wohnung warmhalten sollen. Das ist gerade im städtischen Bereich ein Problem.“ Kurzfristige Abhilfe könnten hier Teelichter in einem Tontopf schaffen, weiß der Geschäftsführer des Zivilschutzverbandes. Auch im Auto könne man sich aufwärmen. „Zum Heizen aber bitte keine Gaskocher im Wohnraum verwenden.“

20210818_PD2854.HR.jpg APA/EXPA
In Salzburg drohen Umweltkatastrophen vor allem durch Unwetter und Hochwasser. 

Warum Vorbereitung auf Katastrophenfall wichtig ist

Am morgigen Samstag um 12 Uhr heulen in ganz Österreich die Sirenen: Grund dafür ist der alljährliche Zivilschutz-Probelalarm. Dabei werden verschiedene Warnsignale getestet, die Bedeutung dieser …

Infos beim Salzburger Zivilschutzverband

Interessierte können sich bei Fragen direkt an den Salzburger Zivilschutzverband wenden. Die Mitarbeiter können hier in Telefonaten auf die individuelle Situation der Menschen eingehen.

Aufgerufen am 21.05.2022 um 10:16 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/salzburgs-industrie-sieht-steigende-blackout-gefahr-111153088

Kommentare

Mehr zum Thema