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16. Februar

Salzburgs Landwirte wählen neue Vertreter

Urnengang für neues Kammerparlament

Wahl LMZ/Otto Wieser
Am 16. Februar können die Bauern ihr neues Kammerparlament wählen. (SYMBOLBILD)

Am 16. Februar wählen die Salzburger Bauern ein neues Kammerparlament. Neben den vier in der Landwirtschaftskammer vertretenen Fraktionen wird nach 15 Jahren Pause auch wieder eine Grüne Liste zur Wahl stehen. An der Dominanz des Bauernbundes dürfte der Urnengang aber nur wenig rütteln.

Die ÖVP-Bauern erzielten 2015 fast 72 Prozent der Stimmen und halten 21 der 28 Sitze in der Vollversammlung. Zweitgrößte Fraktion ist derzeit der Unabhängige Bauernverband (UBV) mit fünf Mandaten. Die freiheitliche Bauernschaft und die SPÖ-Bauern sind mit je einem Sitz in der Kammer vertreten.

Weniger Wahlberechtigte in Salzburg

Wie die Landwirtschaftskammer am Dienstag mitteilte, sind heuer 32.046 Personen wahlberechtigt – ein Minus von 542 gegenüber 2015. Die Gemeinde mit den meisten Stimmberechtigten – und das mag auf den ersten Blick überraschend erscheinen – ist die Landeshauptstadt. Wer seinen Betrieb am Land verpachtet hat und in der Stadt lebt, darf auch nur dort wählen.

Bauern wählen ihre Vertreter

Vor fünf Jahren lag die Wahlbeteiligung bei 51,1 Prozent. Am 16. Februar werden auch die Vollversammlungen der fünf Bezirksbauernkammern gewählt – jeder Wahlberechtigte bekommt also zwei Stimmzettel mit in die Wahlkabine. Der amtierende Präsident der Landwirtschaftskammer Salzburg, der Bauernbündler Rupert Quehenberger, ist seit Dezember 2018 im Amt. Den Bauernstand sieht er allgemein unter Druck gekommen. "Die Kluft zwischen den Einnahmen, die wir am Markt erzielen können und den Ausgaben geht auseinander. Und das Verständnis der Menschen für die Landwirtschaft schwindet immer mehr", sagte er zur APA. Sinnbildlich hierfür stehe etwa das Tiroler Kuh-Urteil.

Konsens bei wichtigen Themen für Landwirte

Die anderen Fraktionen möchten am 16. Februar das große Gewicht des Bauernbunds in der Kammer brechen, auch wenn bei vielen Themen durchaus Konsens besteht. "Wir verdienen nichts mehr", sagte Josef Tiefenbacher vom UBV. Eine Lösung sieht er etwa in einer strengeren Produktkennzeichnung für verarbeitete Lebensmittel im Handel und in der Gastronomie. Regionale Produkte wären so für den Konsumenten leichter erkennbar. "Da legt sich aber die Wirtschaft quer", betonte Hannes Költringer von der Freiheitlichen Bauernschaft. "An der Landwirtschaft wird gut verdient, nicht aber in der Landwirtschaft", erklärte Michael Leitner von den SPÖ-Bauern. Viel Fördergeld fließe in vor- und nachgelagerte Bereiche, zudem hätten Handel, Futtermittelfirmen oder die Pharmaindustrie einen starken Einfluss im Agrarsektor.

Auch Ferdinand Oberascher von den Grünen Bäuerinnen und Bauern setzt auf ein gerechteres Förderwesen – und fordert mehr Unterstützung für die Produktion von Bio-Lebensmitteln. Zudem sollten die Landwirte mehr als bisher zu Energielieferanten werden: "Energie aus Sonne, Wind und Hackschnitzel eröffnet neue Geschäftsfelder."

(Quelle: APA)

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