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Geschützte Tiere

Das sind Salzburgs Schlangen

Einer Schlingnatter haben Florianis in Thalgau (Flachgau) am Dienstag zurück in die Natur geholfen. Schlangen sind in Salzburg selten geworden, weil sie ihre Lebensräume verloren haben. Welche Schlangen heimisch sind, wie gefährlich ihr Gift ist und wo sie leben: Das verrät Reptilien-Experte Peter Kaufmann.

Grundsätzlich sind alle Schlangen in Salzburg geschützt und stehen auf der sogenannten „Roten Liste“. Dort werden Tiere aufgelistet, die vom Aussterben bedroht sind. Sie dürfen deshalb auch nicht gefangen oder getötet werden.

 

Kreuzottern im Garten selten

Beim Vorfall in Thalgau gingen die Floriani fälschlicherweise von einer Kreuzotter aus, die Schlange stellte sich schließlich als Schlingnatter heraus. Es gebe in diesem Gebiet aber auch die giftigen Kreuzottern, weiß Peter Kaufmann, Reptilien-Experte vom Haus der Natur. „Im Flachland ist ihr Lebensraum aber auf die Moorgebiete beschränkt. Im Garten sind sie eher unwahrscheinlich, aber nicht ganz auszuschließen.“

Vier Schlangenarten in Salzburg

Vier heimische Schlangenarten gibt es in Salzburg noch. Die Kreuzotter ist die einzig giftige unter ihnen und nur mehr im Gebirge oder eben in Moorgebieten zu finden. Die Schlingnatter ist eine sehr versteckt lebende Schlangenart, die man nur selten zu den richtigen Witterungsbedingungen findet. Die häufigste Art ist die Ringelnatter. Sie ist in der Regel nahe am Wasser zu finden und erkennbar an den halbmondförmigen Flecken auf ihrem Hinterkopf. Die größte Schlange im Bundesland ist die Aeskulapnatter. Die kann bis zu eineinhalb Meter lang werden und lebt hauptsächlich in den Salzachauen. „Sie ist eine sehr geschickte Kletternatter“, sagt Kaufmann.

Bei Biss Ruhe bewahren

Von sich aus würden Schlangen in der Regel nicht beißen, erläutert der Experte. „Die meisten Bissunfälle passieren, wenn man versucht, eine Schlange zu fangen.“ Man sollte sich deshalb ruhig verhalten und Abstand halten. Die Schlange wird dann von sich aus ihres Weges ziehen. Es sei sowieso sehr selten, dass man einer Schlange begegne. Wenn es passiert, sollte man sich freuen und den Tieren die Chance zum Rückzug geben.

Kommt es trotzdem ausgerechnet zu einem Kreuzottern-Biss, müssen keine Todesängste ausgestanden werden. Das Gift sei sehr gut behandelbar. „Das gebissene Körperteil ruhig stellen, so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen und Ruhe bewahren“, rät Kaufmann.

Was tun bei Schlangenfund?

Wer eine Schlange im Haus oder auf der Terrasse findet und sich unsicher ist, kann sich beim Haus der Natur melden. Allerdings könne hier niemand ausrücken und die Schlange entfernen, betont Kaufmann. Allerdings kann via Email oder Whatsapp ein Foto eingeschickt werden. Die Experten geben dann Auskunft. In der Regel könne man die Menschen beruhigen, dass „die Schlange nicht giftig ist.“ Auch die Feuerwehr sei für solche Einsätze grundsätzlich nicht zuständig, sagt Landesfeuerwehrkommandant Leopold Winter gegenüber SALZBURG24: „Es ist besser, einen Tierarzt zu verständigen. Die Feuerwehr macht das nur im Notfall.“

Eine Schlange im Garten weist laut Kaufmann außerdem auf ein gesundes Ökosystem hin: „Es ist also ein gutes Zeichen.“ Wer sich die giftigen Kreuzottern einmal in ihrer natürlichen Umgebung ansehen möchte, kann mit dem Haus der Natur eine Schlangen-Exkursion zum Seewaldsee (Tennengau) machen. Die nächste findet am 4. Mai statt.

(Quelle: SALZBURG24)

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