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Ski-Boom in China

Heimische Ski-Hersteller wollen profitieren

Ski, China, SB APA/AFP/WANG ZHAO
China will seine Bevölkerung für's Skifahren begeistern, Österreich dabei vorne mit dabei sein.

Die heimische Skiindustrie hat sich im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking diese Woche mit einem Bittbrief an die österreichische Bundesregierung gewandt. Die Skihersteller Atomic, Fischer, Head und Blizzard und etliche mit der Branche verbundene Unternehmen wollen vom Bund ein Sonderbudget für eine neue Initiative, um vom aktuellen Wintersport-Boom in China zu profitieren.

Zwar ist der wichtigste Markt für die Skiproduzenten immer noch Europa, doch die Absätze stagnieren weltweit oder sind stark von der Schneelage abhängig. Mit einer Ausnahme: China. "Skifahren liegt in China voll im Trend", sagte Atomic-Chef Wolfgang Mayrhofer als Sprecher der Österreichischen Skiindustrie am Donnerstag im APA-Gespräch. "Im Land entstehen derzeit 15 bis 20 neue Skigebiete im Jahr. Die chinesische Regierung hat es sich zudem zum Ziel gemacht hat, 300 Millionen Bürger zum Wintersport zu bringen, dabei wird auch das Skifahren promotet." Laut Mayrhofer könnte China langfristig einmal zum größten Markt für die heimischen Hersteller werden.

Mayrhofer: "Konkurrenz ist groß"

Doch vom aktuellen Boom wollen auch Unternehmen anderer Länder profitieren. "Die Konkurrenz ist groß. Wir haben ein gutes Image, aber wir müssen es auch rüberbringen. Denn derzeit probieren es in China alle", sagte Mayrhofer. Um wettbewerbsfähiger zu sein, haben führende Wintersport-Unternehmen in Österreich nun ihre Kräfte in einer neuen Initiative gebündelt: Arbeitstitel "Go China".

"Österreich Haus" bei Peking geplant

In einem ersten Schritt wollen die Skihersteller in China 1.000 Skilehrer mit österreichischen Produkten ausrüsten und ausbilden. "Die Skilehrer haben für angehende Skifahrer eine extrem wichtige Vermittlerrolle." Außerdem soll so früh wie möglich ein "Österreich Haus" in einem der Austragungsorte nahe Peking errichtet werden, das vor, während und nach den Winterspielen nicht nur den Sportverbänden und den Ausrüsterfirmen der Athleten, sondern der gesamten Branche zur Verfügung stehen soll.

Ski-Hersteller hoffen auf "Rückenwind" der Politik

"Alle diese Schritte gehören aber koordiniert und finanziert", betonte Mayrhofer. "Dafür bräuchten wir allerdings 'Rückenwind' unserer Bundesregierung und der für den Export, die Wirtschaft und für die Österreich Werbung zuständigen Ministerien und Interessenvertretungen", heißt es in dem Schreiben. Neben Geldmittel könnten dabei auch die Regierungskontakte bei den chinesischen Entscheidern hilfreich sein.

Unterzeichnet haben den Appell neben den vier Skiherstellern auch das Seilbahnunternehmen Doppelmayr, der Salzburger Spezialist für Ticket- und Zutrittssysteme Skidata, die Österreich-Tochter des Südtiroler Beschneiungsanlagenherstellers TechnoAlpin und die Firmen Wintersteiger, Pistenbully und Sunkid.

Die E-Mail an die Bundesregierung bringt auch ein Beispiel, wozu es führen kann, wenn man in China als "erfolgreichste Skination" nicht als solche wahrgenommen werde. "Es kann doch nicht in unserem Interesse sein, dass Chinesen nach dem amerikanischen Skilehrplan ausgebildet werden. Amerika is not great in skiing!", heißt es in dem Schreiben.

(APA)

(Quelle: APA)

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