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Bald wieder Rekord-Meldungen?

Mozartstadt schraubt an Zahl der Tages-Tourist:innen

Preuner: "Keiner wünscht sich Verhältnisse wie in Hallstatt"

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Der Tourismus in der Stadt Salzburg rollt wieder an. (ARCHIVBILD)

Salzburgs Stadt-Tourismus atmet nach fast drei Jahren im Krisenmodus wieder auf. Der Neustart soll nun dafür genutzt werden, mit einer Qualitätssteigerung die Bettenauslastung der heimischen Betriebe zu erhöhen. Beim Streit-Thema Reisebusse "bleibt Salzburg auf der Bremse", betont Bürgermeister Harald Preuner.

Salzburg

Der Tourismus in der Stadt Salzburg kann nach corona-geplagten Jahren aufatmen: Zwar liege man mit 2,6 Mio. Nächtigungen im Jahr 2022 noch rund 20 Prozent unter den Zahlen vom Allzeit-Hoch von 2019 (3,3 Millionen), aber die Entwicklung gehe in die richtige Richtung. "Gott sei Dank gibt es etwas Erfreuliches zu berichten", frohlockt Salzburgs Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) am Dienstag bei einem Pressegespräch im Kongresshaus. Schließlich wurden im Dezember 2022 nur um 4,8 Prozent weniger Nächtigungen als im Rekordjahr 2019 verzeichnet. Die Richtung stimmt also, wie auch der Blick in die Jahresbilanz bestätigt. Dennoch gebe es Handlungsbedarf.

Mit Qualität die Bettenauslastung erhöhen

"Wir wollen den Qualitätstourismus weiter ausbauen, um so eine höhere Auslastung zu erreichen", nennt Preuner das Ziel. So soll sich diese – sie lag 2019 bei rund 60 Prozent und sank 2022 auf 48 Prozent – markant erhöhen. Deshalb könne die Zahl der vorhandenen Betten in Salzburg nicht stark wachsen, bei 15.000 Betten sieht Preuner "einen Plafond erreicht". Dafür sorge auch die landesweite Regelung, dass Hotelprojekte mit mehr als 60 Zimmern seit 2021 eine Sonderwidmung und einen Gemeinderatsbeschluss benötigten. Seither habe es keine Anträge mehr gegeben. Drei bis vier Projekte nach der alten Regelung seien allerdings noch in Umsetzung, berichtet der Stadtchef. Diese Regelung mit der Betten-Obergrenze sei auch "nicht so attraktiv für Investoren". Aktuell gibt es 14.333 Betten in der Stadt Salzburg, die Auslastung liegt bei 48 Prozent. Das Ziel sind Rekord-Zahlen wie 2019 – nur, dass nun verstärkt auf Übernachtungen statt Tages-Tourist:innen gesetzt wird.

Die durchschnittliche Übernachtungsdauer beträgt derzeit weniger als zwei Tage. Dabei gibt jeder Gast täglich etwa 229 Euro aus. "Wir wollen den Gast, der länger bei uns bleibt", sagt wie Preuner auch Christine Schönhuber, Geschäftsführerin der Tourismus Salzburg.

Ströme der Urlaubenden besser lenken

Die Tourismus-Chefin der Stadt Salzburg forciert zudem eine bessere Lenkung der Besuchenden, um Staus vor Sehenswürdigkeiten zu vermeiden. Dafür gebe es digitale Konzepte, die man sich ansehe. Außerdem soll in den kommenden Monaten das Tourismusleitbild überarbeitet werden. "Die Aufgaben einer Destination haben sich verändert und der Lebensraum Tourismus muss für alle Beteiligten in Balance gehalten werden", betont Schönhuber.

Anzahl der Reisebus-Terminale bleibt unverändert

Beim Streitthema Reisebusse – zuletzt gingen entsprechende Bilder von den Adventwochenenden durch die Medien – hat Preuner indes eine klare Meinung: "Wir bleiben auf der Bremse." Aktuell sei die Hälfte der sechs Reisebus-Terminals in der Paris-Lodron-Straße offen – dabei soll es nach den Worten Preuners auch bleiben. Angedacht werde etwa, dass künftig nur noch umliegende Hotels das Terminal nutzen dürfen.

TSG PK: Stadt-Tourismus TSG Tourismus Salzburg GmbH
Bürgermeister Harald Preuner mit Stadt-Tourismuschefin Christine Schönhuber beim Medientermin.

2018 betrug die Gesamtanzahl der Reisebusse in der Landeshauptstadt noch rund 50.000. Dann wurden reduzierende Maßnahmen gesetzt. 2019 waren es schließlich rund 38.000 Reisebusse im Gesamtjahr. 2022 lag die Stadt Salzburg mit rund 12.500 Bussen auf 31 Prozent des Niveaus von 2019. Stadtchef Preuner kann sich künftig eine Bevorzugung von Bussen bei der Vergabe der Slots an den beiden Bus-Terminals vorstellen, deren Passagiere auch in der Mozartstadt übernachten. "Keiner wünscht sich Verhältnisse wie in Hallstatt", sagt Preuner zu der enormen Anzahl an Tages-Tourist:innen in der Salzkammergut-Gemeinde. Es sei eine Gratwanderung zwischen den Bedürfnissen des Tourismus', Handels und der Bevölkerung. "Wenn der S-Link tatsächlich kommen sollte, gibt es zudem die Möglichkeit eines Shuttles für Touristen vom Messezentrum in die Innenstadt", blickt Preuner in die Glaskugel.

Woher die Salzburg-Gäste kommen

Die Tourismusstatistik verzeichnete 2022 in der Stadt Salzburg rund 1,44 Mio. Ankünfte (+100,58 Prozent gegenüber 2021, -24,65 Prozent gegenüber 2019) sowie 2,63 Mio. Übernachtungen (+98,47 Prozent im Vergleich zu 2021, -20,51 Prozent zu 2019). "Wir haben sehr von den Nahmärkten profitiert", sagt Schönhuber zur Entwicklung. Österreicher:innen und Deutsche machten die Hälfte aller Gäste aus. Auf Platz drei ist die USA mit über 200.000 Nächtigungen.

Tourismus Stadt Salzburg: Herkunftsmärkte Tourismus Salzburg Gmbh
Heimische und deutsche Gäste machen die Hälfte aller Übernachtungen in der Stadt Salzburg aus.

Noch nicht vollends zurück sind die Gäste aus Asien, vor allem die im Stadtbild bestens bekannten Reisegruppen fehlen. Erst im dritten Quartal 2023 sei hier mit einer Steigerung zu rechnen. Die Tourismus-Fachleute prognostizieren für 2024 ein Vor-Corona-Niveau bei asiatischen Urlaubenden.

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Ein Blick in die Salzburger Getreidegasse am 27. Juli 2022

Neuer Rekord für Salzburgs Sommer-Tourismus

Salzburgs Tourismuswirtschaft verzeichnet einen neuen Rekord bei den Nächtigungszahlen im Sommer. 12,5 Millionen Nächtigungen wurden von 1. Mai bis 31. September gezählt.

Positive Nachrichten konnte ebenfalls der heimische Kongressstandort vermelden, schließlich war die Auslastung im Jahr 2022 nahezu auf Vor-Corona-Niveau. Und für heuer stehen wieder mehr internationale Messen an, was wiederum zu einer längeren Aufenthaltsdauer der Gäste führt.

(Quelle: SALZBURG24/APA)

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