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Schlag gegen Kinderporno: 20 verdächtige Salzburger

In einem weltweiten Schlag gegen die Kinderpornoszene haben Polizeibehörden auch 20 Verdächtige in Salzburg ausgeforscht.

An der Operation "Carole" waren - ausgehend von Luxemburg - 141 Länder auf allen Kontinenten beteiligt. In Österreich wurden 272 Personen ausgeforscht, gab Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (V) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz bekannt. Dabei handelt es sich bei nahezu allen Verdächtigen um Konsumenten, allerdings wurden im Zuge der Operation auch zwei Fälle von massivem Kindesmissbrauch geklärt.

Ausgangspunkt Luxemburg

Laut Chefinspektor Harald Gremel vom Bundeskriminalamt (BK), das unter seiner Leitung die Ermittlungen in Österreich koordinierte, war der Ausgangspunkt der rund ein Jahr laufenden Untersuchung der Betreiber eines Root-Servers in Luxemburg. Dieser stellte fest, dass über zwei seiner Homepages weltweit große Mengen von kinderpornografischem Material verbreitet wurden, und verständigte die Behörden in seinem Land. Die beiden Kinderporno-Ermittler Luxemburgs, die für diese Operation namensgebende "Carole" sowie "Charly" - nach ihm war eine erst im vergangenen Dezember bekanntgewordene Operation benannt geworden -, machten sich an die Arbeit. Sie beschlagnahmten die Logfiles der betreffenden Seiten und leiteten sie an die Polizeibehörden aller involvierten Staaten weiter.

20 Verdächtige: Kinderporno in Salzburg

In Österreich übernahm das Bundeskriminalamt die Logfiles und forschte 272 Verdächtige in allen Bundesländern aus. Die Hausdurchsuchungen übernahmen die Landeskriminalämter und stellten Material, teilweise im Terabyte-Bereich, sicher. Die mit Abstand meisten Verdächtigen lebten in Wien mit 68, gefolgt von der Steiermark mit 44, Niederösterreich mit 40, Oberösterreich mit 35, Kärnten mit 25, Salzburg mit 20, Vorarlberg und Tirol mit jeweils 14 sowie dem Burgenland mit zwölf. Gremel zufolge kamen die Ausgeforschten aus nahezu allen Berufssparten, auch Lehrer und Kindergärtner waren darunter. Alle 272 Verdächtige sind männlich. Geistliche von Religionsgemeinschaften waren nicht betroffen.

Weiterer Fall in Salzburg

Im Zuge der Operation "Carole" klärte die österreichische Polizei bisher zwei Fälle von Kindesmissbrauch auf. In einem Fall hat ein 61-jähriger Salzburger die Tochter seiner Lebensgefährtin sowohl zu Hause als auch an gemeinsamen Urlaubsdestinationen wiederholt schwerst missbraucht. In einem zweiten Fall hat ein Wiener seine drei Taufkinder missbraucht. Er hat bereits gestanden, Gremel zufolge laufen die Untersuchungen noch.
(Quelle: S24)

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