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Tipps & Tricks

Wie man Schnecken im Garten wieder los wird

Die besten Tipps im Kampf gegen die Übeltäter

Nacktschnecke, Schnecke, SB Bilderbox
Sobald die Salatpflänzchen ihre ersten zarten Triebe zeigen, beginnt aber auch der Kampf gegen die Schnecken.

Sie gehören wohl zu den unbeliebtesten Besuchern in unserem Gemüsebeet, kaum ein Hobby-Gärtner hat nette Worte für sie übrig: Schnecken. Wie man die ungebetenen Gäste am schnellsten wieder los wird, hat uns der Salzburger Schnecken-Experte Robert Patzner verraten.

Zwar gibt es weltweit an die 100.000 unterschiedlichen Schnecken-Arten, im heimischen Garten trifft man aber vorrangig auf die Spanische Wegschnecke, wie Patzner erklärt. "Die Nacktschneckenart wurde vor 30 bis 50 Jahren bei uns eingeschleppt. Seither hat sie sich stark vermehrt und verbreitet. Die anderen Schneckenarten spielen für die Hobby-Gärtner eigentlich kaum eine Rolle", so der pensionierte Professor für Zoologie und Marinbiologie.

Nacktschnecken werden bis zu 15 Zentimeter lang

Es gibt auch eine heimische Schneckenart, die der Spanischen Wegschnecke sehr ähnlich schaut. Die Rote Wegschnecke, sie ist etwas heller gefärbt, droht allerdings verdrängt zu werden. Diese Schnecken sind Zwitter und können sich mit ihren Artgenossen – unabhängig ob Männlein oder Weiblein –  paaren. Mehrmals pro Jahr kann ein Tier so mehrere hundert Eier gleichzeitig legen.

Einen wirklichen Nutzen hat die Nacktschnecke allerdings nicht, weiß Patzner. Kleinere Exemplare werden zwar von Igeln gefressen. "Es gibt jedoch weit mehr Schnecken als Igel", schmunzelt er. Größere Tiere würden zu viel Schleim produzieren. Da greifen nicht einmal die Igel zu. Beide Arten können bis zu 15 Zentimeter lang werden.

Schneckenkorn: Wirksam, aber hochgiftig

Die aktuelle feuchtwarme Wetterlage tut ihr Übriges – die Schnecken übernehmen nahezu unsere Gärten. Schneckenkorn gilt zwar als besonders wirksame Waffe gegenüber den schleimigen Salatdieben, aber es ist besonders gefährlich für Kinder und Haustiere. "Zwar gibt es verschiedene Mittel mit mehr oder weniger gefährlichen Inhaltsstoffen, aber auch wenn man als Alternative zum hochgiftigen Methiocarb zu Schneckenkorn mit Metaldehyd greift, muss man bedenken, dass bereits zwei Gramm dieser Chemikalie für Kinder tödlich sind", warnt Johanna Stadler vom Verein Pfotenhilfe. Eine Vergiftung durch Metaldehyd könne bei Tieren bereits entstehen, wenn sie lediglich ihre Pfoten sauberlecken. Doch nicht nur für Mensch und Tier ist die chemische Methode schädlich - die Giftstoffe sickern in den Erdboden und belasten so die Umwelt. Und auch das als unbedenklich eingestufte Ferramol hat einen großen Nachteil: "Es tötet unselektiv alle Schnecken, egal ob sie im Garten Schäden anrichten oder nicht", gibt Manuela Lanzinger, Gartenexpertin von die umweltberatung, zu bedenken.

Hier haben wir die besten Alternativen zusammengefasst:

Schneckenzaun rund ums Beet

Metallzäune werden etwa zehn Zentimeter tief in den Boden versenkt und sollten rund 15 bis 20 Zentimeter aus der Erde herausragen. Über den Zaun dürfen keine Pflanzenteile hängen, da Schnecken diese als Brücke nutzen könnten. Nachteil: Bei größeren Beeten kann diese Methode ganz schön ins Geld gehen.

Ebenso können elektrische Zäune das Saatgut vor einer Schneckeninvasion schützen, doch laut einem bereits älteren Testbericht des Magazins Konsument sind diese besonders empfindlich gegen Feuchtigkeit.

Altbewährte Hausmittel gegen Schnecken

Omas Ratschlag zufolge können Schnecken durch einen breiten Streifen zerkleinerter Eierschalen, Asche oder Kalk vom Salat ferngehalten werden. Die Abwehrmethode beruht darauf, dass die Tiere ungern über trockene Oberflächen kriechen. Je trockener eine Oberfläche ist, desto mehr Schleim müssten sie zur Fortbewegung produzieren. Nachteil: Das nächste Sommergewitter kommt bestimmt, so wird der Abwehrstreifen feucht - und mit der Feuchtigkeit kommen erst recht viele Schnecken.

Absammeln - und dann?

Wer seinen Salat nicht teilen will, sollte sich mit einem Kübel bewaffnen und den Lieblingsplätzen der Schnecken (feucht und dunkel) täglich einen Besuch abstatten. Die beste Zeit ist untertags, da ruhen die Tiere. Besonders effizient ist das Absammeln in Erdspalten und Ritzen.

Werden die Schnecken eingesammelt, stellt sich die Frage, wohin mit ihnen? Über dieses Thema spricht zwar niemand gerne, dennoch ist es unumgänglich. Die Schnecken sollten aber nicht eingesalzen oder angezündet werden, denn das bringt ähnlich wie das Schneckenkorn langes Leiden mit sich.

Ab ins Tiefkühlfach

"Ich plädiere dafür, in zwei Plastiksäcken eingewickelt mehrere Tagen einzufrieren und dann im Restmüll zu entsorgen. Das ist die schonendste Art. Denn durch die Kälte ziehen sie sich langsam zurück", so Schnecken-Experte Patzner. Man sollte sie aber nicht zu früh aus dem Tiefkühler nehmen: "Sie halten sehr viel aus. Wenn man sie nur einen Tag einfriert, könnten sie wieder aufwachen."

Oft wird auch geraten, die Tiere mit kochend heißen Wasser zu überschütten. "Das Leiden ist hier sicher nur kurz. Es stellt sich aber auch die Frage nach der Entsorgung", sagt Patzner. Durch das Wasser quellen die Tiere auf und geben noch einiges an Schleim ab – also weder im Restmüll, noch im Kanal ratsam zu entsorgen. Im Garten ausgeschüttet könnte es gar zu einer unerwünschten Folge kommen. "So könnten Artgenossen angelockt werden, da Schnecken zum Teil auch Aas fressen", weiß der Experte.

Sie ersparen das Absammeln: Laufenten

Wer einen mit Maschendraht eingezäunten Garten und Liebe zu Tieren hat, könnte sich auch Laufenten halten. Diese sind nicht nur lustig zu beobachten, sondern auch sehr effizient beim Fressen.

Weitere Tipps im Kampf gegen Schnecken

  • Morgens statt abends gießen, denn Schnecken sind in der Nacht, wenn‘s feucht ist, besonders aktiv.
  • Ein Holzbrett zwischen den Gemüsebeeten dient Schnecken als Versteck. Sie können einfach von der Unterseite abgesammelt werden.
  • Nur dünne Mulchschichten aufbringen, um keine zusätzlichen Verstecke zu schaffen.
  • Ein richtig platzierter Komposthaufen kann Schneckenattacken aufs Gemüsebeet verhindern.
  • Die richtige Pflanzenauswahl hilft: So mögen Schnecken beispielsweise weder Iris-Arten noch Löwenmäulchen, Phlox, Ysop, Zwiebel, Zitronenmelisse oder Lavendel. Rotblättrige Salatsorten sind genauso unbeliebt wie Rucola, Rhabarber, Erbsen und Roter Fingerhut.
  • Bei Schnecken beliebte Früchte wie z.B. Erdbeeren wachsen auch im Topf oder Blumenkisterl sehr gut und können so an einen schneckensicheren Platz gestellt werden.
(Quelle: SALZBURG24)

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