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Schnee-Ereignisse 2019

Jahrhundert-Schnee in Salzburg: Eine Chronologie

Nach zwei Wochen Kampf gegen die Schneemassen beruhigt sich die Lage in Salzburg am 16. Jänner allmählich. Die weiße Pracht bringt dem Bundesland aber nicht nur Lawinen, Straßensperren und kaputte Dächer. Die Ausnahmesituation hat auch etwas Gutes: Der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft sind überwältigend. Ein Rückblick auf den Jahrhundert-Schnee in Salzburg.

Die ersten Warnungen trudeln am 3. Jänner ein. Die Lawinengefahr ist bereits auf Stufe vier angehoben. Die Prognose: Durchgehender Schneefall.

4. Jänner: Wetterwarnung für Salzburg

Innerhalb kürzester Zeit kommt auf den Bergen ein halber Meter Neuschnee zusammen. „Wir sind sozusagen in den Hochwinter katapultiert worden“, bringt es der Leiter der Lawinenwarnkommission, Bernhard Niedermoser, auf den Punkt.

5. Jänner: Erste Straßen gesperrt

Am 5. Jänner werden die ersten Straßen geschlossen. Damit sind Obertauern (Pongau/Lungau), Saalbach-Hinterglemm und Viehhofen (beide Pinzgau) von der Außenwelt abgeschlossen. In St. Koloman (Tennengau) dürfen Bewohner ihre Häuser aufgrund der Lawinengefahr nicht mehr verlassen.

Schnee erschwert Sport-Veranstaltungen

Der Schneefall beeinflusst auch sportliche Ereignisse. In Bischofshofen (Pongau) muss die Qualifikation für das Dreikönigsspringen abgesagt werden, in Flachau kämpfen die Veranstalter des Nachtslaloms gegen die Schneemassen an.

6. Jänner: Schneefrei in St. Koloman

Am Dreikönigstag geht das Schneechaos so richtig los. In der Nacht kommt es erstmals zu großflächigen Stromausfällen.Im Pongau und Flachgau müssen zahlreiche Straßen gesperrt werden. Gute Nachrichten gibt esauch: Die L111 wird kurz geöffnet, aus Obertauern kann man kurzzeitig ebenso abreisen.

Reisende in Zug eingeschlossen

Nicht nur auf den Straßen, auch auf der Schiene sorgt der Schnee für Probleme. In Leogang (Pinzgau) sind 300 Personen in einem Zug eingeschlossen, die Zugstrecke von da an gesperrt. In den folgenden Tagen werden weitere Sperren eingerichtet.

Verletzte, Tote und Verschüttete

Die Schneemassen fordern in Salzburg drei Tote und 44 Verletzte. Eine Auswahl der Vorfälle:

  • In Werfen-Weng (Pongau) verletzt sich ein Skifahrer im freien Gelände schwer
  • In Zell am See (Pinzgau) wird ein Snowboarder nach einer Nacht im Schnee gerettet
  • In Bad Vigaun (Tennengau) wird eine Familie aufgrund der Lawinengefahr mit dem Heli evakuiert
  • In St. Koloman werden elf Menschen von einer Alm gerettet
  • In Abtenau (Tennengau) werden zwei Jäger tot aus einer Lawine geborgen
  • In Zauchensee (Pongau) stirbt ein Skifahrer im freien Gelände
  • Neun Jugendliche werden in Neukirchen (Pinzgau) unverletzt aus einer Lawine geborgen
  • Eine Dachlawine tötet einen Arbeiter in Faistenau (Flachgau)
  • Ein Snowboarder tritt in Obertauern zwei Lawinen los, ein Hotel wird teilweise verschüttet

7. Jänner: Stromausfall trifft 1.500 Salzburger

Der 7. Jänner bringt vor allem eines: Noch mehr Schnee, geschlossene Schulen und gesperrte Straßen. Der Schnee fordertden ersten Toten in Zauchensee. Wenig später die schlechte Nachricht aus Abtenau: Zwei Jäger können nur mehr tot aus einer Lawine geborgen werden.

EILT: Auch die zweite in Abtenau vermisste Person wurde tot gefunden.

Gepostet von SALZBURG24 am Montag, 7. Januar 2019

8. Jänner: "Indiz für Klimawandel"

Währenddessen spitzt sich die Lage weiter zu. Am 8. Jänner beginnt das Bundesheer mit dem Assistenzeinsatz. Eine Entspannung ist nicht in Sicht. Bernhard Niedermoser hat eine Erklärung für die Wetterlage: „Sie ist ein Indiz für den Klimawandel. Wetterlagen halten sich länger.“

9. Jänner: Lawinenwarnstufe fünf

Schon einen Tag später, am 9. Jänner, sind Weißbach bei Lofer (Pinzgau), Obertauern und Rußbach (Tennengau) erneut von der Außenwelt abgeschnitten. Die Lawinengefahr wird erstmals seit 2009 auf Stufe fünf – die höchste Stufe – erhöht.

10. Jänner: Ungewöhnliche Schneemenge

Am 10. Jänner bleibt die Lage angespannt. 900 Haushalte waren ohne Strom. Die gefallenen Schneemengen bedeuten noch keine Rekorde, kommen laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) aber nur alle 30 bis 100 Jahre vor (wir haben im LIVETICKER berichtet).

11. Jänner: Black-Hawks im Einsatz

Der 11. Jänner bringt ein Schönwetterfenster und kurze Entspannung. 900 Personen waren nicht mit Fahrzeugen erreichbar, zwölf Hubschrauber bei „Down-Wash“-Einsätzen und Lawinensprengungen unterwegs.

Downwash mit dem "Black Hawk"

Heute trat erstmals eine Wetterbesserung ein und die Hubschrauber des Bundesheeres starteten auch im Bundesland Salzburg. Neben Erkundungsflügen mit den Lawineneinsatzkommissionen wurde mit dem "Downwash" der Hubschrauber Bäume entlang der Bundes- und Landesstraßen von der Schneelast befreit. #Bundesheer #MilKdoS #Assistenzeinsatz #Schneefall19 #Hubschrauber #BlackHawk (Video: Rene Auer)

​​ Gepostet von Bundesheer am Freitag, 11. Januar 2019
 

12. Jänner: Tausende Urlauber unterwegs

Am folgenden Tag bleibt es ebenfalls ruhig, der Urlauberschichtwechsel geht zwar mit starkem Verkehr, aber ohne Probleme über die Bühne. Die ZAMG gibt eine Schnee- und Regenwarnung für Salzburg aus.

13. Jänner: Sturm, Schnee und Regen

Kritisch ist der Sonntag. Sturm, Schnee und Regen erreichen in der Nacht auf Montag ihren Höhepunkt. 17.000 Menschen sind von der Außenwelt abgeschnitten. Für Salzburg wird Warnstufe Rot ausgegeben.

14. Jänner: Gemeinden nicht erreichbar

Die Auswirkungen sind am Montag spürbar. Die Zahl der Eingeschlossenen erhöht sich zeitweise auf 45.000, geht im Laufe des Tages auf 16.000 zurück. 14 Gemeinden sind nicht erreichbar, 32 Schulen geschlossen, es gehen viele spontane Lawinen ab. Ein Endeistabzusehen: Der Schneefall lässt nach.

15. Jänner: Wetter beruhigt sich langsam

Am Dienstag begrüßt die Sonne in weiten Teilen des Bundeslandes die Salzburger. Die Situation entspannt sich deutlich, doch weiterhin sind 21.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten.

Freie Sicht voraus Hotel Gamsleiten

Gepostet von Christoph Schmid am Freitag, 11. Januar 2019

16. Jänner: Alle Gemeinden erreichbar

Am Mittwoch ist die Wetterberuhigung spürbar, am Vormittag werden fast alle Straßensperren aufgehoben. Die Einsatzkräfte ziehen eine ersteBilanz. Ab 17. Jänner sind alle Schulen wieder in Betrieb. Die großen Schneetage seien zwar vorbei, die Schäden werden das Bundesland aber noch bis in den Sommer hinein beschäftigen.

Das Schnee-Ereignis in Zahlen:

  • 3 Tote
  • 44 Verletzte (leicht bis schwer)
  • Soldaten leisteten 21.000 Stunden seit dem ersten Einsatz am 8.1.2019
  • 6.432 Feuerwehrleute bewältigten 1.090 Einsätze
  • Das Rote Kreuz betreute 364 Personen
  • Bergrettung: 46 Einsätze mit 431 Bergrettern und insgesamt 54 Ortsstellen
  • Etwa 5.000 Tonnen Salz verstreut
  • Bis zu 300 Zentimeter Schnee
Grafik Schnee Land Salzburg/APA
(Quelle: SALZBURG24)

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Highlights und Kuriositäten im Schnee-Chaos

Die Schneemassen bedeuteten nicht nur einiges an Arbeit für Einsatzkräfte und Bevölkerung, sondern hatten auch ihre guten, unterhaltsamen Seiten.

Die positive Nachricht: Schneeschaufeln verbrennt bis zu 450 Kalorien pro Stunde, ein Spaziergang im Schnee bis zu 300 Kalorien.

Glück im Unglück hatte auch eine Gams in der Steiermark. Nachdem ein Räum-Zug der ÖBB sie im Schnee verschüttet hatte, sprangen ihr die Mitarbeiter zur Seite und gruben sie aus.

Bellowitsch und Hasselhoff eingeschneit

In vielen Orten waren Einheimische und Touristen eingeschneit, so auch Moderatorin Kati Bellowitsch samt Familie in Obertauern. Aus ihrem Skiurlaub wurde aufgrund der Schneemassen ein "Hotelurlaub". David Hasselhoff musste hingegen in Saalbach-Hinterglemm ausharren und belustigt seine Fans mit einem Video auf Facebook, in dem er im Bademantel durch den Schnee stapft und sich beschwert: "Little Hoff is freezing."

Walleggalm

It’s going to be sunny tomorrow and the rest of the week. My concert is on Thursday at 2pm guarantee it will be awesome! Walleggalm... Die Megaalm in Saalbach Hinterglemm

Gepostet von David Hasselhoff am Montag, 14. Januar 2019

Aufgerufen am 22.11.2019 um 09:41 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/schnee-ereignisse-2019-jahrhundert-schnee-in-salzburg-eine-chronologie-64200601

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