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Schneechaos

Warnstufe Rot für Salzburg

Die heikle Wettersituation macht dem Bundesland weiterhin zu schaffen. Nun hat die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) für Teile Salzburgs die Warnstufe Rot ausgegeben – und das bereits zum dritten Mal binnen zehn Tagen. Was das heißt, erklärt der Leiter der ZAMG, Bernhard Niedermoser.

Auf Salzburg kommt ab Sonntagabend ein unangenehmer Mix aus viel Schnee, starkem Regen und Sturm zu. Für Bereiche im Mitterpinzgau, Tennengau, den nördlichen Pongau sowie in der Osterhorngruppe im Flachgau gilt die Warnstufe Rot des nationalen Wetterdienstes (ZAMG).

Schäden an der Infrastruktur wahrscheinlich

„Das bedeutet, dass Beeinträchtigungen der Infrastruktur also Verkehr, Energieversorgung und Telekommunikation wahrscheinlich sind. Straßen und Schienenwege können unpassierbar sein, Bäume durch Schneelast und Sturm brechen. Die Lawinengefahr im Bergland steigt an“, erklärt Bernhard Niedermoser und er fügt hinzu: „Die Methode sowie Art und Weise der Wetterwarnung ist international abgestimmt, in ganz Europa verwendet man das dreistufige System von gelb-orange-roter auswirkungsorientierter Warnung. Die ZAMG ist in diesen Situationen jeden Tag per Telefonkonferenz mit dem Katastrophenschutz, Hydrographischem Dienst, Forstexperten und vielen mehr in Verbindung.“

Warnstufe Rot, Orange und Gelb in Salzburg

Rot ist wie beschrieben die höchste Warnstufe. Orange gilt zur Zeit entlang der Tauern und im Flachgau oberhalb von 700 Metern Seehöhe. Warnstufe Gelb gilt zum Beispiel für die Stadt Salzburg. Heißt: Probleme sind dort zu erwarten, wo das Regen- und Schmelzwasser durch verlegte Abflüsse zu kleineren Überflutungen führen kann.

Schneechaos: Das erwartet Salzburg

Die dritte „Schlechtwetter-Welle“ wird Salzburg Schnee, Regen und Sturm bis zu 130 km/h auf den Bergen und 80 km/h in den Niederungen bringen. Der Landes-Einsatzstab rechnet daher mit noch mehr Last auf den Dächern und Bäumen, Unterbrechungen von Stromleitungen und Straßen, großen Gleitschneelawinen, kleinräumigen Überflutungen, vereisten Straßen, umgestürzten Bäumen sowie Sturmschäden.

Empfehlungen des Einsatzstabes

- In Häusern, die nahe am Waldrand stehen, möglichst im Erdgeschoß schlafen. Umstürzende Bäume können durch Dächer brechen, der Schnee auf den Dächern Personen verschütten.

- Kamine vom Schnee befreien, damit der Rauch abziehen kann, sonst droht eine Kohlenmonoxid-Vergiftung.

- In schneereichen Regionen den Aufenthalt im Freien vermeiden, die Gefahr von Gleitschneelawinen steigt.

So geht es mit dem Wetter weiter

Der Winter hat Österreich weiterhin fest im Griff, die Schnee- und Lawinensituation bleibt bis Dienstag angespannt. Vor allem in den Staulagen der Nordalpen kommen bis dahin nämlich weitere 50 bis 100 cm Neuschnee zusammen, rund um den Arlberg ist auch mehr als 1 Meter Neuschnee wahrscheinlich. Laut den Experten von UBIMET übernimmt ab Dienstagnachmittag ein Hochdruckgebiet die Regie beim Wetter, ruhige Tage stehen anschließend auf dem Programm.

„Mit intensivem Schneefall im Nordstau geht es dann auch zu Beginn der neuen Woche weiter.“ Dazu frischt in der Nacht auf Montag sowie tagsüber stürmischer West- bis Nordwestwind auf, in den Hochlagen der Alpen weht der Wind sogar in Orkanstärke.

Schneemassen am Arlberg

In den etwas höher gelegenen Tälern der Nordalpen von Vorarlberg bis Salzburg kommen oberhalb von rund 1000 m bis Dienstag noch einmal 50 bis 100 cm Neuschnee zusammen. Noch mehr Schnee fällt in den Staulagen vom Kleinwalsertal bis zur Silvretta, hier sind lokal mehr als 100 cm möglich. „Schröcken beispielsweise misst derzeit schon 187 cm, am Dienstag nähern wir uns hier der 3-Meter-Marke“, so Spatzierer. „Der österreichische Schneerekord, aufgestellt in Schröcken, ist übrigens nicht in Gefahr. Er liegt bei 383 cm aus dem Jahre 1944.“ Etwas weniger Neuschnee gibt es in den folgenden beiden Tagen in den Staulagen von Salzburg ostwärts, 30 bis 50 cm werden es aber auch hier.

Lawinensituation prekär

Schon heute herrscht in den gesamten Nordalpen von Vorarlberg bis zum Schneeberg die zweithöchste Lawinenwarnstufe 4. „Die Kombination aus den großen Neuschneemengen und stürmischem West- bis Nordwestwind könnte in diesen Regionen dafür sorgen, dass zu Beginn der neuen Woche lokal sogar wieder die höchste Warnstufe 5 ausgerufen wird“, so der Wetterexperte. Dann drohen noch mehr Straßensperren, auch weitere Ortschaften könnten aus Sicherheitsgründen evakuiert werden.

(Quelle: SALZBURG24)

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