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Schneemangel: Skigebiete bangen um Gäste

Das ungewöhnlich warme Wetter macht vermutlich den meisten Freude. Wenig zu Lachen haben jedoch die Betreiber der Salzburger Skigebiete.

Die Prognose der Meteorologen ist keine Frohbotschaft für die Liftgesellschaften: Die Schönwetterperiode mit milden Temperaturen auf den Bergen wird noch die nächsten zehn Tage anhalten, prognostizierte am Montag die Salzburger Meteorologin Claudia Riedl. In den Wintersportorten macht sich leichte Nervosität breit. Ob schon Ende November in einigen Skigebieten wie geplant die Saison starten kann, traut sich aus heutiger Sicht keiner zu sagen. Eine technische Beschneiung ist derzeit kaum möglich, auf 1.000 bis 2.000 Metern Seehöhe herrschen laut Riedl auch in der Nacht noch Plusgrade.

Betreiber der Skigebiete sind nervös

Für die Meteorologin an der ZAMG in Salzburg ist es außergewöhnlich, dass es so lange trocken bleibt. "Seit 26. Oktober hat es nicht mehr geregnet, das gilt für fast ganz Österreich. Der November wird zu trocken ausfallen." In der Nacht sinkt das Thermometer in den Tälern zwar auf bis zu minus neun Grad. Anders auf den Bergen: Auf 2.000 Metern könne es auch in der Nacht bis zu plus fünf Grad haben. Auf 3.000 Meter werden immer noch Temperaturen um die null Grad gemessen. Für die Liftbetreiber ist dennoch nichts aus der Zeit. "Fakt ist: Mitte November hätten wir gerne eine andere Großwetterlage. Eine gewisse Nervosität ist da. Aber übergebührlich nervös sind wir nicht", versprüht Salzburgs Seilbahnenchef Ferdinand Eder dennoch Optimismus. Er hofft, dass das Wetter Ende November umschlägt und den ersehnten Temperatursturz mit sich bringt. Mit den technischen Möglichkeiten könnten binnen einiger Tage die Pisten beschneit werden. Skiopenings Anfang Dezember hält der Seilbahnenchef für realistisch. "Was uns sehr positiv stimmt. Der Vorverkauf der Saisonkarten liegt heuer über unseren Erwartungen. Mit der Salzburg Ski Card ist Skifahren ja schon seit 5. November möglich."

Alternative Gletscher

Wer schon Lust auf die ersten Schwünge hat, braucht auch nicht mehr zu warten. Auf dem Gletscher am Kitzsteinhorn in Kaprun (Pinzgau) herrschen laut Eder im oberen Bereich bis zum Alpincenter "sehr gute Bedingungen", dort wurde am vergangenen Wochenende auch beschneit. "Publikumsskilauf" ist derzeit auch in Ski amade möglich, und zwar am Dachsteingletscher und auf der "Märchenwiese" der Planai. "Wir sind grundsätzlich überhaupt nicht nervös. Das Wetter dreht oft schnell um. Wenn es ordentlich kalt ist, können wir innerhalb von vier bis fünf Tagen 40 bis 50 Prozent der Pisten fertig machen", sagte Christoph Eisinger, Managing-Director von Ski amade. Die Vorbereitungen der Bergbahnen in "Snow Space Flachau" (Pongau) für die Wintersaison laufen ebenfalls schon auf Hochtouren. Dort wird bereits im unteren Bereich, wo es kühler ist, technisch beschneit. Der Sprecher der Liftgemeinschaft Obertauern (Pongau und Lungau), Klaus Steinlechner, sieht das hartnäckige, stabile Hochdruckwetter gelassen. "Man muss das Wetter so nehmen, wie es ist. Natürlich wäre es für die Gäste beruhigend, wenn es schon weiß wäre. Unser Eröffnungskonzert zum Saisonstart am 26. November wackelt nicht, es findet wetterunabhängig statt." Ob dann auch die Pisten befahrbar sind, ist noch ungewiss. "Wir haben in der Nacht null bis minus ein Grad. Wir brauchen aber minus drei Grad, um beschneien zu können."  (APA)
(Quelle: S24)

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