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Umfrage unter Schülern

Vielen fehlt "Vorbereitung auf Leben"

20150330_PD7494.HR.jpg APA/Hans Klaus Techt/Archiv
Durchschnittlich 66 Mal pro Schuljahr werden die Leistungen der Salzburger Schülerinnen und Schüler überprüft (Symbolbild). 

"Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir"? Wohl kaum, wie eine aktuelle Umfrage des Nachhilfeinstituts LernQuadrat unter Salzburger Schülerinnen und Schülern im Alter von 10 bis 18 Jahren aufzeigt.

So meinen die Befragten, im Durchschnitt weniger als die Hälfte des Lernstoffes später als Erwachsene brauchen zu können. Als wirklich wichtig wird nur Englisch eingestuft. Dafür fehlt vielen Schülern die Vorbereitung auf das „richtige Leben“, vom Umgang mit Geld bis zu Haushalt und Kochen.

Schüler lernen kurzfristig und oberflächlich

Gelernt wird meist kurzfristig und oberflächlich, wenn die Zeit reicht und hauptsächlich um eine gute Note zu bekommen und nicht durchzufallen. Besonders erschreckend: Zwei Drittel der Befragten vergessen den Lernstoff häufig sofort nach der Prüfung. „Dieses ‚Bulimie-Lernen‘ sollte zu denken geben“, betont Konrad Zimmermann, LernQuadrat-Gründer und Geschäftsführer, in einer Aussendung am Dienstag. Dementsprechend kommen die Lehrer, Lerninhalte und Unterrichtsformen in der Benotung durch die Schüler nur auf ein zwei bis drei, die Koordination der Prüfungstermine und das Schulsystem insgesamt werden sogar nur mit „Befriedigend“ bewertet.

Lernen, wiedergeben, vergessen

Durchschnittlich 66 Mal pro Schuljahr und damit etwa an jedem dritten Schultag werden die Leistungen der Salzburger Schülerinnen und Schüler nach deren eigenen Angaben überprüft. Die 15- bis 18-Jährigen kommen dabei häufiger dran als die zehn- bis 14-Jährigen. „Bei diesem Prüfungs-Stakkato bleibt kaum Zeit für nachhaltiges Lernen“, fürchtet Zimmermann. Für Schularbeiten und Referate wird in Salzburg laut LernQuadrat-Umfrage durchschnittlich 5 Tage lang gelernt, die guten Schüler beginnen etwas früher als die schlechten. Für Referate beträgt die Vorbereitungszeit rund vier Tage, für Tests drei Tage.

 

Keine negative Benotung vorrangig

Wie lange und wie ausführlich gelernt wird, hängt in erster Linie von der Anzahl der gleichzeitig terminisierten Prüfungen (61,6 Prozent) und der verfügbaren Zeit (60,1 Prozent) ab. Davon, ob der Lerninhalt wichtig und sinnvoll erscheint, lassen sich hingegen nur 18,2 Prozent leiten. Viele sehen das Lernen pragmatisch: 40 Prozent orientieren sich insbesondere daran, wie viel nötig ist, um keine negative Benotung zu bekommen. Leistungsdruck machen sich die Salzburger Schülerinnen und Schüler vor allem selbst (59,6 Prozent), weniger Stress kommt von Seiten der Lehrer (36,3 Prozent) und der Eltern (21,9 Prozent). Bleibt der Schulerfolg aus, fürchtet dennoch jeder Vierte Konsequenzen seitens der Eltern, vom Handyverbot bis zum Hausarrest.

Fächer: Nur Englisch gilt als wirklich relevant

„Von allen Schulfächern wird lediglich Englisch (83,6 Prozent) als wirklich wichtig für die eigene Zukunft eingestuft“, berichtet Zimmermann. Für die Brauchbarkeit von Mathematik und Deutsch stimmt immerhin noch mehr als ein Drittel der Befragten. Gegenstände wie Geografie oder Geschichte finden hingegen nicht einmal bei jedem Fünften Zustimmung. Die Liste der nach Meinung der Salzburger Schüler „verzichtbaren Gegenstände“ führen die naturwissenschaftlichen Fächer Chemie und Physik sowie der Turnunterricht an

Salzburger Schüler benoten die Schulen

Schließlich bat LernQuadrat die Schüler auch noch, selbst Noten für die Schule zu vergeben. Am schlechtesten schnitten dabei die Einteilung der Prüfungstermine (Schulnote 3,1) und das Schulsystem insgesamt (3,2) ab. Auch die Räumlichkeiten der Schule (3,0) kommen in Salzburg schlechter weg als im Rest Österreichs. Etwas zufriedener sind die Schüler dafür mit den Lehrinhalten (2,6), der Unterrichtsform (2,7) sowie mit ihren Lehrkräften (2,8).

(Quelle: SALZBURG24)

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