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Pensionierungswelle

Steht Salzburg ein Lehrermangel bevor?

Zahlen für Salzburg liegen vor

SB, Lehrer, Schule, Tabel, Klassenzimmer APA/DPA/HEIKO WOLFRAUM
Von einem echten Mangel an Lehrerinnen und Lehrern in Salzburg will die Bildungsdirektion nicht sprechen.

1.529 Lehrerinnen und Lehrer gehen in den kommenden sieben Jahren in Salzburg in Pension. Inwieweit diese Stellen durch Lehramtsabsolventen nachbesetzt werden können, ist dagegen noch nicht klar. Wie ist die Situation in Salzburg?

Der vor allem durch Pensionierungen entstehende Bedarf an Lehrern soll dieses Jahr seinen Höhepunkt erreichen. Österreichweit müssen rund 3.900 Planstellen (von knapp 110.000) nachbesetzt werden. Das gab Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) bereits im Februar in einer parlamentarischen Anfrage der NEOS bekannt.

Nun liegen auch die Zahlen für Salzburg vor:

  • In den letzten beiden Schuljahren wurden in Salzburg 460 Lehrerinnen und Lehrer pensioniert.
  • In den Volksschulen und Neue Mittelschulen (NMS) werden 2019 in der Verbundregion Mitte (Salzburg und Oberösterreich) insgesamt 799 Lehrkräfte in Pension gehen.
  • In den kommenden sieben Jahren werden in diesem Bereich rund 4.900 Pädagoginnen und Pädagogen in den Ruhestand verabschiedet.
  • In den weiterführenden Schulen stehen heuer in Salzburg 100, bis 2025 insgesamt 730 Pensionierungen an
 

Salzburger Bildungsdirektion beruhigt

Diese Zahlen aus dem Bildungsministerium erscheinen auf den ersten Blick zwar hoch, die Salzburger Bildungsdirektion sieht den Prognosen aber gelassen entgegen. Demnach gab es im Schuljahr 2018/2019 aufgrund der Lehrer-Ausbildung NEU keine Primarstufenabsolventen aus den Pädagogischen Hochschulen des Verbund Mitte (Salzburg und Oberösterreich). „Mit den Interessentinnen und Interessenten auf den bisherigen Wartelisten konnte der Bedarf überwiegend gut abgedeckt werden“, heißt es auf SALZBURG24-Anfrage aus der Bildungsdirektion. Und mit dem neuen Schuljahr 2019/20 kommen wieder frisch ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer an die Schulen.

Lehrermangel in einzelnen Fächern

Ein Bedarf an Lehrerinnen und Lehrern im Sekundärstufenbereich sei derzeit konkret in den Schulfächern Physik und Chemie sowie technisches Werken gegeben. Hingegen gebe es ein Überangebot an qualifiziertem Lehrpersonal in den Fächern Psychologie/Philosophie, Geschichte, Geografie sowie bei den romanischen Sprachen, heißt es. Und weiter: Betrachte man die Bewerbernachfrage regional sei diese vor allem in den Bezirken Stadt-Salzburg, Salzburg-Umgebung und Hallein „sehr gut“.

Im Falle eines Lehrerbedarfs könne man temporär mit einem Ausgleich von Sonderverträgen oder mit Überstunden bzw. auch Abbau von Mehrdienstleistungen reagieren, heißt es von Seiten der Salzburger Bildungsdirektion.

Alle offenen Lehrerstellen findet ihr übrigens unter diesem Link.

Neue Lehrerausbildung: Induktionsphase tritt in Kraft

Mit der neuen Lehrerausbildung tritt ab Herbst 2019 die sogenannte Induktionsphase in Kraft: Alle frisch gebackenen Pädagoginnen und Pädagogen steigen bei geringerer Lehrverpflichtung gleich in den regulären Unterrichtsbetrieb ein und werden dabei von sogenannten Mentoren (entweder die bisherigen Betreuungslehrer oder per Fortbildung dazu geschulte Lehrer) unterstützt. Wie die Induktionsphase genau aussehen soll, sei allerdings unklar, kritisieren Lehrergewerkschafter am Dienstag gegenüber der APA.

In der alten Lehrerausbildung wurden Pflichtschullehrer (v.a. Volks- und Neue Mittelschule) an den Pädagogischen Hochschulen (PH) ausgebildet und in intensiven Praxisphasen von Betreuungslehrern an den Schulen begleitet. In der Ausbildung der AHS- bzw. BMHS-Lehrer an den Unis gab es hingegen erst nach Studienabschluss ein einjähriges Unterrichtspraktikum, das bei reduzierter Unterrichtsverpflichtung in Begleitung eines Betreuungslehrers absolviert wurde.

In der neuen Lehrerausbildung sind jetzt speziell ausgebildete Mentoren für die Berufseinführung verantwortlich. Sie sollen dafür innerhalb eines Jahres berufsbegleitend einen 15 ECTS umfassenden Lehrgang (entspricht Arbeitsbelastung von einem halben Semester Vollzeitstudium) abschließen. Ein Mentor darf maximal drei Neulehrkräfte betreuen, dafür gibt es Bezahlung bzw. werden dafür im neuen Lehrerdienstrecht bis zu zwei Stunden angerechnet.

(Quelle: SALZBURG24)

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