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Übung macht den Meister!

So kommen eure Kinder sicher in die Schule

Tipps für Eltern

Am Montag beginnt in Salzburg wieder die Schule. Damit die Kinder jeden Winkel ihres Schulweges kennen, sollten Eltern ihn mit dem Nachwuchs gemeinsam üben und abgehen. Im Idealfall kann der Schulweg zu Fuß oder mit den Öffis zurückgelegt werden.

Der Schulbeginn steht unmittelbar bevor. Vor allem jüngere Kinder müssen sich nach längeren Auszeiten von der Schule immer wieder aufs Neue im Straßenverkehr zurechtfinden, bis die wichtigsten Automatismen verinnerlicht sind. Doch auch für die Erwachsenen gilt es sich nun wieder daran zu gewöhnen, dass mehr Betrieb auf den Straßen herrscht.

224 Kinder im Alter zwischen sechs und 15 Jahren sind im Jahr 2020 auf Salzburgs Straßen verunglückt, 24 davon (11 Prozent) auf dem Weg von oder zur Schule. Im Durchschnitt der letzten Jahre (2016-2020) waren in Salzburg 39 Prozent der verunglückten Schüler am Schulweg als Fußgänger unterwegs, 29 Prozent verunfallten mit dem Fahrrad, 18 Prozent mit dem Moped.

Weniger Unfälle im Jahr 2020

Im Bereich der Schulwegunfälle konnte laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) im Jahr 2020 erfreulicherweise ein Rückgang von 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden. „Durch das gesunkene Verkehrsaufkommen im letzten Jahr sind erfreulicherweise weniger Unfälle im Schulwegverkehr passiert“, betont Verkehrslandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) in einer Aussendung.

Präventionstipps zum Schulstart

Ab Montag heißt es auch in Salzburg: Endlich wieder Schule! ⚠️???????????????? Die Wahrnehmung des Kindes ist nicht gleich der eines Erwachsenen. Wir geben euch im Video ein paar Tipps zum perfekten Schulstart! #PolizeiSalzburg #Verkehrssicherheit

Gepostet von Polizei Salzburg am Montag, 6. September 2021

Kinder nehmen Verkehr anders wahr

Die Wahrnehmung von Kindern im Straßenverkehr unterscheidet sich stark von jener Erwachsener, hießt es vonseiten der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA). Das kindliche Gehirn könne Sinneseindrücke noch nicht zur Gänze verarbeiten. Darüber hinaus sind Kinder auch nicht in der Lage, mit mehreren Informationen gleichzeitig umzugehen – sie können beispielsweise nicht mit einem Freund sprechen und auf ein herannahendes Fahrzeug achten.

Allein schon aufgrund ihrer Körpergröße können Kinder auch den Verkehr nicht überblicken. Je besser sie daher ihren Schulweg kennen, desto geringer ist das Risiko, dass ein Unfall passiert.

 

Pläne für sichere Schulwege

Gemeinsam sollten Eltern und Kinder die sicherste Route für den zukünftigen Schulweg festlegen und abgehen. Die AUVA stellt dafür Schulwegpläne zur Verfügung, für Salzburg sind es 20. HIER findet ihr die Pläne für alle Salzburger Bezirke. Die Pläne zeigen, auf welcher Straßenseite gegangen werden soll, wo die Fahrbahn am sichersten überquert werden kann und welche Gefahrenstellen möglichst zu meiden sind.

Außerdem sind kleine Umwege beim Schulweg sinnvoll, wenn sich dadurch die Sicherheit erhöht. Etwa, wenn auf anderen Routen mehr Ampeln und Zebrastreifen vorhanden sind.

Übung macht den "Schulweg"-Meister

Je nach Verkehrskomplexität muss das Training des Schulwegs unterschiedlich häufig wiederholt werden. Grundsätzlich gilt: Je mehr Wiederholungen, desto sicherer wird sich das Kind im Straßenverkehr bewegen. Das Üben des Schulweges ist jedenfalls nicht nur mit Erstklässlern notwendig. Ein Rollentausch zwischen Eltern und Kind hilft, den Übungsfortschritt des Kindes zu überprüfen und zeigt, an welchen Punkten Kinder noch unsicher sind und wo Unterstützungsbedarf besteht.

Die Polizei weist außerdem darauf hin, dass Kinder im Straßenverkehr ausreichend sichtbar gemacht werden sollten. Helle Kleidung und Reflektoren würden die Sichtbarkeit von 20 Meter auf 100 erhöhen.

Appell an Autofahrer

Um Missverständnissen zwischen Autofahrern und Kindern vorzubeugen, sollten Lenker vor dem Zebrastreifen unbedingt anhalten. „Im Verkehrsunterricht schärfen wir den Schulanfängern ein, dass sie einen Zebrastreifen erst dann überqueren dürfen, wenn die Räder der Autos stillstehen. Kinder haben diese Regel intus, viele Erwachsene jedoch nicht“, erklärte ÖAMTC-Sprecherin Aloisia Gurtner in einem Interview.

Ein langsames Anrollen und Blickkontakt durch den Fahrer wird von den Kindern in der Regel nicht akzeptiert. Auch Gestikulieren oder die Lichthupe bringen Kinder nicht in Bewegung. „Oft rechnen Autofahrer dann nicht mehr damit, dass die Kinder losgehen, sie bleiben kurz stehen und beschleunigen dann wieder. Gleichzeitig gehen die Kleinen los und es kann zu gefährlichen Situationen kommen“, ergänzte Gurtner.

Tipps für Eltern

  • Trainierter Alleingang: Ist der beste Schulweg ausgewählt, gehen Sie mit Ihrem Kind mehrmals die Strecke ab und erklären ihm, warum es wo gefährlich ist und worauf es als Fußgänger achten muss. Lassen Sie sich dann nach einigen Trainingstagen von Ihrem Kind führen, das sein Verhalten kommentiert. So wird klar, ob alles richtig verstanden wurde.
  • Konstruktive Kritik: Korrigieren Sie Ihr Kind sachlich bei Fehlverhalten und loben Sie es ausdrücklich bei richtigem Verhalten. Motivierendes Feedback hat Verstärkerwirkung.
  • Zu zweit – zur Sicherheit: Begleiten Sie Ihr Kind so lange, bis es reif für den ersten Alleingang ist.
  • Reality Check: Unternehmen Sie die Trainingsgänge an Schul- bzw. Arbeitstagen, morgens und mittags, damit authentische Bedingungen vorherrschen.
  • Grün ist nicht genug: Auch bei grünen Fußgängerampeln immer nach beiden Seiten schauen und auf mögliche Abbieger achten. Wenn die Ampel während des Überquerens auf Rot wechselt, zügig weitergehen.
  • Schutzlos am Schutzweg: Die weißen Streifen auf der Straße sind kein Garant für Sicherheit. Erklären Sie Ihrem Kind, dass leider nicht alle Fahrer vor dem Zebrastreifen anhalten. Vor dem Schutzweg also immer stehen bleiben und nach beiden Seiten schauen. Erst losgehen, wenn die Fahrbahn frei ist oder alle Fahrzeuge – aus allen Fahrtrichtungen – angehalten haben. Dabei auch auf eventuell überholende Fahrzeuge achten!
  • Elternauge, sei wachsam: Beobachten Sie mit zeitlichem Abstand immer wieder das Verhalten Ihres Kindes – nach Möglichkeit auch auf dem Heimweg, denn nach stundenlangem Sitzen ist der kindliche Bewegungsdrang besonders groß.
  • Schluss mit Elterntaxi: Bringen Sie Ihren Nachwuchs nur in Ausnahmefällen mit dem Pkw zur Schule oder nach Hause. Kinder, die nur als Pkw-Passagiere am Straßenverkehr teilnehmen, lernen nicht, selbst mit Situationen im Straßenverkehr umzugehen. Überdies wird das Verkehrsaufkommen im Schulumfeld durch Elternfahrzeuge unnötig erhöht, was wiederum andere Kinder gefährdet.
  • Thema Schulbus: Aufmerksam und ruhig an der Haltestelle warten, bis der Bus eingefahren ist. Disziplin beim Ein- und Aussteigen. Die Straße nicht direkt vor oder hinter dem Bus überqueren, sondern warten, bis dieser die Haltestelle verlassen hat.
  • Vorbildwirkung: Nicht nur beim Schulwegtraining, sondern ganz generell sollten Erwachsene Vorbilder sein und der jungen Generation richtiges und somit sicheres Verhalten vorleben.
  • Sichtbarkeit ist Sicherheit: Reflektoren und Pendelblitze auf Kleidung, Schultasche & Co. machen aus grauen Mäusen strahlende Lichtgestalten – erhöhte Sichtbarkeit kann auch in der Morgendämmerung Leben retten.

 

(Quelle: SALZBURG24/APA)

Aufgerufen am 28.09.2021 um 09:13 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/schulstart-eltern-sollten-weg-mit-kindern-ueben-60049156

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