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Neues Schuljahr, neue Regeln

Corona-Tests und Co fordern Salzburgs Schulen

So werden Maßnahmen konkret umgesetzt

Corona-Ampel Schule APA/ROLAND SCHLAGER
Bei vielen Schülern in Salzburg ist die Freude groß, dass wieder Präsenzunterricht stattfinden kann, wenn auch unter strengen Corona-Regeln. (SYMBOLBILD)

Auch heuer starten Salzburgs Schüler Pandemie-bedingt unter strengen Auflagen ins neue Jahr. In den ersten drei Wochen sind drei Corona-Tests, darunter mindestens ein PCR-Test, pro Woche nötig. In Ostösterreich hat es hierbei aber einige Anlaufschwierigkeiten gegeben. Wie sich Salzburg darauf vorbereitet und welche Sorgen Eltern und Schüler haben, lest ihr hier.

Montags und freitags Antigen-, dienstags PCR-Test: So lautet der Plan für Salzburgs Schulen während der dreiwöchigen Sicherheitsphase, die am Montag beginnt, erklärt Bildungsdirektor Rudolf Mair im SALZBURG24-Interview. „Eine längere Perspektive macht derzeit kaum Sinn, weil nach diesen drei Wochen die Lage neu eingestuft wird.“

Dreistufenplan Schulen Salzburg Land Salzburg
Das ist der Drei-Stufen-Plan für Salzburgs Schulen.

Corona-Testergebnisse innerhalb weniger Stunden

Die Auswertung der PCR-Tests erfolge zentral über das Gesundheitsministerium, welches die zuständigen Labors per Ausschreibung ausgewählt hat, so Mair. Welche Stelle dafür in Salzburg genau zuständig ist, ist nicht klar. Feststehen sollen die Ergebnisse möglichst schnell: „Bis spätestens 7 Uhr Früh am nächsten Tag kommt das Ergebnis zurück.“

 

Positive Fälle werden laut Mair vom Labor via Code an die jeweilige Schulleitung übermittelt. Diese ordne dann den jeweiligen Schüler zu und verständige die Gesundheitsbehörde, welche über etwaige Absonderungs- und Quarantänemaßnahmen entscheide. Weil das Labor die Testergebnisse in das Epidemiologische Meldesystem (EMS) eintrage, gewinne man Zeit.

Salzburgs Schulen vor logistischer Herausforderung

Wie in Ostösterreich habe es auch in Salzburg einige Anlaufschwierigkeiten bei der Abwicklung der Corona-Tests gegeben, und zwar in der vergangenen, ersten Sommerschulwoche. Nun ist der Bildungsdirektor aber zuversichtlich, dass pünktlich zum Schulstart alles reibungslos funktioniert: „Das sind logistische Herausforderungen, wie dass der Deckel der Röhrchen fest verschlossen ist oder eine genaue Anweisung, wo die Proben abzuholen sind. In der zweiten Sommerschulwoche funktioniert das schon. Wir werden sehen, wie es läuft, wenn alle Schüler da sind.“ Knapp 74.000 Schüler starten laut Land Salzburg am Montag ins neue Schuljahr.

Schüler und Eltern freuen sich auf Start

Bei Salzburgs Schülern, aber auch den Eltern herrscht derzeit geteilte Stimmung. Sabine Gabath, Elternvertreterin der öffentlichen Pflichtschulen, schildert die Gefühlslage im S24-Interview: „Wir Eltern und auch die Kinder sind schon ein bisschen nervös, das ist immer so vor Schulstart. Wir freuen uns einfach, dass es wieder losgeht.“

Elternvertreterin für Sicherheitsphase

Die dreiwöchige Sicherheitsphase mit drei Corona-Tests, darunter mindestens einem PCR-Test pro Woche, begrüßt Gabath, genauso wie das Ziel, Schulschließungen zu vermeiden. Dennoch bleiben Sorgen: „Die Kinder machen die Tests brav mit. Trotzdem haben sie eine gewisse Grundangst vor einem positiven Ergebnis.“

Offene Fragen bei PRC-Test

Offen sei zudem noch die Frage, was passiert, wenn Eltern keine Einverständniserklärung für den PCR-Test geben: „Was machen wir dann mit den Schülern?“ Die Elternvertreterin hoffe jedenfalls, dass so bald wie möglich von Masken und Tests Abschied genommen wird, denn einige Maßnahmen würden für die Kinder einen Stressfaktor darstellen: „Wenn sie am Gang die Maske tragen, wird das in Ordnung sein. Aber manche Kinder kommen mit Zug oder Bus zur Schule, wo sie bereits die Masken tragen müssen und wenn das dann auch noch im Unterricht der Fall ist, ist das schon eine sehr lange Zeit.“ Gabath sorgt sich, dass die Maßnahmen möglicherweise sogar noch verschärft werden, da die Entscheidung darüber auch zum Teil bei den Direktorinnen und Direktoren selbst liege.

Wiederholt sich Situation aus letztem Jahr?

Generell kritisiert die Elternvertreterin, dass „1:1 das gleiche Programm wie letztes Jahr“ durchgeführt werde, was den Unterricht angeht. So sei die Forderung etwa nicht umgesetzt worden, dass Oberstufen und Unterstufen zeitversetzt am Morgen starten, um große Ansammlungen zu vermeiden. Auch, dass es keine CO2-Anlagen in den Klassenräumen gebe, ist Gabath ein Dorn im Auge: „Dann sitzen die Kinder gerade am Land wieder mit dem Skianzug in der Klasse, weil die ganze Zeit das Fenster offen ist. Ich habe die Sorge, dass die Lage genau so wird wie im letzten Jahr.“

Schütz: „Totale Verunsicherung“

Etwas anders sieht Helmuth Schütz, Elternvertreter der mittleren und höheren Schulen, die Sicherheitsphase mitsamt Corona-Tests gegenüber S24: „Meiner Wahrnehmung nach geht der Großteil der Eltern mit dieser Testphase nicht d´accord. Nach 18 Monaten sollten die Kinder endlich in Ruhe gelassen werden. Das führt zu einer totalen Verunsicherung.“

 

Während der Pandemie habe es nämlich eine wesentliche Änderung gegeben, die das flächendeckende Testen aus Sicht des Elternvertreters überflüssig mache: „In den ersten Monaten war es nachvollziehbar, dass die Kinder durchgetestet werden, wenn sie Kontakt mit Älteren haben.“ Da sich Gefährdete nun aber impfen lassen könnten, sei das Testen nun nicht mehr zu rechtfertigen.

Schütz ortet einen „politischen Willkürakt“, der auf dem Rücken der Kleinsten ausgetragen werde. Die Testzahlen aus Ostösterreich hätten gezeigt, dass es sich um einen extrem geringen Anteil an positiven Fällen handle: „Da muss man sich schon fragen, ob es uns das dann wirklich wert ist, so viel Geld in die Hand zu nehmen.“

Elternvertreter warnt vor Spaltung

Der Elternvertreter warnt besonders vor einem Aspekt: „Wenn die Kinder jetzt schon lernen, dass zum Beispiel die Geimpften die Guten und Ungeimpfte die Schlechten sind, ist das keine gute Message, die wir ihnen mit auf den Weg geben. Kinder sollten lernen, dass es eine Gesellschaft als Ganzes gibt und wir sollten nicht die Spaltung vorantreiben.“

AHS-Sprecher: „Froh, dass wir in Schule gehen können“

Aber was sagen die, die es am meisten betrifft? „Ich glaube da kann ich für viele sprechen, wenn ich sage, dass wir froh sind, dass wir in die Schule gehen können und nicht vor Computer, Laptop oder Smartphone sitzen“, sagt Stijn Maas, AHS-Landesschulsprecher im S24-Interview. Das Testen seien Salzburgs Schüler schon gewöhnt: „Aus meiner Sicht ist die Sicherheitsphase gut, weil wir so zeigen können, dass das Sicherheitskonzept an den Schulen funktioniert.“

Trotzdem merkt Maas kritisch an: „Wenn nach den drei Wochen aber nur noch die Ungeimpften und Genesenen getestet werden sollten, sorgt das für Unsicherheit. Weil auch Geimpfte können das Virus ja haben.“ Der Schulsprecher fordert deshalb: „Wenn wir schon testen und die Kapazitäten haben, dann auch alle.“

Jugendliche wünschen sich Vertrauen

Was sich Salzburgs Schüler vor allem für das kommende Schuljahr wünschen, sei Vertrauen und eine höhere Priorisierung durch die Politik: „Die meisten Jugendlichen haben die Maßnahmen in den letzten eineinhalb Jahren mitgetragen. Wenn einem dann immer gesagt wird, dass wir die Gefahrenquelle sind, hilft das auch nicht gerade.“ Abschließend betont Maas: „Jeder der will, kann sich impfen lassen, aber nicht auf Zwang. Kein einziger Schüler soll mit Angst in die Schule gehen, sei es wegen Corona oder etwas anderem. Wir wünschen uns einfach, dass wir zur Normalität zurückkehren. Wie das gelingt, wird sich zeigen.“

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 28.10.2021 um 09:20 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/schulstart-in-salzburg-so-laufen-corona-tests-und-co-109230259

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