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"Schweigen brechen": Salzburger Landestheater mit Spielplan 2012/2013

Was konkret das Motto "Das Schweigen brechen" für das Programm im Salzburger Landestheater 2012/2013 bedeutet, konnte bei der Pressekonferenz am Mittwoch nicht restlos geklärt werden.

Deutlich gemacht hat das Theater aber seine Entschlossenheit zu einem ebenso soliden wir experimentierfreudig-engagierten Spielplan für die kommende Saison. In allen vier Sparten warten Klassiker und Uraufführungen auf das ständig wachsende Theaterpublikum an der Salzach.

Leo Hussain wird Mozarteumorchester dirigieren

Dass das Musiktheater auch weiterhin die Paradedisziplin des Teams um den bis 2018 ans Haus gebundenen Intendanten Carl Philip Maldeghem bleibt, dafür sollen zum Einen die drei Dauerbrenner "Die Fledermaus" (ab 22. September), "Tristan und Isolde" (ab 31. Oktober, Haus für Mozart) und "Cosi fan tutte" (am 20. Jänner 2013) sorgen. Jedes Mal wird Leo Hussain das Mozarteumorchester dirigieren - dessen Chefdirigent Ivor Bolton wird "vielleicht" in der Saison darauf wieder eine Oper des Landestheaters leiten.

Landestheater vergibt Kompositionsauftrag

Außer diesen drei Klassikern haben Maldeghem und sein Operndirektor Andreas Gergen Massenets "Werther", Händels "Ariodante", die Kinderoper "Brundibär" von Hans Krasa, "Greek" von Mark Anthony Turnage sowie eine Wiederaufnahme des heuer zu 100 Prozent ausgelasteten Musical-Hits "The sound of music" in den Spielplan gehoben. Darüber hinaus hat das Salzburger Landestheater sogar einen Kompositionsauftrag vergeben. Ab 16. März wird "18 Tage..." des in Salzburg lebenden Ägypters Hossam Mahmoud zu erleben sein. Schauplatz dieser Uraufführung ist das benachbarte Marionettentheater, das für die Aktivitäten des Landestheaters in "Bühne 24" umbenannt wurde.

Sprechtheater beginnt mit Schillers "Die Jungfrau von Orleans"

Das Sprechtheater beginnt mit Schillers "Die Jungfrau von Orleans" (ab 5. Oktober), "wobei uns die Fragen nach 'Jungfräulichkeit' und 'religiösem Fanatismus' besonders interessieren", wie Maldeghem anmerkte. Es folgt Bekanntes wie "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" von Thomas Mann, "Das Schloss" von Kafka in der Inszenierung des Balkan-Bandleaders Sandy Lopicic sowie Tschechows "Möve" in der Inszenierung des Intendanten selbst.

Kritik am Kapitalismus

Mehr riskiert wird mit der Uraufführung von "Sale" (ab 25. Jänner), in dem Autor der Frage nachgeht, was wirklich passiert, wenn ein Staat pleitegeht und dessen Bürger von einem Pensionsfonds gekauft werden. Kapitalismus-Kritik spielt auch in der Aktionswoche "Wir gründen eine Bank" im November die Hauptrolle. Darin werden "prophetische" Texte von Emile Zola auf ein Stück treffen, das von der sogenannten Bürgerbühne (30 engagierte Salzburger Laienspieler, Anm.) unter der Ägide von Dramaturgin Astrid Großgasteiger kreiert werden wird. "In der laufenden Spielzeit werden wir mit 'Besetzt Salzburg' unsere Theaterexperimente auf der Straße und im Park neben dem Theater zeigen. Im der nächsten Saison kommt diese 'Probebühne des Lebens' direkt auf die Hauptbühne ins Haus herein", erläuterte Maldeghem. Ergänzt wird das Sprechtheater 2012/2013 mit Juli Zehs "Der Kaktus", einer Neufassung von Gabriel Baryllis "Butterbrot", mit einem selbst gebastelten Stück über Computer-Kommunikation mit dem Titel "Generation Z" sowie der theatralischen Kochshow "Heiss und Fettig" mit Werner Friedl. Ballett-Chef Peter Breuer wird das Handlungsballett "Marie Antoinette" sowie "Blues im Berg" choreographieren, und neu für Kinder und Jugendliche ist das Ballett ("Die Puppenfee"), die Oper ("Brundibär") sowie "Momo" und "Komm wir finden einen Schatz" von Janosch.

15,5 Mio. Euro Budget

Wirtschaftlich steht das Landestheater Salzburg gut da, das Budget beträgt 15,5 Mio. Euro, zwölf Mio. stammen von der öffentlichen Hand. Dafür "versorgt" das Haus mehr als 141.000 Besucher (2010/2011), darunter 7.500 Abonnementen, mit Oper Schauspiel, Tanz und Jugendtheater. In der Saison 2008/2009 wurden "nur" 98.000 Besucher gezählt. Die vielkritisierte Rücklage in der Höhe von acht Mio. Euro bleibt wo sie ist, nämlich auf der hohen Kante des Theaters. (APA)
(Quelle: S24)

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