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Immer mehr Jugendliche wagen Coming-out

Sexualtherapeut gibt Einblick

20190809_PD4721.HR.jpg AFP/ANWAR AMRO/Archiv
Die Ehe für alle wurde in Österreich mit 1. Jänner 2019 umgesetzt. (SYMBOLBILD)

In den Beratungsstellen von Courage finden Menschen Informationen und Hilfe im Umgang mit der eigenen sexuellen Orientierung oder der geschlechtlichen Identität. Warum gerade bei Jugendlichen Beratungsbedarf besteht, hat uns Johannes Wahala, Leiter der Beratungsstellen, im Interview erklärt.

Die Beratungsstellen von Courage werden von Bund und Land gefördert, es gibt sie in Salzburg (Getreidegasse), Wien, Linz, Graz und Innsbruck. Der Schwerpunkt liegt auf Information zu den Themen Sexualitäten, Beziehungsformen, Familienformen und hat einen klaren LGBTIQ-Schwerpunkt. LGBTIQ ist eine Abkürzung, darunter versteht man im Allgemeinen lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, queere und intersexuelle Menschen. "Das Angebot richtet sich an Menschen aller sexuellen Orientierungen und geschlechtlicher Identitäten in Bezug auf Sexualitäten, Partnerschaft und Familienformen", so Johannes Wahala im Gespräch mit SALZBURG24.

Jugendlichen im Coming-out-Prozess

Gerade wenn sich Jugendliche im Coming-out-Prozess befinden, stehen die Beratungsstellen von Courage helfend zur Seite. "Wir beraten die Jugendlichen umfassend in ihrem Coming-out-Prozess. Das heißt, sowohl in den Familien und im Freundeskreis, als auch in der Schule oder den Arbeitsstätten. Kurzum, wo auch immer sie Unterstützung brauchen", gibt der Sexualtherapeut weiter an.

Courage: Mehr junge Menschen in Beratungsstellen

Vertreten sind in den Beratungsstellen Menschen aller Altersgruppen. Wahala weist aber darauf hin, dass in den letzten zehn bis 15 Jahren ein deutlicher Trend hin zu Jugendlichen feststellbar ist: "Das liegt daran, weil das Thema sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identitäten in der Öffentlichkeit mehr publik geworden ist. Somit trauen sich immer mehr Jugendliche, Unterstützung zu suchen."

Der Weg zur Selbstakzeptanz

In der Arbeit mit den Jugendlichen sei es wichtig, die jungen Menschen zu einer Selbstakzeptanz und in einem weiteren Schritt zu einer Selbstsicherheit zu führen. So könne eine tragfähige Lebensperspektive entwickelt werden, erklärt Wahala. "Es geht zum einen um den innerpsychischen Prozess im Coming-out, das heißt, dass man sich selber so annehmen und akzeptieren kann, wie man empfindet. Zum anderen geht es um die soziale Dimension, sich dann auch der Familie, den Freunden, in der Schule oder am Arbeitsplatz als die Person zu zeigen, die man tatsächlich ist", so der Sexualtherapeut weiter.

Rücksichtnahme auf alle Lebensbereiche

Dabei werde ein systematischer Ansatz verfolgt, die Jugendlichen also in all ihren Lebensfeldern wie Familie, Arbeit, Schule oder Religion, berücksichtigt. "Wir begleiten die jungen Menschen und darauf achten, dass sie wirklich behutsam und möglichst sicher Schritte gehen können, sodass sie sich auch im öffentlichen Bereich Outen und Offenbaren können", sagt Wahala abschließend.

(Quelle: SALZBURG24)

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