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Trend erkennbar

Wie Hitze Salzburgs Seen zusetzt

Heimische Gewässer werden immer wärmer

Jägersee-Tappenkarsee-3.jpg SALZBURG24/Wurzer
Wie sehr sich ein See erwärmt ist von Größe, Tiefe, Zufluss und Nährstoffbelastung abhängig. (SYMBOLBILD)

Bei den hohen Temperaturen suchen dieser Tage viele Menschen Abkühlung in den Salzburger Seen. Dabei sorgte die Hitze auch für steigende Temperaturen in den Gewässern. Wir sind der Frage nachgegangen, wie sich dies auf Fischarten und Vegetation auswirkt und ob unsere Seen gar drohen, aus dem Gleichgewicht zu geraten.

Klimatische Veränderungen machen sich hierzulande bemerkbar. So wurde in den vergangenen Jahrzehnten eine Verdopplung der Hitzetage verzeichnet, der nun zu Ende gehende Juni ist auf Rekordkurs, berichtete die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) kürzlich.

symb_unwetter Pixabay
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Flache Seen von Hitze stärker betroffen

Diese hohen Temperaturen schlagen sich auch auf Salzburgs Seen nieder. Wie sehr sich dabei ein See erwärmt, hängt grundsätzlich von Größe, Tiefe, Zuflüssen und Nährstoffbelastung ab. Die Gewässer im Alpenvorland sind somit eher betroffen als Bergseen im Innergebirg. "Teilweise hatten wir über 26 Grad an der Oberfläche unserer Seen", teilt Harald Ficker vom Referat Gewässerschutz des Landes Salzburg im Gespräch mit SALZBURG24 mit. "Wir stellten in den vergangenen Jahrzehnten fest, dass unsere Seen durch die klimatischen Veränderungen immer wärmer werden."

symb_mattsee SALZBURG24/Schuchter
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Wasserqualität in Salzburg sehr gut

Die Wasserqualität der Salzburger Seen ist dennoch sehr gut. Gemessen werden die hohen Temperaturen nur an der Wasseroberfläche, in der Tiefe habe der See weiterhin um die 4 bis 5 Grad. Der Großteil der Seen ist also weiterhin kalt. Die höheren Temperaturen würden allerdings dafür sorgen, dass weniger Durchmischung im See stattfindet.

 

Weniger Sauerstoff in tieferen Bereichen

Wie der Experte weiter ausführt, ziehen sich manche Fischarten, etwa Salmoniden, im Sommer in die tieferen und kühlen Gewässer zurück. "Wir haben im oberen Bereich diese warmen Schichten. Hier bilden sich einzelligen Algen, es ist pflanzliches Wachstum vorhanden und Sauerstoff wird produziert. In der Tiefe hingegen gibt es wenig Licht, kaum Pflanzen und somit kaum Sauerstoffproduktion."

"Artenzusammensetzung im See verändert sich"

In den tieferen Bereichen würde vom vorhandenen Sauerstoff gezehrt und er bis in den Herbst aufgebraucht. "Kaltwasserarten, wie etwa die Salmoniden, müssen dann etwas weiter nach oben wandern. Dann wird es manchmal schon etwas knapp, der Lebensraum wird also eingeschränkter", erklärt Ficker. Andere Arten hingegen, etwa barschartige oder karpfenartige Fische, würden sich an der Oberfläche wohler fühlen. "Die Artenzusammensetzung im See verändert sich also."

Wieso kippt ein See?

Dass ein aus dem Gleichgewicht gerät, wie es etwa in den 1980er-Jahren mitunter vorkam, davon sei man in Salzburg weit entfernt. "Das 'Kippen' hängt mit einem hohen Nährstoffgehalt sowie höherer Temperaturen zusammen, denn dann kann es zu einem explosionsartigem Algenwachstum kommen und in späterer Folge zu einem massenhaften Absterben der Algen", erklärt der Experte. Der Sauerstoff werde durch die Abbauprozesse aufgebraucht und es könne zu einem Massensterben von Fischen und anderen Wasserorganismen kommen. "Unter diesen sauerstoffarmen Bedingungen bildet sich unter anderem Schwefelwasserstoff, welcher als übler Geruch oder Gestank wahrnehmbar ist."

symb_Gewitter APA/Franz Neumayr
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Regen und Gewitter sorgen für Abkühlung

Mit der dieser Tage anstehenden Abkühlung in Salzburg dürfte auch die Temperatur in den Seen wieder etwas sinken. "Starkregen oder Wind sorgen dafür, dass sich die Wasserschichten durchmischen, die Temperatur sinkt dann um 2 bis 3 Grad", erläutert der Experte. Dies sei auch bei den Gewittern vergangene Woche festgestellt worden. Seen aber speichern die Wärmeenergie oftmals sehr lange, was im Herbst etwa durch ein Dampfen erkennbar ist.

Trend: Salzburgs Seen werden immer wärmer

Dass unsere Seen in den vergangenen Jahrzehnten immer wärmer wurden, ist ein Prozess, der laut Ficker bereits seit den 1970er-Jahren erkennbar ist. "Die Schichtungsphase, also die Zeit, in der es diese warmen Zonen an der Oberfläche gibt, wird von Frühling bis Herbst länger. Damit verändert sich auch die Fischartenzusammensetzung." Maßnahmen dagegenzusetzen, sei sehr schwierig. "Der Trend ist erkennbar und er wird sich weiter fortsetzen. Wohin das führt, ist schwer abschätzbar, wir sind hier gewissermaßen nur Beifahrer", so der Gewässerexperte abschließend.  

(Quelle: SALZBURG24)

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