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Alarmierende Zahlen

Sexuelle Gewalt während Pandemie gestiegen

750 Betretungsverbote in Salzburg heuer ausgesprochen

SB, Frau, Gewalt APA/HANS KLAUS TECHT
Frauen erleiden seit Beginn der Pandemie mehr Gewalt (SYMBOLBILD).

Die Corona-Pandemie hat die sexuelle Gewalt gegen Frauen im Bundesland Salzburg befeuert. Auch die Zahl jener Menschen, die das Gewaltschutzzentrum aufgesucht haben, ist heuer deutlich gestiegen. Im Bundesland Salzburg wird daher im Zuge der Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ ein sichtbares Zeichen gesetzt.

„Gewalt gegen Frauen findet in allen Bevölkerungsschichten und Bezirken statt. In Salzburg bekommen alle Frauen, die von Gewalt bedroht oder betroffen sind, Hilfe und Unterstützung. Dabei ist mir wichtig, neben dem Zentralraum auch Beratung und Schutzunterkünfte in den ländlichen Regionen zur Verfügung zu stellen. Zusätzliche Übergangswohnungen ermöglichen die behutsame Rückkehr in ein eigenständiges und unabhängiges Leben“, betont Landesrätin Andrea Klambauer (NEOS).

16 tage gegen Gewalt an Frauen Land Salzburg
Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ , Gewaltschutz, im Bild: Marlene Svazek (FPÖ), Karin Dollinger (SPÖ), Landesrätin Daniela Gutschi (ÖVP), Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf (ÖVP), Landesrätin Andrea Klambauer (NEOS) und Elisabeth Weitgasser (NEOS).

Im Land Salzburg wird heuer in allen Bezirken während des Zeitraums der internationalen Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ ein sichtbares Zeichen gesetzt: In Anif, Kuchl, Rauris, Mittersill und Tamsweg werden jeweils fünf Meter lange Flaggen mit der Aufschrift „Gegen Gewalt an Frauen“ gehisst. Hier ein Überblick, wie das Bundesland Salzburg gemeinsam gegen Gewalt an Frauen vorgeht.

Heuer schon 1.400 Beratungen

Das Gewaltschutzzentrum Salzburg hat heuer bereits mehr als 1.400 von Gewalt betroffene Menschen im Bundesland Salzburg betreut und beraten – eine Steigerung von rund 200 Personen zum Vorjahr. „Dieses Jahr wurden uns von der Polizei bislang knapp 750 Betretungs- und Annäherungsverbote übermittelt. Wir bieten den Betroffenen psychosoziale und juristische Beratung und Unterstützung an, schätzen die Gefährdung ein und erstellen Sicherheitspläne mit den Betroffenen. Unser Ziel ist es, objektiven und subjektiven Schutz zu gewährleisten und nachhaltige Veränderungsprozesse anzustoßen.“, so Christina Riezler vom Gewaltschutzzentrum.

Frauennotruf berät telefonisch und online

Der Frauennotruf Salzburg steht von sexueller Gewalt betroffenen Frauen und Mädchen zur Seite. „Seit Beginn der Pandemie haben wir einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen verzeichnet“, informiert Agnes Menapace. Die Beratungsstelle war während der gesamten Pandemie geöffnet und hat das Beratungsangebot um ein sicheres und anonymes Onlineberatungsangebot erweitert. Heuer begleitet der Frauennotruf die 16 Tage gegen Gewalt mit der Ausstellung Kunst trotzt Gewalt.

Verpflichtende Beratung für Weggewiesene

Jugend am Werk Salzburg ist für den Gewaltschutz als Träger der Beratung Männerwelten, als Co-Träger der Schutzunterkünfte und der Beratungsstelle für Gewaltprävention sowie als Anbieter in der Kinder- und Jugendhilfe tätig. „Ein Schwerpunkt liegt in der Arbeit mit den Kinder- und Jugendlichen. Die Beratungsstelle für Gewaltprävention wiederum sehen wir als Quantensprung – seit 1. September dieses Jahres muss jeder und jede Weggewiesene eine verpflichtende sechsstündige Beratung absolvieren. Aktuell ist unser wichtigstes Anliegen der Austausch mit den Opferschutzeinrichtungen – insbesondere in der Gefährdungseinschätzung“, berichtet Geschäftsführer Uwe Höfferer.

Symbolbild Gewalt.jpg Bilderbox

So sollen Gewaltopfer in Salzburg geschützt werden

Gewalttäter, gegen die ein Betretungs- oder Annäherungsverbot ausgesprochen wurde, müssen ab Mittwoch an einer verpflichtenden, sechsstündigen Präventionsberatung teilnehmen. Die Opfer sollen …

„Frauenwohnen“ in Salzburg ab Jänner

In der Plainstraße in der Landeshauptstadt bietet die Caritas ab Jänner 34 leistbare Wohnungen nur für Frauen in Not in Salzburg und damit die Möglichkeit, eine Perspektive zu bekommen. Aus der Wohnbedarfserhebung 2018 wissen wir, dass etwa 250 Frauen in Salzburg in ungenügenden oder ungesicherten Wohnverhältnissen leben. Der Bedarf ist also groß“, erläutert die stellvertretende Direktorin Andrea Schmid.

„Familiäre Gewalt ist keine Privatsache“

„Gewalt in der Familie ist keine Privatsache. Gewalt in der Familie endet nicht von allein. Helfen Sie Opfern familiärer Gewalt und holen Sie Hilfe“, so Martin Kaltenegger von der Salzburger Polizei und ermuntert Betroffene und Angehörige zu handeln.

Geschützte Unterkünfte innergebirg

Das Frauenhaus Pinzgau bietet von Gewalt betroffenen Frauen aus dem Raum Pinzgau, Pongau und Lungau geschützte Unterkünfte sowie die Möglichkeit der kostenlosen und anonymen juristischen und psychosozialen ambulanten Beratung. Wir sind rund um die Uhr am Frauennotruf Innergebirg unter der Nummer +43 664 5006868 erreichbar“, so Katrin Gruber, die das Frauenhaus Pinzgau seit September leitet.

Schutz und Beratung für alle Frauen

Der Verein Viele ist eine Frauenservice-Stelle und Familienberatungsstelle und arbeitet seit der Gründung im Jahr 1988 vor allem für Frauen mit Migrationsgeschichte. Seit diesem Zeitpunkt ist das Thema innerfamiliäre und Beziehungsgewalt immer wieder Thema. „Unser Fokus liegt auf der Prävention und dem Schutz der von Gewalt betroffenen Frauen und Kinder. Erziehungsberatung auf der einen Seite und der Schutz in den Unterkünften im Bundesland Salzburg auf der anderen Seite“, so Geschäftsführerin Gabi Rechberger. Die 24-Stunden-Hotline von Viele ist rund um die Uhr unter 43 800 44 99 21 für Frauen in Gewaltsituationen erreichbar.

(Quelle: SALZBURG24)

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