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Berufungsgericht bestätigt

Ski amadé muss verkürzte Saison rückerstatten

Skibetreiber für heurige Saison optimistischer

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Ski amadé muss die Kosten für die Saisonkarten teilweise rückerstatten, urteilte das Berufungsgericht. Indes hofft man bei den heimischen Skibetreibern auf eine gute Saison 2021/2022 (SYMBOLBILD)

Die Kostenrückerstattung bei Ski-Saisonkarten ist vom Berufungsgericht bestätigt worden. Im konkreten Fall hatte sich die Gültigkeit der Skisaisonkarte um 49 Tage verkürzt. Das Landesgericht (LG) Salzburg urteilte nun, dass ein Anteil des gezahlten Ticketpreises an den Käufer zurückerstattet werden muss.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

VKI klagt für Ski amadé-Konsumenten

Eine vierköpfige Familie hatte bei der Ski amadé GmbH Skisaisonkarten für die Saison 2019/2020 erworben. Insgesamt zahlten sie dafür 1.754 Euro. Die Gültigkeit der Saisonkarte war vereinbarungsgemäß für den Zeitraum 12.10.2019 bis 03.05.2020 festgelegt und hätte demnach 205 Tage betragen sollen. Aufgrund von behördlichen Anordnungen mussten die Lift- und Pistenbetreiber am 16.03.2020 ihren Betrieb einstellen. Die Nutzungsdauer wurde daher um 49 Tage verkürzt. Das sind 24 Prozent des vorab festgelegten Gültigkeitszeitraums. Der VKI klagte für die Konsumenten die Ski amadé GmbH auf Rückzahlung dieses aliquoten Anteils.

Ereignis höherer Gewalt

Das LG Salzburg führt dazu aus, dass kein Zweifel bestehen kann, dass sich ein Lift- oder Seilbahnunternehmen erhebliche Kosten spart, wenn es 49 Tage hindurch Lifte nicht betreibt, keine Pisten instandhalten und auch sonst nicht für die Sicherheit auf der Piste sorgen muss. Die pandemiebedingte behördliche Betriebssperre stellte ein Ereignis höherer Gewalt dar. Die Liftbetreiber konnten ihre Leistungen aus dem Vertrag nicht mehr erbringen. Daher erlischt für den Zeitraum der Schließung auch die Zahlungspflicht der Skigäste. Da die Konsumenten das Entgelt für die Saisonkarten bereits im Voraus gezahlt hatten, haben sie einen aliquoten Rückzahlungsanspruch für die Dauer der Schließung. Die Ski amadé GmbH muss daher 330 Euro an die vom VKI vertretene Familie bezahlen.

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Ski amadé nimmt Anlauf auf erfolgreichere Wintersaison

Der Skiverbund "Ski amade", mit Regionen in Salzburg und der Steiermark, nimmt nach den coronabedingten Ausfällen im Vorjahr Anlauf auf eine erfolgreichere Wintersaison. 2020/21 brachte nur 1,5 Mio. statt davor 9 Mio. Tageseintritte und massive Umsatzeinbrüche. Für heuer hege man Optimismus, so Ski-amade-Präsident Wolfgang Hettegger und Vorstandsmitglied Josef Gruber in einer Pressekonferenz am Mittwoch in Linz. Zeitversetzt gab es auch Konferenzen in Wien und Salzburg.

Salzburgs geöffnet

Die heimischen Skigebiete waren im Winter 2020/2021 waren trotz mangelnder Kostendeckung für Einheimische und Tagesausflügler geöffnet. Fehlende Beherbergungsmöglichkeiten infolge des behördlichen Betretungsverbots von Hotels und Pensionen für Urlauber sowie strenge Ein- und Rückreisebedingungen hätten "wirtschaftlich keine Freude bereitet", bilanzierten die Ski-amade-Chefs. Der Fördertopf des Bundes sei eine Hilfe, jedoch für größere Unternehmen limitiert gewesen: "Ein zweites derartiges Jahr würde für manche das Aus bedeuten."

Liftbetreiber für heuer optimistischer

Für heuer sind die Liftbetreiber optimistischer: "Die Leute sind laut Umfragen heiß auf das Skifahren", sagte Gruber. Hettegger ergänzte: "Die Alpen erleben eine Renaissance, das zeigten die beiden vergangenen Sommersaisonen. Wir haben dabei bewiesen, dass wir mit Covid gut umgehen können. Aber es wird sicher nicht wie vor der Pandemie sein."

In den heimischen Skigebieten sei es in der vergangenen Saison zu keinerlei Ansteckungshäufigkeiten oder Clusterbildungen gekommen. Ein Hygiene- und Sicherheitskonzept sei vorhanden, argumentieren die Liftbetreiber. Vorbehaltlich der noch zu erwartenden definitiven Regelungen der Bundesregierung werde die 3G-Regel im Skigebiet, in den Hütten und den Hotels sowie eine FFP2-Maskenpflicht in geschlossenen Gondeln, Liften und Gebäuden gelten. Beim Après-Ski werde man sich an den Regeln der Nachtgastronomie orientieren. Im Hinblick auf die Kontrolle der 3G-Regel sei geplant, den Grünen Pass mit dem Skipass zu "verheiraten", an den technischen Möglichkeiten werde noch gearbeitet.

Tageskarte zwischen 50 und 62 Euro

Die Preise für Tageskarten für die Nutzung der Aufstiegshilfen sind in den einzelnen Skigebieten unterschiedlich und betragen von unter 50 bis erstmals über 60 - konkret 62 - Euro. Sie steigen heuer um über 5 Prozent - mehr als in den vergangenen Jahren. Begründet wird dies mit den erhöhten Kosten für Strom, den Treibstoff für Skibusse, die personalintensiven Corona-Maßnahmen und einen gewissen Aufholbedarf aus der vergangenen Saison. Eingepreist sind auch 66 Mio. Euro Investitionen unter anderem in den Neubau von Bahnen: "Flying Mozart" im Snow Space Salzburg mit Panoramagondeln samt Kabinenentertainment und die 6er-Sesselbahn "Sixpack Mooslehen" in Filzmoos.

(Quelle: SALZBURG24)

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