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Hohe Strafen drohen

Jeder fünfte Skicrash-Verursacher flüchtet

Unterlassene Hilfeleistung wird geahndet

20190206_PD11728.HR.jpg APA/Barbara Gindl/Archiv
Nach einem Zusammenstoß auf der Skipiste einfach weiterzufahren kann schwerwiegende Folgen für alle Beteiligten haben. (SYMBOLBILD)

Die Skisaison ist voll im Gange – und damit häuft sich auch die Anzahl der Unfälle auf den Pisten. Häufig sind Fahr- oder Wahrnehmungsfehler, Übermüdung, oft auch zu hohe Risikobereitschaft die Ursache. Leider mehren sich auch die Fälle von Fahrerflucht, die im Schnitt jeder fünfte Unfallverursacher begeht.

ÖAMTC-Juristin Eva Unger erklärt in einer Aussendung: "Nach einem Zusammenstoß auf der Skipiste einfach weiterzufahren kann schwerwiegende Folgen für alle Beteiligten haben. Dabei handelt es sich keinesfalls um ein Kavaliersdelikt.“ Das Unfallopfer könne ohne Personaldaten des Schuldigen keine Schadenersatz-Ansprüche geltend machen. Der Pisten-Rowdy mache sich im Falle einer Fahrerflucht strafrechtlich schuldig, weil er einen Verletzten zurückgelassen hat.

Fahrerflucht: Freiheits- oder Geldstrafen drohen

Wird der Verursacher ausgeforscht, würden je nach Unfallfolge Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren oder Geldstrafen bis zu 720 Tagessätzen drohen. In den meisten Fällen werde eine "diversionelle Erledigung" angeboten, diese habe keinen Eintrag ins Strafregister zur Folge und wird meist als Geldstrafe abgehandelt.

Helfen ist für jedermann Pflicht 

Nach einem Skiunfall ist schnelle und richtige Hilfe notwendig. "Unterlassene Hilfeleistung wird auch auf der Piste mit einer Strafe geahndet", macht die ÖAMTC-Juristin aufmerksam. Helfen bedeutet in erster Linie: Stehenbleiben, die Lage begutachten und einschätzen und entweder selbst helfen oder Hilfe organisieren. Genau wie im Straßenverkehr sollte außerdem die Unfallstelle abgesichert werden. "Am besten benutzt man Ski oder Stöcke, die man etwas weiter oben auf der Piste überkreuzt in den Schnee steckt. Damit sind Ski- und Snowboardfahrer gewarnt und können rechtzeitig ausweichen", erklärt die ÖAMTC-Expertin.

Zeugen sind verpflichtet zur Verfügung zu stehen

Zur Rekonstruktion des Tathergangs und Klärung der Verschuldensfrage würden vor allem Zeugen des Pistenunfalls beitragen. ÖAMTC-Juristin Unger dazu: "Wer Zeuge eines solchen Vorfalls wird, ist verpflichtet, zur Verfügung zu stehen und seine Daten bekanntzugeben." Sinnvoll sei es überdies, gleich Fotos zu machen, auf denen z.B. die Sicht- und Pistenverhältnisse zum Unfallzeitpunkt erkennbar sind.

Höhere Strafen bei Ski-Unfällen unter Alkoholeinfluss

In der Regel werden zur Klärung der Schuldfrage die FIS-Regeln herangezogen. Alkoholisierte Pistenteilnehmer stellen für alle anderen eine große Gefahrenquelle dar und müssen im Falle eines Unfalles mit höheren Strafen rechnen. "Wichtig ist es, eine Privathaftpflichtversicherung abgeschlossen zu haben. Diese leistet Ersatz für Personen- und Sachschäden von geschädigten Dritten", so die ÖAMTC-Expertin abschließend.

(Quelle: SALZBURG24)

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