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42 Infizierte

Alle Skilehrerkurse in Salzburg abgesagt

Nach Corona-Cluster in Flachau

Nachdem gestern bekannt wurde, dass es im Flachau (Pongau) einen größeren Corona-Cluster unter Skilehrern gab, wurden nun sämtliche Kurse im Land Salzburg bis auf Weiteres abgesagt.

Flachau

Da es sich bei Skilehrerkursen um eine Berufsausbildung handelt, dürfen diese auch im Corona-Lockdown stattfinden. Geregelt ist das im Bundesgesetz, zuständig ist das Gesundheitsministerium. Dennoch habe das Land Salzburg jetzt in einem Konsens mit dem Salzburger Berufsski- und Snowboardlehrer Verband (SBSSV) die Vorsorge getroffen, dass unter den derzeitigen Rahmenbedingungen vorerst keine Skilehrerkurse mehr stattfinden. "Unsere Experten prüfen gerade, ob es gesetzliche Möglichkeiten für das Land Salzburg gibt", sagte ein Sprecher des ÖVP-Landeshauptmannes gegenüber der APA.

Sämtliche Skilehrerkurse in Salzburg abgesagt

Um aber schon jetzt rasch reagieren zu können und weitere Cluster zu vermeiden, habe Haslauer in Gesprächen mit den Verantwortlichen des Skilehrerverbandes die Absage der Kurse in Salzburg, auch der derzeit laufenden Kurse in Obertauern und Maria Alm, erwirken können. Es bestehe jetzt die verständliche Sichtweise, dass es für die Bevölkerung schwer einzusehen ist, wenn in einem Lockdown, in dem quasi nichts erlaubt ist, Skilehrerkurse stattfinden, hieß es aus dem Büro des Landeshauptmannes.

Obmann: Maßnahmen penibel eingehalten

Der Obmann des Salzburger Skilehrer-Verbandes, Gerhard Sint, gab dazu am frühen Nachmittag eine Stellungnahme ab. "Für uns ist die Gesundheit am wichtigsten, daher haben wir uns für diesen Weg entschieden, bis auf weiteres keine Kurse mehr abzuhalten", erklärte er in einer Aussendung.

"Ich möchte betonen, dass alle gesetzlichen Vorgaben und vorgeschriebenen Maßnahmen für die Abhaltung der Skilehrerausbildung penibel eingehalten wurden."

Corona-Infektionen in Flachau

Das Ausbildungs-Präventionskonzept habe bisher auch funktioniert. Mehr als 1.000 Teilnehmer hätten die Aus-, Fort- und Weiterbildungen des SBSSV seit dem ersten Lockdown im März 2020 ohne Zwischenfälle absolviert. "Wie es zu den Infektionen in Flachau kam, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Daher haben wir bis zur Ursachenfindung der Infektion sämtliche Kurse abgesagt beziehungsweise bis auf weiteres verschoben. Wir arbeiten mit Hochdruck eng mit der Gesundheitsbehörde zusammen", erklärte Sint.

Negativer Corona-Test zum Antritt der Ausbildung

Seit Wiederaufnahme der SBSSV-Ausbildungstätigkeiten im Sommer 2020 liegen diesen ein Covid-19-Präventionskonzept zugrunde. Dies beinhalte auch den Nachweis eines negativen, nicht länger als vor 24 Stunden durchgeführten Corona-Testes zum Antritt zur Ausbildung, weiters einen praktischen Unterricht in Kleingruppen im Freien sowie Theorieunterricht und Besprechungen via Distance-Learning-Tools (Zoom). "Erst wenn sich die allgemeine Situation wieder entspannen kann und wir die Ursache der Infektionen in Flachau identifizieren können, werden wir als Berufsverband wieder andenken, Aus-, Fort-und Weiterbildungen anzubieten", erklärte SBSSV-Ausbildungsleiter Klaus Burgschwaiger.

42 Teilnehmer positiv getestet

Der am Donnerstag bekannt gewordene Corona-Cluster bei einem Skilehrerkurs in Flachau (Pongau) ist bis Freitagabend auf 42 mittels PCR-Test bestätigte Fälle gewachsen. 122 Abstriche waren negativ, acht Ergebnisse noch offen. Da unter den positiv Getesteten auch zwei Briten sind, wurden Proben zur Sequenzierung zur AGES nach Wien eingeschickt. Die Betroffenen zeigten teils milde Symptome und befinden sich in Quarantäne. Auch die anderen Kursteilnehmer, Ausbildner und das Personal wurden vorsorglich isoliert. Zudem wurden bei allen 172 betroffenen Personen PCR-Tests durchgeführt. Das Contact-Tracing durch die Behörden sei im Gang, hieß es. Die Ergebnisse der behördlich angeordneten PCR-Tests werden frühestens am Freitagnachmittag erwartet.

Wegen der Corona-Fälle bei dem Skilehrerkurs wird am kommenden Sonntag von 8.00 bis 18.00 Uhr im Covid-Testzentrum Ordination Dr. Harald Breitfuß in Flachau ein freiwilliger, kostenloser Massentest ohne Anmeldung durchgeführt. Damit soll das Infektionsgeschehen in der Gemeinde möglichst gut eingegrenzt werden.

643 Skilehrer ohne Job

Während angehende Skilehrer aus Großbritannien derzeit die Wogen hochgehen lassen, müssen 643 Skilehrer zu Hause Daumen drehen. So viele als arbeitslos vorgemerkte Pistenprofis verzeichnete das AMS im Dezember 2020. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor waren 68 auf Jobsuche. Die meisten Arbeitssuchenden gab es zum Jahresende 2020 in Tirol mit 263, gefolgt von Salzburg mit 157. Schlusslicht bildet das Burgenland mit zwei Wedelkönigen.

(Quelle: APA)

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