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So geht es der Salzburger Hotellerie

Die Unterschiede zwischen Stadt und Land

Flachgau, wallersee, SB LMZ/Otto Wieser
Salzburg ist ein beliebtes Ziel für Touristen. (ARCHIVBILD)

In den Salzburger Hotels und Pensionen werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf das Coronavirus getestet. Wie das von der Bundesregierung finanzierte Angebot angenommen wird und wie es mit dem Tourismus in Salzburg aussieht, lest ihr hier.

Kaprun, Bergheim, Wals-Siezenheim

Rund 65.000 Tests wurden seit Juli innerhalb des vom Bund geförderten Corona-Testprogramms für Tourismusbetriebe durchgeführt, berichtete das Tourismusministerium am Mittwoch. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter kann sich somit einmal pro Woche auf das Virus testen lassen. Doch wie schaut es in der heimischen Hotellerie aus? Und wie sind sie mit dem heurigen Tourismus zufrieden?

Salzburger Hotels begrüßen Corona-Tests

Franz Gmachl Junior vom Genussdorf Gmachl in Bergheim (Flachgau) setze sich dafür ein, dass wöchentlich bis 29. Oktober die gesamte Belegschaft durchgetestet wird. „Bereits zum dritten Mal nehmen wir das Angebot wahr und sind damit sehr zufrieden“, sagt er im SALZBURG24-Gespräch. Problemlos gehe das Prozedere vonstatten. Bis dato gab es noch keinen positiven Fall – sowohl bei den Gästen als auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Anders sieht es bei den kleinen Pensionen am Land aus, die oftmals vom Chef und der Chefin ohne Belegschaft geführt werden. Die Familie der Frühstückspension Heidi in Kaprun (Pinzgau) hat sich noch nicht testen lassen. Für die Zukunft sei es aber geplant. Johann Unterkirchner, Inhaber der Pension, weiß: „Die Tests sind an sich gut und auch notwendig. Allerdings sind wir zu zweit, meine Frau und ich. Wenn jemand in Quarantäne muss, wird’s schwierig.“

"In Zukunft wird mehr getestet"

Im Laschenskyhof in Wals-Siezenheim (Flachgau) werden derzeit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getestet, die vom Urlaub zurückkehren. „Damit wir mehr testen können, müssen unsere Angestellten registriert werden. Dieser Ablauf ist zeitaufwendig“, erzählt Junior-Chefin Lydia Hauthaler im SALZBURG24-Gespräch. In jedem Fall sei es zukünftig geplant, mehr zu testen.

Auch das Hotel Sacher in der Stadt nimmt das Angebot der Bundesregierung in Anspruch. Geschäftsführer des Hotels, Matthias Winkler, dazu in der heutigen Pressemitteilung: „Wir sind dankbar für dieses Angebot und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nützen es wöchentlich. Es gibt jedem Einzelnen und auch uns als Unternehmen die Sicherheit, dass wir gesund sind, beziehungsweise sind wir sofort gewarnt, sollte ein Krankheitsfall auftreten.“ Auch Gäste können sich im Sacher testen lassen.

Hoteliers "im Grünen" sehen keine Unterschiede zum letzten Sommer

Die Menschen wollen trotz Corona in Salzburg Urlaub machen. Das bestätigen alle drei Gastgeber. So erzählt Unterkirchner von der Pension Heidi über die Buchungszahlen: „Es gibt keine Unterschiede zum letzten Sommer. Bis auf das Fehlen der arabischen Gäste kann man dieses Jahr mit dem letzten auf jeden Fall vergleichen.“

Gleichzeitig ist sich Hauthaler vom Laschenskyhof ihrem Glück bewusst, denn: „Wir sind am Stadtrand mit viel Grün. Die Stadthotellerie hat es bestimmt schlimmer getroffen.“ Sie merke auch einen Unterschied beim Verhalten der Gäste: „Wir haben seit Juni die spontanen, kurzfristigen Buchungen in unserem Haus.“ Sie vermutet, dass dies auch in Zukunft so bleiben wird.

Im Genussdorf Gmachl war im Juni noch weniger los, doch seien auch nur 50 Prozent des Hauses offen gewesen. „Ab Juli sind wir mit den Buchungen wieder super zufrieden“, so der Geschäftsführer.

Was ändert sich für die Hotelgäste?

„Das Urlaubserlebnis darf nicht beeinflusst werden“, weiß Gmachl weiter. Damit alle aber wieder gesund nachhause fahren können, werde verstärkt auf die Hygiene geachtet: „Wir sind vorsichtig mit dem Kontakt untereinander in der Belegschaft und natürlich auch bei den Gästen.“ Zusätzlich zu der generellen Pflicht eines Mund-Nasen-Schutzes, wird beim Frühstück mehr auf das Servieren gesetzt, denn: „Der Mindestabstand kann beim Buffet nicht immer eingehalten werden."

Im Laschenskyhof wird zudem mehr auf das Desinfizieren geachtet: „Beispielsweise dampfen wir alle unsere Wellnessliegen mit 180 Grad Celsius ab", so Hauthaler.

Kosten müssen selbst getragen werden

In der Pension Heidi muss sich jeder Gast – bevor er sich am Frühstückbuffet bedient – die Hände desinfizieren. „Diese Maßnahmen finden wir gut und auch notwendig.“ Der Wirt habe sein Haus außerdem mit Glasscheiben ausgestattet und so wie auch Gmachl und Laschenskyhof Beschilderungen angebracht. Im Gegensatz zu den Corona-Testungen müssen die Kosten für andere Corona-Maßnahmen, wie Desinfektionsmittelspender und Mund-Nasen-Schutzmasken, vom Inhaber selbst getragen werden.

Stadthotels verzeichnen weniger Buchungen als Hotels am Land

Georg Imlauer, Fachobmann der Hotellerie in der Wirtschaftskammer, weiß nicht nur von seinen eigenen Hotels: "In der Stadt haben wir weniger Buchungen als sonst. Es fallen die Geschäftsreisen, Seminare und Kongresse weg. Ein Stadturlaub ist meist nur der Zweit- oder Dritturlaub. Bedenkt man, dass viele in Kurzarbeit oder arbeitslos sind, verzichten viele auf diesen Urlaub. Die Leute fahren dann lieber auf das Land, um die Batterien wieder aufzuladen. Vor allem nach Corona." Auch die Salzburger Festspiele würden vor allem im Monat August den Betrieben in der Stadt helfen. So hoffe er, dass sie den Monat August mit einer 50-prozentigen Auslastung abschließen können.

Er wünsche sich außerdem, dass das Coronavirus sachlich abgehandelt wird: "Für die Betriebe ist es wichtig, dass, wenn jemand erkrankt, der Rest weiterlaufen kann und nicht alles zugesperrt wird."

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 07.05.2021 um 04:26 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/so-geht-es-der-salzburger-hotellerie-91404340

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