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Ein Virus, viele Tests

So lässt sich Corona nachweisen

Unterschiede zwischen Antigen-, Antikörper- und PCR-Test

20201201_PD1101.HR.jpg APA/Barbara Gindl
Antigen-Tests kommen im Zuge der Massentests in ganz Österreich zum Einsatz. (SYMBOLBILD)

PCR-, Antigen- oder Antikörper-Test: Zum Nachweisen des Coronavirus gibt es verschiedene Herangehensweisen. Wie sich die jeweiligen Methoden unterscheiden und wo ihre Stärken und Schwächen liegen, das hat uns Chemikerin Barbara Kofler vom Salzburger Universitätsklinikum erklärt.

Mit dem Nachweis von Viren und molekularbiologischer Infektionsdiagnostik beschäftigt sich Barbara Kofler seit etwa 20 Jahren. Schon seit 25 Jahren ist die Chemikerin Leiterin der Labors in der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde. Anlässlich des Starts zu den Massentests am Dienstag hat uns hat die Salzburgerin Fragen über die verschiedenen Testmöglichkeiten im Umgang mit dem Coronavirus beantwortet.

Antigen-Tests für breite Masse

In aller Munde sind aktuell Antigen-Tests. Diese Methode weist tatsächlich das Virus im Körper nach und wird nun im Zuge der Corona-Massentests in ganz Österreich zum Einsatz kommen. "Antigene sind Eiweiß-Moleküle, gegen die bestimmte Antikörper gerichtet sind. Diese kann man herstellen und so das Virus nachweisen", erklärt Kofler die Funktionsweise der Tests im Gespräch mit SALZBURG24.

 

Schnelltests: Ergebnis nach 15 Minuten

Die Antigen-Tests kommen im Zuge der Massentests in Form von Schnelltest-Kassetten zum Einsatz. Dafür wird üblicherweise von medizinischem Personal ein Nasen- oder Rachenabstrich genommen. Das Ergebnis liegt nach bis zu 15 Minuten vor, zur Auswertung ist kein Labor von Nöten. Diese Schnelltests haben vor allem dann eine hohe Treffsicherheit, wenn eine große Viruslast vorhanden ist.

Ungenauigkeit bei Antigen-Tests

Bei einer geringen Viruslast wird der Nachweis mit einem Antigen-Test schwieriger. Hinzu kommt, dass der Antigen-Test auch etwas ungenau ist: "Offensichtlich ist eine sogenannte Kreuzreaktivität zu anderen Covid-Stämmen oder früheren Virusstämmen zu beobachten. Der Test ist somit nicht ganz spezifisch", gibt Kofler im Interview an. Diese Ungenauigkeit sei auch der Grund, warum bei den Massentests bei einem positiven Ergebnis nochmals mit einem PCR-Test überprüft wird.

PCR-Test als Goldstandard

Nachweisen lässt sich das Coronavirus auch über das Erbgut. Bei SARS-CoV-2 dient RNA als Träger des Erbguts und zur Vermehrung über die Polymerase-Kettenreaktion (PCR). "Der Nachweis über die RNA ist deswegen so sensitiv, weil wir mit dieser Polymerase-Kettenreaktion über verschiedene Zyklen die RNA immer wieder vervielfältigen bzw. verdoppeln. Somit kommt es zu einer exponentiellen Amplifikation (Vermehrung)", erklärt Kofler. Durch die millionen- oder milliardenfachen Anreicherung kann Covid-19-RNA mit hoher Sensitivität nachgewiesen werden. 

Berichten, wonach der PCR-Test nicht das Coronavirus nachweisen könne, erteilt die Chemikerin eine Absage: "Das ist völliger Unsinn. Selbstverständlich weist dieser Test das Virus nach und sonst nichts", sagt Kofler.

PCR-Test gibt Auskunft über Viruslast

Der PCR-Test gebe zudem Auskunft über die Viruslast der Betroffenen. "Beim Antigen-Test weiß man nur, ob Virus vorhanden ist. Ob es sich dabei aber um einen Superspreader oder nur einen normalen Spreader handelt, das weiß man nicht. Beim PCR-Test kann man Aussagen über die relative Menge der Viruslast treffen", weiß die Chemikerin. Bei einem PCR-Test liegt das Ergebnis für gewöhnlich drei bis vier Stunden nach Eingang der Probe im Labor vor. Bei einem PCR-Schnelltest kann das Ergebnis auch schon nach einer Stunde vorliegen. 

Antikörper-Tests geben Auskunft über Immunisierung

Die dritte Gruppe beim Nachweis von Covid-19 stellen die sogenannten Antikörper-Tests dar. Laut Kofler weist man damit jedoch nicht eine aktive Infektion nach, sondern ob jemand bereits in der Vergangenheit am Coronavirus erkrankt war. Ein Nachweis mit diesem Test sei rund zwei Wochen nach einer Infektion möglich. "Damit lässt sich also feststellen, ob eine gesamte Ortschaft mehr oder weniger immun ist", teilt die Bio-Chemikerin mit. Antikörper-Tests kamen beispielsweise bei der Ischgl-Studie zum Einsatz, bei der man genau wissen wollte, wie viele Menschen bereits eine Erkrankung durchgemacht hatten.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 28.10.2021 um 11:56 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/so-laesst-sich-das-coronavirus-nachweisen-96407767

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