Jetzt Live
Startseite Salzburg
Nachgefragt beim Kommandanten

So steht’s um Salzburgs Floriani-Nachwuchs

Feuerwehren im Land vielfältig gefordert

Ob Verkehrsunfälle, Brände jeglicher Art oder Unterstützung anderer Einsatzkräfte: Salzburgs Feuerwehren sind stets an vorderster Front gefordert. Wir haben uns erkundigt, wie es um den Nachwuchs der ehrenamtlichen Helfer im Bundesland steht.

Von herausfordernden Einsätzen bei verheerenden Bränden, heftigen Unwettern, folgenschweren Verkehrsunfällen bis hin zur Rettung von hilflosen Personen oder Tieren. Zusammengefasst heißt das: Retten, Löschen, Bergen, Schützen sind die vier Aufgaben der Feuerwehren.

 

Salzburg punktet mit Ausbildung

Um diese vielfältigen und verantwortungsvollen Aufgaben zu bewältigen, braucht es neben erfahrenen Einsatzkräften auch den Nachwuchs: Im Pongau wurden erst kürzlich insgesamt 25 Floriani angelobt. "Die Jugendfeuerwehren sind ein wichtiger Bestandteil der 119 Freiwilligen Feuerwehren in Salzburg", erklärt Mike Leprich, Feuerwehrkommandant der Landeshauptstadt und Geschäftsstellenleiter des Landesfeuerwehrverbandes, am Montag gegenüber SALZBURG24. Und um den Nachwuchs im Bundesland scheint es gut zu stehen: "Das liegt an unserer seit Jahrzehnten gut funktionieren Jugendarbeit." Seit 1984 werden an der Landesfeuerwehrschule im Salzburger Stadtteil Maxglan angehende Floriani ausgebildet – bis dato haben mehr als 90.000 Teilnehmer die Lehrgänge absolviert.

 

Fast alle Feuerwehren im Bundesland können auf einen eigenen Nachwuchs setzen. Aktuell gibt es in ganz Salzburg etwa 1.200 Jung-Feuerwehrler. Dazu kommen rund 11.000 aktive Floriani und zusätzlich ca. 4.700 sogenannte Feuerwehr-Pensionisten, die unter gewissen Umständen reaktiviert werden können.

+++90.000 Teilnehmerin in der LFS+++ Seit 1984 werden an der Landesfeuerwehrschule Feuerwehrmänner und -frauen...

Gepostet von Feuerwehrverband Salzburg am Freitag, 3. September 2021

Coronas Einfluss auf Floriani

Dabei sah das bis zum heurigen Frühjahr noch etwas anders aus, schließlich waren die Feuerwehren von Corona freilich nicht ausgenommen. "Das hat uns allen sehr geschmerzt, weil wir keine Übungen oder Ausbildungen durchführen konnten, genauso wenig wie andere Aktivitäten." Den Kontakt und Bindung zu halten bzw. stärken sei die größte Herausforderung für Salzburgs Feuerwehren gewesen. "Aber so ging es ja auch allen anderen Vereinen", räumt Leprich ein. Zwar seien in dieser Zeit einige angehende Jung-Floriani abgesprungen, doch "seit die Beschränkungen wieder aufgehoben sind, haben wir wieder einen regen Zulauf." Nachwuchsprobleme gebe es in keinem der Salzburger Bezirke.

Spielerische Übungen für Kinder

Bei den Feuerwehren werden Kinder zwischen zehn und 15 Jahren spielerisch an die Tätigkeiten herangeführt. "Dort lernen sie die wichtigsten Handgriffe und Begriffe. Außerdem wird mit der Ausrüstung der Erwachsenen geübt, natürlich angepasst an die körperliche Leistungsfähigkeit", führt Leprich aus. Ein sehr hoher Anteil der angehenden Feuerwehrleute bleibt den Aussagen des Stadt-Kommandanten zufolge weiterhin bei den ehrenamtlichen Helfern: "Mit 14 und 15 Jahren zeigt sich dann, wo die jungen Leute hinwollen: Ob Feuerwehr oder Rotes Kreuz, Sportvereine oder Musikkapelle – wichtig ist ein breites Tätigungsfeld für Kinder und Jugendliche." Konkurrenz zu anderen Vereinen könne Leprich nicht erkennen.

"Die Feuerwehr muss funktionieren"

Um den Nachwuchs zu rekrutieren, setzen die ehrenamtlichen Helfer auf zwei Säulen: Zum einen laden die örtlichen Floriani Kinder und Jugendliche ins Zeughaus ein, machen Schulbesuche und führen aufsehenerregende Übungen auf öffentlichen Plätzen durch. Zum anderen nützen die Feuerwehren den persönlichen Kontakt: "Wenn mein Spezl mitmacht, mache ich auch mit", weiß Leprich über die Anreize zum Partizipieren zu berichten. Bei den anfangs noch spielerischen Übungen würden "Action und Spaß" nicht zu kurz kommen. Daneben können die Floriani mit kameradschaftlichen Tätigkeiten wie etwa landesweiten Jugendlagern punkten. "Lernen, für andere da zu sein, ist sicher eine unserer wichtigsten Botschaften", so Leprich, der zudem "sinnvolle Tätigkeiten unter guter Anleitung" als Beweggründe für die Feuerwehrmitgliedschaft anführt.

Nach dem Eintritt in die Freiwillige Feuerwehr erfolgt zuerst die Aufnahme als Probe-Feuerwehrler für die Dauer von einem Jahr. Erst danach kommt es zur Beförderung zum vollwertigen Feuerwehrmitglied, um auch bei Einsätzen mitzuhelfen. "Die Feuerwehr muss – egal unter welchen Umständen – funktionieren", weiß Leprich. Und die Basis dafür ist eine funktionierende Nachwuchsarbeit.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 28.09.2021 um 07:32 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/so-stehts-um-salzburgs-feuerwehr-nachwuchs-109407505

Kommentare

Mehr zum Thema