Jetzt Live
Startseite Salzburg
„Boom ist ungebrochen“

Alternativen zu Kuhmilch spalten die Lager

Pflanzliche Produkte wie Soja- oder Mandel-Drinks immer beliebter

soymilk-4818768_1920.jpg Pixabay
Drinks aus Mandeln oder Soja sind voll im Trend. (SYMBOLBILD)

Pflanzliche Milch-Alternativen aus Hafer und Co werden bei den Österreichern immer beliebter. Während des ersten Lockdowns stieg der Verkauf sogar um 400 Prozent an.

Drinks aus Soja, Hafer, Mandeln erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Diese pflanzlichen Eiweißlieferanten dürfen laut EU-Verordnung zwar nicht als Milch deklariert werden, decken aber von den Nährwerten her die selben Bedürfnisse ab wie Kuhmilch. Für welche man sich entscheidet, bleibt den eigenen Vorlieben und Geschmäckern überlassen.

Milch 01.png Vegane Gesellschaft Österreich
Tierische und pflanzliche Produkte im Vergleich.

Nachfrage ist enorm

Im Handel ist jedenfalls ein deutlicher Zuwachs von pflanzlichen Produkten erkennbar. „Der Boom dieses Segments hält ungebrochen an und es gibt hier laufenden Innovationen“, berichtet Nicole Berkmann, Sprecherin der Salzburger Supermarkt-Kette Spar im Gespräch mit SALZBURG24. An erster Stelle stehen noch immer Sojadrinks. „Allerdings lässt sich aufgrund der Innovationskraft in diesem Segment hin auch ein deutlicher Trend zu den sogenannten Other Ingredients Drinks beobachten. Das sind Drinks mit Hafer, Mandeln, Kokos, Reis sowie Dinkel.“, erzählt Berkmann. Spar hat auf die Nachfrage der letzten Jahre reagiert und selbst zahlreiche Eigenmarken auf den Markt gebracht.

infografik-milch---inhaltsstoffe-c-land-schafft-leben-2020.png Land schafft Leben, 2020
Das steckt in unserer Milch.

400 Prozent mehr Umsatz während Lockdown

Im Jahr 2020 lässt sich laut dem gemeinnützigen Verein vegan.at ein 30 prozentiges Umsatzplus in diesem Segment erkennen. „Während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr stieg der Umsatz sogar um 400 Prozent an“, erzählt Felix Hnat, Obmann vom gemeinnützigen Verein vegan.at. Er spricht sich aus vielerlei Gründen für pflanzliche Produkte aus. Besonders stört ihn, dass Kuhmilch als Lebensmittel gilt und nur mit zehn Prozent besteuert wird, vegane Produkte allerdings mit 20 Prozent.

Preise nicht nachvollziehbar

Auf Seiten der Milchproduzenten ist der Fokus ebenfalls auf die Preise gerichtet. „Mir fehlt die Wertschätzung für tierische Produkte“, ärgert sich Salzburg Milch-Sprecher Florian Schwap, im Gespräch mit SALZBURG24. „Für Mandelmilch gibt jeder gern zwei Euro aus, während bei Kuhmilch um jeden Cent gestritten wird.“ Milchprodukte stehen aufgrund der lebenswichtigen Inhaltsstoffe als wichtiger Baustein der menschlichen Ernährungspyramide.

infografik-milch---mengenempfehlung-neue-quellec-land-schafft-leben-2020.png Land schafft Leben, 2020
Die Ernährungspyramide empfiehlt für den Milchkonsum: 2x Weiß und einmal 1x Gelb pro Tag

"Es spricht nichts gegen Milch"

Aus ernährungs-technischer Sicht spricht eigentlich wenig gegen die klassische Kuhmilch. „Milch hat viele Vorteile, da sie mit Vitamin A angereichert ist und von Natur aus viel Kalzium enthält“, weiß die Salzburger Diätologin und Sportwissenschaftlerin Judith Haudum. Gerade Sportler haben einen erhöhten Eiweißbedarf. Diesen könne nur Soja in einer ähnlichen Dosis wie Milch decken. „So lange man keine Probleme mit Lactose (Milchzucker, Anm.) hat, spricht eigentlich nichts gegen Milch“, meint die Expertin. Eben, so lange man alles in moderaten Mengen konsumiere und seinen Nährstoff-Bedarf abdecke.

(Quelle: SALZBURG24)

Whatsapp

Aufgerufen am 28.11.2020 um 02:43 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/sojadrink-und-co-alternativen-zu-kuhmilch-spalten-die-lager-95767960

Kommentare

Mehr zum Thema