Jetzt Live
Startseite Salzburg
Leerer Eventkalender

Wie Salzburgs Junge jetzt feiern

Ein Sommer ohne Feste, aber mit Corona-Sperrstunde

Feiern, Alkohol, Party, Fortgehen, SB Pixabay/CC0
Das Party-Leben ist derzeit stark eingeschränkt. (SYMBOLBILD)

Ein Sommer wie damals? Heuer definitiv nicht! Wegen der Corona-Maßnahmen finden weder große Freiluftfeste statt, noch kann in den Lokalen ausgelassen bis in die Morgenstunden gefeiert werden. Wir haben uns umgehört, wie Salzburgs Junge nun Party machen.

Aufgrund der gestiegenen Infektionszahlen wurde die Verlängerung der Sperrstunde bis 4 Uhr erst am gestrigen Mittwoch wieder verworfen. Ende Juli soll nun entschieden werden, ob die Nachtlokale ab 15. August wieder aufsperren können. Derzeit dürfen Lokale bis 1 Uhr früh geöffnet haben. See-, Wald- und Sommerfeste jeglicher Art wurden abgesagt. Salzburgs Veranstaltungskalender ist in diesem Sommer ziemlich leer.

 

Vor allem Jugendliche von Party-Absagen betroffen

Die Salzburger Landjugend mit ihren rund 7.500 Mitgliedern zählt nicht nur zur Generation der Partygänger, sondern schlüpft auch regelmäßig in die Rolle des Veranstalters. Nahezu jede Ortsgruppe organisiert im Sommer üblicherweise ein Fest oder eine Discoparty. Heuer schaut das ganz anders aus, wie Landesobmann Markus Aigner im Gespräch mit SALZBURG24 erzählt. "Wir müssen sehr viele Veranstaltungen absagen. Generell ist das Vereinsleben sehr begrenzt. Es finden höchstes Gruppenabende im kleinen Kreis statt", so der 25-Jährige.

Daneben verschiebe sich aber sehr viel in den privaten Bereich. "Die Leute treffen sich am Abend einfach untereinander. Das passiert aber abseits vom Verein", weiß der Flachgauer. Von den vielen Absagen betroffen seien vor allem die ganz Jungen zwischen 16 und 20 Jahren, ist er überzeugt. Das Partyleben habe für sie noch eine ganz hohe Priorität. "Man wohnt meistens noch daheim und kann jetzt erstmals selbst entscheiden, wann man wo hingeht. Die Altersgruppe hat sicher am meisten mit den ganzen Absagen zu kämpfen", sagt Aigner.

Feiern als wichtiger Bestandteil im Leben

Ähnlich sieht das auch Johannes Schindlegger, akzente-Regionalstellenleiter im Pinzgau. Gerade im Jugendalter sei das Feiern ein wichtiger Bestandteil des Lebens, sagt er gegenüber S24. "Gerade jetzt nach dem sozialen Distanzieren der letzten Monate erleben wir verstärkt, dass Jugendliche sehr darauf aus sind, sich in Gruppen zu treffen." Die Fest-Absagen würden nun dazu führen, dass das sogenannte Vorglühen auf private Partys ausgeweitet werde. Die Ausweiskontrolle an der Tür entfalle dabei klarerweise. "Wir können nur an die Eltern appellieren, hier einen Rahmen zu schaffen", so Schindlegger. Aus Sicht der Suchtprävention gehöre es dazu, einen Umgang mit Substanzen zu finden, erklärt der Rausch- und Risikopädagoge. "Es gibt nicht nur nüchterne Abstinenz und Sucht, sondern viele Abstufungen dazwischen. Da braucht es Erwachsene, die als Vorbild dienen und mit den Jugendlichen darüber sprechen." Dabei solle man allerdings nicht moralisierend auftreten, sondern ein offenes Gespräch suchen, rät der Experte.

 

Wie kann früheres Fortgehen attraktiv werden?

Wann und ob das Nachtleben wieder zu gewohnter Form zurückkehren kann, ist sowohl für Schindlegger als auch für Landjugendobmann Aigner fraglich. "Ich persönlich glaube nicht, dass es heuer noch so weit sein wird. Wie es nächstes Jahr weitergeht, müssen wir einfach abwarten", sagt Aigner.

Für Schindlegger steht jedenfalls fest, dass nun allen voran die Kreativität der Lokalbetreiber gefragt sei, um einerseits das eigene Überleben zu sichern, aber auch ein Freizeitangebot in den Abendstunden bieten zu können. "Ich bin überzeugt, dass es viele Möglichkeiten gibt, das Fortgehen bis 1 Uhr attraktiv zu machen. Das, was bislang um 23 Uhr funktioniert hat, um Leute in die Lokale zu locken, funktioniert einfach früher am Abend nicht", ist er überzeugt. Man müsse sich überlegen, wie man einen Club oder eine Bar auch schon um 20 Uhr füllen kann. Ein dunkler Raum, laute Musik und billiger Alkohol seien jedenfalls zu wenig.

(Quelle: SALZBURG24)

Vorerst doch keine Lockerung für Nachtlokale

Nachtlokale Pixabay
(SYMBOLBILDER)

Die in Aussicht gestellte Lockerung für die Nachtgastronomie und eine Verlängerung der Sperrstunde bis 4.00 Uhr ab 1. August wird verschoben. Wie der Sprecher des Verbands der österreichischen Nachtgastronomen, Stefan Ratzenberger, am Mittwoch der APA sagte, wird erst Ende Juli entschieden, ob die Nachtlokale ab 15. August aufsperren dürfen. Hintergrund sind die gestiegenen Infektionszahlen.

Vom Gesundheitsministerium hieß es in einer Stellungnahme gegenüber der APA, dass die "derzeitige epidemiologischen Lage in Österreich weitere Öffnungsschritte aktuell nicht zulässt". Im Zwei-Wochen-Rhythmus soll die Situation neu bewertet werden. "Mit den VertreterInnen der Veranstaltungsbranche und der Nachtgastronomie wird es weiterhin intensive und regelmäßige Gespräche geben, um die jeweils nächsten Schritte festzulegen", betonte das Ministerium. Somit wird es frühestens Ende Juli eine Entscheidung geben.

 

Nachtgastronomen kritisieren illegale Partys

"Jeden Tag gibt es in ganz Österreich 'illegale' Partys und wir dürfen nicht aufmachen", kritisierte Ratzenberger. "Auch ein Partytourismus startet bereits - etwa in die Slowakei. Dort darf bis 4.00 Uhr offen sein, in der Schweiz bis 6.00 Uhr." Er forderte vom Innenministerium, dass gegen die illegalen Veranstaltungen vorgegangen wird. "Klar ist auch, dass bei geschlossenen Betrieben auch unangemeldete Großveranstaltungen im Freien nicht geduldet werden können - wir befinden uns dazu im engen Austausch mit dem Innenministerium. Auch in den geöffneten Betrieben der Gastronomie gilt - wie für sämtliche Bereiche im öffentlichen Raum - weiterhin der Ein-Meter-Abstand", betonte das Ministerium.

Fixkosten für Nachtlokale sollen ersetzt werden

Ratzenberger erneuerte seine Forderung nach einem rückwirkenden 100-prozentigen Ersatz der Fixkosten. Ansonsten würden viele Lokale überhaupt nicht mehr aufsperren. Für finanzielle Abgeltung sprach sich auch das Gesundheitsministerium aus. "Neben allfälligen Öffnungsschritten steht vor allem die finanzielle Absicherung der Betriebe im Fokus - wir werden uns für rasche und zielsichere Unterstützung für die betroffenen Betriebe einsetzen.

Aufgerufen am 08.05.2021 um 07:33 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/sommer-ohne-feste-wie-salzburgs-junge-jetzt-feiern-90253936

Kommentare

Mehr zum Thema