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Corona-Krise

Soll ich den Sommerurlaub stornieren?

Große Unsicherheit bei geplanten Reisen

Strand, Palmen, Urlaub, SB Bilderbox
Ob wir im Sommer an den Strand reisen können, ist noch unklar. (SYMBOLBILD)

Etwa jeder zweite Österreicher bucht seinen Sommerurlaub lieber früh, zeigt der Ruefa-Reisekompass 2020. Die Reise im Juli oder August ist daher oft schon zu Jahresbeginn fixiert und eine erste Anzahlung ist geleistet. Die Corona-Krise sorgt bei vielen daher für große Verunsicherung. Wir geben euch einen Überblick.

Die Grenzen sind geschlossen, viele Flughäfen und Hotels ebenso. Seit dem Ausbruch der Corona-Krise seien die Reisebüros rund um die Uhr beschäftigt, Stornierungen und Rückerstattungen abzuwickeln, schildert der Österreichische Reiseverband (ÖRV) in einer Aussendung. Gleichzeitig sanken die Umsätze mangels Neubuchungen auf Null. Der ÖRV fordert daher eine staatlich abgesicherte Gutscheinregelung.

Reiseverband für Gutscheine statt Rückzahlung

In verschiedenen EU-Ländern wie etwa Frankreich, Belgien und Italien sei es bereits Usus, dass die Kunden bei Stornierung ihrer Reise einen Gutschein erhielten, der nach Ende der Krise bis zu einem bestimmten Zeitraum, beispielsweise Ende des Jahres 2021, eingelöst werden könne. Dazu müsse das Pauschalreisegesetz entsprechend adaptiert werden. In Deutschland verhandle die Reisebranche diesbezüglich ebenfalls intensiv mit der Regierung. "Österreich sollte hier dringend nachziehen", so ÖRV-Präsident Josef Peterleithner. Wie er auf S24-Anfrage schildert, würden Kunden häufig Gutscheine akzeptieren, "denn, der Wille zu reisen ist ungebrochen hoch". Wohin die Reisen in diesem Sommer allerdings gehen könnten, sei noch offen.

Einen Gutschein als Alternative zur Kostenrückerstattung sieht Thomas Flöckner von der Konsumentenberatung der Arbeiterkammer (AK) Salzburg im Gespräch mit SALZBURG24 grundsätzlich positiv. Allerdings sei die Dauer der Gültigkeit entscheidend und Kunden dürften nicht dazu gezwungen werden. Aktuell müsse man einen Gutschein nicht akzeptieren, sondern könne auch das Geld zurückfordern, stellt er klar.

 

Umbuchungen für Mai derzeit kostenlos

Bei Reiseveranstalter TUI, der im Bundesland Salzburg acht Reisebüros betreibt, werden Buchungen für den April ohnehin von Seiten des Veranstalters storniert. "Kunden müssen sich um nichts kümmern, wir gehen aktiv auf sie zu und erstatten das Geld retour", versichert Pressesprecherin Kathrin Limpel gegenüber S24. Für gebuchte Reisen im Mai gebe es eine kostenlose Umbuchungsmöglichkeit.

Können wir im Sommer verreisen?

Bei späteren Reisen gelten aktuell noch die üblichen Storno- und Umbuchungsbedingungen, wie im Reisevertrag vereinbart. Das heißt: Hier ist eine Gebühr fällig. Normalerweise wird diese höher, je näher der Reiseantritt rückt. "Im Moment entscheiden wir tagesaktuell neu, abhängig davon welche Entscheidungen in Bezug auf Reisewarnungen und -beschränkungen seitens des Außenministeriums getroffen werden", erklärt die Sprecherin. "Sollte es auch im Sommer noch Reisebeschränkungen geben, werden wir die kostenlose Stornierungs- und Umbuchungsmöglichkeit natürlich ausweiten", versichert Limpel. Bei TUI rechne man derzeit mit „mehreren Szenarien für den Sommer“. Wer sich allerdings jetzt schon sicher sei, nicht verreisen zu wollen, müsse mit Gebühren rechnen.

Zum Abwarten rät auch Konsumentenberater Flöckner: "Die Situation kann für beispielsweise August noch nicht beurteilt werden." Wichtig sei es, die im Reisevertrag vereinbarten Stornobedingungen genau zu lesen. Meistens werde es ab 30 Tagen vor Reiseantritt teurer zu stornieren, macht er aufmerksam. Diesen Zeitpunkt solle man sich jedenfalls vormerken. Denn im Monat vor Reisebeginn sei schon eher abzusehen, ob der Urlaub möglich oder ob von Seiten der Veranstalter für die eigene Buchung kostenlose Stornos angeboten werden. 

(Quelle: SALZBURG24)

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