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Erstmals seit sechs Jahren

Mond verdunkelt Sonne über Salzburg

Beim Beobachten unbedingt Schutzbrille tragen

partielle Sonnenfinsternis Pixabay
Heute erlebt Österreich zum ersten Mal nach sechs Jahren wieder eine Sonnenfinsternis. (SYMBOLBILD)

Heute erlebt Österreich zum ersten Mal nach sechs Jahren wieder eine partielle Sonnenfinsternis. Wir haben nachgefragt, wie derartige Himmelsereignisse entstehen, wie ihr sie am besten beobachten könnt und was es dabei zu beachten gilt.

„Bei einer Sonnenfinsternis verdunkelt der Mond die Sonne. Das passiert, wenn er zwischen Sonne und Erde steht“, erklärt der Salzburger Astronom Helmut Windhager heute im Gespräch mit SALZBURG24. Das passiere etwa ein bis zweimal im Jahr, allerdings sei eine Sonnenfinsternis immer nur von bestimmten Stellen der Erde aus sichtbar. Für Österreich ist es die erste Sonnenfinsternis seit 2015.

Sonne zu fünf Prozent verdeckt

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer totalen und einer partiellen Sonnenfinsternis. Bei einer totalen Sonnenfinsternis erscheint der Mond größer als die Sonne. Heute wird es eine partielle Sonnenfinsternis geben, die Sonne wird also nur in Teilen verdeckt. „Zirka fünf Prozent werden es sein“, meint Windhager. Insgesamt wird das Ereignis etwa eineinhalb Stunden dauern. Um 11.42 Uhr soll es losgehen, bis 13.21 Uhr wird der Mond vor der Sonne erkennbar sein.

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Die Sonne über Salzburg war heute etwa eineinhalb Stunden teilweise vom Mond verdeckt.

Passender Augenschutz wichtig

Auch wenn nur ein kleiner Teil der Sonne verdunkelt wird, ist das Himmelsereignis mit bloßem Auge sichtbar. Ein passender Augenschutz sei aber wichtig, betont der Astronom. Schweißerbrillen seien beispielsweise gerne genutzte, aber klar ungeeignete Schutzbrillen für das Beobachten der Sonne. „Schweißerbrillen filtern kurzwelliges Licht heraus, die Sonne verstrahlt aber auch langwelliges, warmes Licht. Das kann zu Schäden am Auge führen.“

Sonnenfinsternis-Brillen und Folien

Auch Sonnenbrillen schützen das Auge nicht ausreichend. Besser seien sogenannte Sonnenfinsternis-Brillen. Solche bekommt man beim Optiker und in manchen Buchhandlungen. Windhager rät hier zu einer Vorbestellung, denn die Brillen seien oft schnell ausverkauft. Fotografen sollten ihre Kamera mit einer speziellen Sonnenfinsternis-Folie schützen, wenn sie das Ereignis auf einem Bild festhalten wollen. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass die Kamera kaputtgeht.

Freie Sicht zur Sonne

Konkrete Empfehlungen zu Standorten, von welchen aus die Sonnenfinsternis besonders gut zu beobachten ist, gibt der Astronom nicht. „Da die Sonne so hell ist, kann man das eigentlich von überall aus erkennen. Wichtig ist nur eine freie Sicht zur Sonne.“

Mit Teleskop beobachten

Wer die Sonnenfinsternis mit einem Teleskop beobachten möchte, kann sich einen kleinen Trick zunutze machen: Legt man ein Papier unter das Teleskop, sodass der Lichtstrahl der Sonne durch das Teleskop direkt auf das Blatt fällt, sieht man zum Zeitpunkt der Sonnenfinsternis den Mond als Schatten am Papier. „Das muss auch kein teures Teleskop sein, ein Kinderteleskop reicht hier aus.“ Auch eine Schutzbrille benötigt man auf diese Weise nicht.

Weitere Himmelsereignisse 2021

Im Juli öffnet dann die VEGA-Sternwarte am Haunsberg wieder ihre Türen, sodass von dort aus ein Blick in den Himmel geworfen werden kann. Dann ist es zwar schon zu spät für die heutige Sonnenfinsternis, Salzburg stehen dieses Jahr aber noch weitere astronomische Ereignisse bevor: Im August, Oktober, November und Dezember ziehen Meteorschauer an der Erde vorbei. In diesen Nächten kann man vermehrt Sternschnuppen am Himmel entdecken. Die nächste partielle Sonnenfinsternis wird man in Österreich nächstes Jahr am 25. Oktober beobachten können.

(Quelle: SALZBURG24)

Himmelsereignisse von Mai bis Dezember 2021

symb_sternschnuppe Pixabay
(SYMBOLBILD)

Die Beobachtung der Himmelskörper übt seit jeher eine Faszination auf die Menschheit aus. Auch wenn wir 2021 keine astronomischen Jahrhundert-Ereignisse haben – wir erklären, wann sich ein Blick in den Himmel auch dieses Jahr lohnt.

von Franziska Huber

Man sagt, dass die Astronomie fast so alt ist wie die Menschheit selbst. Bereits Hochkulturen wie die Maya, Ägypter und Babylonier beobachteten Sternenkonstellationen und Auf- und Untergänge von Planeten.

Spannende Fakten zur Geschichte der Astronomie

Die Beobachtung ging in eine Erforschung der Himmelskörper über, weil man einerseits zukünftige Ereignisse aus der Interpretation der Himmelskörper voraussagen wollte, und andererseits ist die Analyse des Himmels notwendig für die Erstellung von Kalendern. Kalender mit Daten sind wiederum essenziell für die Regelung des Lebens höher entwickelter Kulturen in den verschiedensten Bereichen.

Die Begründung des heliozentrischen Weltbildes mit der Sonne im Zentrum des Planetensystems im Mittelalter und die Entwicklung des Fernrohres waren einschneidende Ereignisse für die Astronomie, welche neue Beobachtungen und Erkenntnisse ermöglichten. Keppler und Newton fanden Regeln für die Planeten-Bewegungen. Noch heute sind die Berechnungen von Positionen und Bahnen von Sternen und Planeten wichtige Voraussetzungen für viele technische Systeme wie beispielsweise das amerikanische GPS (Global Positioning System). Auch ist die Astronomie heute immanent in Diskussionen über die Entstehung des Universums oder die Suche nach bewohnbaren Planeten und Leben außerhalb des Sonnensystems der Erde.

Welche besonderen astronomischen Ereignisse wir 2021 noch beobachten können, erklären wir hier.

Eta-Aquariiden Sternschnuppennächte Anfang Mai 2021

In der Nacht von Mittwoch, 5. Mai, auf Donnerstag, 6. Mai, lohnt sich für Sternschnuppen-Liebhaber ein Blick in den Himmel: Auch von Österreich aus kann man die Bruchstücke des Halleyschen Kometen sehen, welche als Sternschnuppen in der Atmosphäre verglühen. Dieser Meteorstrom des Kometen Halley – auch Eta-Aquariiden genannt – findet jährlich zwischen 19. April und 28. Mai statt und besteht aus bis zu 50 Meteoren pro Stunde. 2021 können sogar bis zu 60 Meteore pro Stunde erwartet werden. Der Name Aquariiden geht auf die lateinische Bezeichnung des Sternbilds Wassermann zurück, da von diesem Punkt am Himmel die Sternschnuppen auszugehen scheinen.

Am besten sind die Sternschnuppen von einem lichtarmen Ort aus zu beobachten und freie Sicht in den Himmel sollte gewährleistet sein. Die Abwesenheit von Wolken sollte ebenfalls gegeben sein – Wolken sind der Feind astronomischer Beobachtungen… Falls das Wetter in der Nacht des Eta-Aquariiden-Maximums 5. auf 6. Mai nicht mitspielt und Bewölkung die Sichtbarkeit trübt, sind auch die umliegenden Nächte vor dem 5. Mai oder nach dem 6. Mai einen Versuch wert, Sternschnuppen am Nachthimmel zu erblicken. Etwas Geduld und eine warme Decke sollte man jedenfalls mitbringen. Am besten sieht man die Sternschnuppen im Freien am Rücken liegend nach oben blickend.

Supervollmond am 26. Mai 2021

Am 26. Mai 2021 können wir von Österreich aus einen sogenannten Supervollmond beobachten. Als größter Vollmond dieses Jahres hat er an diesem Tag die geringste Entfernung zur Erde, weshalb er größer erscheint als sonst. Das heißt, der Zeitpunkt, an dem der Mond dem erdnächsten Punkt besonders nahe ist – nämlich 357.311 Kilometer  – und der Zeitpunkt eines Vollmondes fallen zusammen. Aus unserer Perspektive scheint die sichtbare Mondoberfläche um etwa 30 Prozent größer als sonst. Dadurch wird mehr Licht an uns weitergeleitet – die Mondoberfläche selbst ist aber nicht heller als sonst. Am spektakulärsten und noch größer wirkt der Supervollmond kurz nach Mondaufgang oder kurz vor Monduntergang knapp über dem Horizont. Ein Phänomen namens „Mondtäuschung“ – eine optische Täuschung – sorgt dafür, dass der Mond noch größer erscheint. Auch zu einer totalen Mondfinsternis kommt es bei diesem Supervollmond, allerdings ist diese von Europa aus nicht sichtbar. Auch wenn der Begriff Supermond, lateinisch Perigäum genannt, in der Astronomie keine offizielle Definition hat, gilt: Supermonde sind Neumonde oder Vollmonde, die maximal 360.000 km vom Erdmittelpunkt entfernt sind. Die nächsten Supermond-Daten in den folgenden Jahren sind für Österreich der 14. Juni 2022, der 13. Juli 2022, der 1. August 2023 und der 31. August 2023.

Das Gegenteil des Supermondes ist der Mini-Mond bzw. Mikro-Mond: Der Mond befindet sich hier am erdfernsten Punkt seiner Umlaufbahn und scheint von der Erde aus besonders klein. Mini-Monde sind Voll- oder Neumonde, die mehr als 405.000 Kilometer vom Erdmittelpunkt entfernt sind.

Die nächsten Mini-Vollmonde 2021 sind von Österreich aus am 19. November 2021 und am 19. Dezember 2021 zu sehen.

Interessanter Fakt: Mit der Zeit vergrößert sich die durchschnittliche Entfernung zwischen Erde und Mond – allerdings nur um wenige Zentimeter pro Jahr.

Partielle Sonnenfinsternis am 10. Juni

Von Österreich aus ist am 10. Juni erstmals wieder seit 2015 eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Der Mond liegt dann mit der Erde und der Sonne annähernd auf einer Geraden. Um die Mittagszeit wird sich also der Mond ein Stück vor die Sonne schieben und diese zu etwa 1/10 verfinstern. Ein Stück der Sonnenscheibe wird also nach und nach schwarz. Insgesamt dauert dieses Ereignis etwa eineinhalb Stunden, in Salzburg von 11:42 Uhr bis 13:21 Uhr.

Wichtig ist, (partielle) Sonnenfinsternisse immer mit geeignetem Augenschutz (Spezial-Schutzbrillen) zu beobachten. Ein möglichst klarer Himmel ist für die Sichtung der partiellen Sonnenfinsternis freilich ebenfalls förderlich.

Die nächste partielle Sonnenfinsternis, die von Österreich aus sichtbar sein wird, findet am 25. Oktober 2022 statt. Die nächste totale Sonnenfinsternis, wo wie zuletzt im August 1999 der Mond die Sonne komplett verdeckt, wird in Österreich erst wieder am 3. September 2081 zu sehen sein.

Weitere Sternschnuppen Nächte von August bis Dezember

Wer im Mai nicht die Möglichkeit dazu hatte, Sternschnuppen zu betrachten, dem bieten sich von Österreich aus im August, Oktober, November und Dezember gleich mehrere Gelegenheiten. Der Perseiden-Meteorstrom ist ein besonderes Ereignis, da bis zu 150 Meteoren pro Stunde den Nachthimmel erhellen können. Die Perseiden sind verglühende Bruchstücke des Kometen 109P/Swift-Tuttle, benannt nach dem Sternbild Perseus, die am besten zwischen 9. und 13. August zu sehen sind.

Die Kometen-Bruchstücke der Draconiden, ideal zwischen 7. und 9. Oktober zu beobachten, gehen in den Meteorstrom der Orioniden um den 20. bis 22. Oktober über. Die Orioniden entstammen ebenfalls dem Kometen Halley und sind nach dem Sternbild Orion benannt.

Vom 17. bis 18. November erhellt der Meteorschauer der Leoniden den Himmel. Bevor kurz vor Weihnachten, in der Nacht von 22. auf 23. Dezember, in der gesamten Nordhalbkugel die Ursiden sichtbar sind, können Sternschnuppen-Fans Mitte Dezember noch einmal ein besonderes Highlight genießen: Die bis zu 120 Meteore pro Stunde des Geminiden-Meteorstroms entstammen dem Asteroiden 3200 Phaethon. Dessen Bruchstücke verglühen in der Atmosphäre, während sich der Asteroid auf seiner Umlaufbahn bewegt, welche von der Erde durchquert wird. Der nach dem Sternbild der Zwillinge benannte, beeindruckende Meteorstrom erreicht sein Maximum am 13. oder 14. Dezember 2021.

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