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Nach Kritik

Sonntagsöffnung in Tourismusorten wird ausgesetzt

Umsetzung in Salzburg "ehestmöglich"

SB, Einkauf, Lebensmittel, Einkaufskorb SALZBURG24/Wurzer
Nach scharfer Kritik an der Sonntagsöffnung des Handels in Salzburgs Tourismusorten während der Corona-Pandemie habe man sich nun für eine temporäre Aussetzung der Regelung entschieden. (SYMBOLBILD)

Nach scharfer Kritik an der Sonntagsöffnung des Handels in Salzburgs Tourismusorten während der Corona-Pandemie soll die Regelung jetzt temporär ausgesetzt werden. Die Umsetzung soll "ehestmöglich" erfolgen, berichtet die Gewerkschaft GPA.

Die Salzburger Verordnung, welche in genau definierten Wintertourismusorten die Sonntagsöffnung im Lebensmittelhandel zulässt, soll zumindest für die Dauer des Beherbergungsverbots ausgesetzt werden, das teilt die Gewerkschaft in einer Aussendung mit. Michael Huber, Geschäftsführer der GPA Salzburg: „Nachdem die Touristen heuer ausbleiben, ist die Sonntagsöffnung völlig unsinnig und die Beschäftigten müssen trotz ausbleibender Kunden ihr wohlverdientes Wochenende opfern."

Freier Sonntag in Salzburgs Tourismusorten zugesagt

Man habe vom ressortzuständigen Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn die Zusage, dass das temporäre Aus der Sonntagsöffnung ehestmöglich umgesetzt wird. Auf SALZBURG24-Nachfrage heißt es aus dem Büro des Landesrates, dass man aktuell noch an letzten Details arbeite und weitere Informationen zeitnah bekannt geben werde.

Handelsangestellte durch Öffnung belastet

Die Handelsangestellten in den Wintersportorten seien aufgrund der Sonntagsöffnung besonders belastet. 86 % jener, die bereits jetzt am Sonntag im Handel arbeiten, würden die Sonntagsarbeit entschieden ablehnen. Das ergab eine Umfrage unter 2.500 Handelsbeschäftigten aus dem Jahr 2018. Rund 11% aller Handelsangestellten im Bundesland Salzburg müssen am Sonntag arbeiten. In den südlichen Bezirken ist der Anteil mit bis zu 23% Sonntagbeschäftigung sehr hoch. Anders gesagt: 60% der Beschäftigten, die am Sonntag in Salzburg arbeiten müssen, kommen entweder aus dem Pongau oder aus dem Pinzgau, und denen käme der freie Sonntag nun sehr entgegen, heißt es weiter. 

(Quelle: SALZBURG24)

Aus für Sonntags-Öffnung in Tourismusorten?

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Die Wintersaison in Salzburg ist heuer Corona-bedingt in manchen Gebieten schon wieder vorbei. Die Gewerkschaft fordert deshalb, die Sonntagsöffnung in den Tourismusorten ausfallen zu lassen.

„Nachdem die Wintersaison defacto ausfällt, ist auch die Sonntagsöffnung für den Lebensmittelhandel in den Tourismusorten obsolet", erklärt Michael Hofer, als Regionalsekretär der Gewerkschaft GPA Salzburg zuständig für den Wirtschaftsbereich Handel. Stattdessen sollen gerade die Handelsangestellten, die seit bald einem Jahr einer außerordentlichen Belastung ausgesetzt seien, das Recht auf einen freien Sonntag haben.

Aus für Sonntags-Öffnung in Tourismusorten gefordert

Laut Salzburger Öffnungszeitenverordnung sei es möglich, in genau definierten Tourismusorten eine Sonntagsöffnung in der Wintersaison bis maximal 30. April durchzusetzen. Hofer spricht sich vor allem bei Angestellten im Lebensmittelhandel für eine Pause und gemeinsame Zeit mit der Familie aus. Die Belastung für die Beschäftigten sei seit Monaten enorm. 

Haslauer sei gefordert

„Vor allem die großen Handelsketten haben derzeit auch am Sonntag geöffnet, zum Beispiel in Zell am See oder in Saalbach. Der Bedarf erschließt sich uns allerdings nicht, schließlich sind derzeit keine Touristen in Salzburg. Zuerst wurden die Handelsangestellten als Helden der Corona-Krise gefeiert, beklatscht und als Systemerhalter gefeiert, jetzt bleibt man ihnen die Wertschätzung in Form eines verdienten freien Sonntags schuldig. Wir appellieren daher an Landeshauptmann Haslauer, die Verordnung zur Sonntagsöffnung vorübergehend auszusetzen“, so Hofer.

Aufgerufen am 20.06.2021 um 03:33 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/sonntagsoeffnung-temporaeres-aus-in-salzburgs-tourismusorten-laut-gpa-spruchreif-99008047

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