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Corona-Hilfen

Gastro-Gutscheine für die Salzburger?

SPÖ will jedem Haushalt 50 Euro schenken

Wirtshaus Pixabay
Mit der Gutschein-Aktion sollen Salzburgs Gasthäuser und Restaurants wieder gefüllt werden. (SYMBOLBILD)

Auch der Salzburger SPÖ-Chef David Egger fort nun einen Gastro-Gutschein in Höhe von 50 Euro pro Mehrpersonenhaushalt im Land Salzburg nach dem Vorbild des Vorhabens der Stadt Wien. Die selbe Forderung der Sozialdemokraten gibt es auch in Niederösterreich und gleich für ganz Österreich.

Neumarkt am Wallersee

"Salzburgs Gastro-Betriebe sind doppelt von der Corona-Krise betroffen. Solange der Tourismus ausbleibt, werden die Restaurants, Wirtshäuser und Cafés schwer von der aktuellen Krise betroffen sein", so Egger in einer Aussendung am Sonntag. Man müsse "unbürokratisch und schnell" helfen.

Von einem 50-Euro-Essensgutschein pro Haushalt nach dem Vorbild der Stadt Wien hätte alle – sowohl die Gastronomie als auch die Familien – etwas.

 

Gutscheine für Neumarkt

Egger ist in Neumarkt (Bezirk Salzburg-Umgebung) Vizebürgermeister und kündigte an, dort in der Gemeindevertretung den Antrag zu stellen, alle Haushalte jeweils mit einem 50 Euro-Plusregion-Gutschein zu unterstützen: "Diese Gutscheine gelten nicht nur in der Gastro, sondern in allen Geschäften in Neumarkt, Straßwalchen und Köstendorf.

ÖVP gegen Gastro-Gutschein-Idee

Die ÖVP schmettert den Vorschlag des neuen Salzburger SPÖ-Chefs ab und ortet eine Kopie des Wiener Wahlkampfschmähs. "Das würde allein den Landeshaushalt mit rund zwölf Millionen Euro belasten. Das ist völlig unsozial, da die Gutscheine auch Bestverdiener und Millionäre erhalten würden. Und das ist nicht nachhaltig“, so der ÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Mayer am Sonntag in einer Aussendung. Man bemühe sich fieberhaft die Liquidität der Gemeinden aufrecht zu erhalten, indem die Hälfte des Einbruches der Ertragsanteile ersetzt und alle Infrastrukturprojekte des Landes durchgezogen werden sollen, heißt es weiter.

Kanzler Kurz für Steuersenkung

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) denkt indes über eine generelle, vermutlich zeitlich begrenze Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie nach. Dies werde "genauso wie andere zusätzliche unterstützende Maßnahmen" überlegt, sagte er Interview mit dem Sonntags-"Kurier". Weitere Details dazu gab es vorerst allerdings nicht. Im "Kurier" meinte der Bundeskanzler, es gebe besonders betroffene Bereiche wie zum Beispiel die Gastronomie, den Tourismus, die Reisebranche, Kulturschaffende und Veranstalter: "Für diese Gruppen arbeiten wir als Regierung gerade an einem Paket, um dieses schwierige Jahr bestmöglich zu überstehen."

Zuletzt hat der Nationalrat als Teil eines Wirtshauspakets bereits mit Stimmen von ÖVP und Grünen die Mehrwertsteuer auf nicht-alkoholische Getränke befristet vom 1. Juli bis 31. Dezember 2020 auf 10 Prozent halbiert. Die Schaumweinsteuer wurde dauerhaft gestrichen.

(Quelle: APA)

David Egger folgt auf Walter Steidl

Die Salzburger SPÖ vollzieht einen Generationenwechsel: Das Parteipräsidium hat am Freitag einen Nachfolger von Landesparteichef Walter Steidl gefunden und den 33-jährigen David Egger für diese Funktion nominiert. Egger trat bisher landespolitisch überhaupt nicht in Erscheinung. Seit 2019 ist er Vizebürgermeister von Neumarkt am Wallersee.

Wie die APA erfuhr, möchte der designierte Vorsitzende die Landespartei neu aufstellen. Steidl hatte einen Führungswechsel bereits nach der Wahlniederlage 2018 angekündigt. Damals sackte die einstige Landeshauptfrau-Partei auf gerade noch 20,0 Prozent der Stimmen ab. Mehrere favorisierte Nachfolger sagten seither ab. Egger ist in einem Medienverlag tätig und nebenbei selbstständiger Moderator.

Frisches Blut für die SPÖ

Die Aufgabe ist groß und frisches Blut vielleicht das beste Rezept: Mit David Egger übernimmt ein landespolitischer Neuling das Ruder der angeschlagenen Salzburger Sozialdemokratie. Mit dem 33-Jährigen setzt die SPÖ ein Zeichen der Erneuerung wie der Verjüngung. Sein Konzept für einen Neustart der Landesorganisation hat die Parteigranden überzeugt.

Politisch ist der in Neumarkt am Wallersee wohnhafte Egger nahezu unverbraucht wie unbekannt. Zwar gehört er seit 2014 der Gemeindevertretung der Kleinstadt an und bekleidet dort seit dem Vorjahr das Amt des 1. Vizebürgermeisters, jenseits der Kommunalpolitik ist er aber bisher ein unbeschriebenes Blatt. 2019 stellte er sich mit seinem "Team David Egger" der Bürgermeisterwahl, unterlag aber dem amtierenden ÖVP-Stadtoberhaupt bereits im ersten Wahlgang. Seither fungiert er als dessen 1. Stellvertreter, im Gegensatz zum 2. Vize von der ÖVP allerdings ohne eigene Ressorts.

Egger "geht auf die Leute zu"

Seine politische Sozialisation sei über den Vater erfolgt, der selbst schon ein gestandener Sozialdemokrat gewesen sei, weiß der Salzburger ÖGB- und AK-Präsident Peter Eder, der im APA-Gespräch überhaupt voll des Lobes für den künftigen Parteivorsitzenden ist: "Er ist ein Mensch, der auf die Leute zugeht und sie abholt, und hat die Gabe, Menschen von etwas zu überzeugen." Die Frage, ob Egger eher zu den Ideologen oder den Pragmatikern gehört, beantwortet der Gewerkschaftschef klar mit Zweiterem: "Er horcht den Leuten zu, kennt deren Sorgen und braucht ihnen das Leben nicht zu erklären. Der ist so gestrickt."

Content Manager, Moderator und Eventberater

Glaubt man Menschen, die ihn kennen, dürfte Egger eine gewisse Eloquenz in die Wiege gelegt worden zu sein. Denn an das Reden vor großem Publikum ist er längst gewöhnt. Neben seinem Brotberuf als Content Manager im Red Bull Media House hat er sich ein zweites Standbein als selbstständiger Moderator und Eventberater geschaffen: "Meine Leidenschaft habe ich zum Beruf gemacht, Kommunikation ist einfach immer wichtig. Es ist außerdem aufregend, auf den Bühnen im ganzen Land für Information, Unterhaltung und Bewegung zu sorgen", sagte er 2018 in einem Interview für eine SPÖ-Broschüre.

ÖGB-Boss Eder etwa kennt ihn als Moderator bei Gewerkschaftsveranstaltungen, der Salzburger Vizebürgermeister Bernhard Auinger aber auch vom Salzburg Marathon, den Egger ebenfalls moderiert hat. Wie dem künftigen SPÖ-Chef überhaupt eine Nähe zum Sport attestiert wird. Früher selbst als Tischtennisspieler und Beachvolleyballer aktiv, ist er auch jetzt noch auf dem Tennisplatz oder am Berg zu finden.

Auinger beschreibt Egger als "sehr bodenständig aber auch sehr modern". Sein Konzept zur Parteiführung sei dem Anforderungsprofil bei der Nachfolgesuche am nächsten gekommen. "Er will die Partei reformieren, schlagkräftiger machen und auf hauptamtlicher Ebene wie ein Unternehmen führen. Und er brennt dafür."

ZUR PERSON: David Egger ist am 7. März 1987 geboren und in Neumarkt aufgewachsen. Nach der HAK-Matura studierte er Kommunikationswissenschaft an der Universität Salzburg und belegte einen Lehrgang für Sportjournalismus ("akademischer Sportjournalist"). Von 2012 bis 2014 war er Redakteur bei den "Bezirksblättern Salzburg", seit 2016 ist er Content Manager im Red Bull Media House und als selbstständiger Moderator tätig - diese beiden Jobs wird er während seiner Tätigkeit als SPÖ-Landesparteichef nicht ausüben. Privat lebt er seit Jahren in einer festen Beziehung.

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