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18 Bankomaten in Salzburg von Gebühr betroffen

Ein Euronet-Bankomat entlang der Getreidegasse in der Stadt Salzburg. SPÖ Salzburg/Olivia Stöllner
Ein Euronet-Bankomat entlang der Getreidegasse in der Stadt Salzburg.

Die Aufregung ist groß: Bankomatbetreiber Euronet verlangt neuerdings pro Abhebung eine Gebühr 1,95 Euro. In Salzburg ist dies bei 18 Automaten der Fall, zwei davon in der Stadt Salzburg, neun im Pinzgau und sieben im Pongau. Österreichweit betreibt die US-Firma 70 der insgesamt 8.828 Automaten.

In Salzburg werden derzeit 18 Euronet-Bankomaten betrieben: Stadt Salzburg (2), Obertauern (3), Wald im Pinzgau (2), Saalbach-Hinterglemm (3), Zell am See (3), Kaprun (1), Bad Gastein (2), Dorfgastein (2).

Kein klar ersichtlicher Hinweis über Gebühr

Einen Warnhinweis, dass bei der Behebung auch Spesen anfallen, findet man nicht direkt am Bankomaten selbst, auch nicht am Beginn der Transaktion, sondern erst beim letzten Abwicklungsschritt vor der Bestätigung der Behebung am Display des Gerätes.

Dort heißt es in vergleichsweise kleiner Schrift im unteren Teil des Displays in Versalien: "Der Eigentümer diese Terminals, Euronet 360 Limited, wird dem Karteninhaber für die gewählte Transaktion eine Gebühr von EUR 1.95 berechnen. Diese Gebühr wird zusätzlich zu den eventuell anfallenden Gebühren die Ihr kartenausgebendes Kreditinstitut veranschlagt, berechnet. Wenn Sie mit der Gebührenerhebung einverstanden sind und Fortfahren möchten, drücken Sie bitte 'Annehmen'. Wenn Sie keine Gebühr bezahlen und diese Transaktion abbrechen möchten, drücken Sie bitte 'Abbruch' auf dem Bedienfeld".

Darüber prangt in deutlich größerer Schrift der eingegebene Geldbetrag und die Aufforderung "Bitte Bestätigen Sie", darunter die beiden gleich großen Auswahlfelder "Abbruch" und "Annehmen".

Geb?hrenpflichtige Euronet-Bankomaten Salzburg24
Geb?hrenpflichtige Euronet-Bankomaten

Bankomat-Gebühr: Branche rechnet mit Nachzüglern

In der Finanzbranche wird nun damit gerechnet, dass nach Euronet über kurz oder lang auch ein anderer "Drittanbieter" den Kunden Spesen für Bankomatabhebungen in Österreich verrechnen wird. Damit ist First Data gemeint. Von den Firmen selbst liegen keine Angaben vor.

Finanzminister Jörg Schelling (ÖVP) bekräftigte am Mittwoch, dass er eine eindeutige und verpflichtende Kennzeichnung von Bankomaten möchte, die Gebühren einheben. "Für die Konsumenten muss klar und deutlich erkennbar sein, wenn es sich um einen gebührenpflichtigen Automaten handelt. Ein kleiner Hinweis am Display des Bankomats ist zu wenig", so Schelling. Ein Bankomat müsste schon aus der Entfernung für den Konsumenten als gebührenpflichtig erkennbar sind.

Der rechtliche Rahmen für die Kennzeichnungspflicht der Bankomaten könne bereits im Herbst geschaffen werden. Während für Schelling die Kennzeichnung ausreicht, will Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) die rechtlichen Rahmenbedingungen für ein Verbot prüfen. Verärgert zeigt sich auch der Salzburger SPÖ-Landesgeschäftsführer Hannes Mathes:  "Einerseits werden die Zinsen gesenkt, damit Menschen ihr Geld investieren. Andererseits sollen sie 'bestraft' werden dafür, dass sie ihr Geld abheben und ausgeben. Die Leute haben ein moralisches Recht darauf, ihr Geld, das sie der Bank für deren Geschäfte leihen, gratis zurückzubekommen", so Mathes am Donnerstag in einer Aussendung.

Die Bankenvertreter versicherten derweil, dass die Einführung einer Behebungsgebühr nur von einem Drittanbieter vollzogen wurde und dies nicht im Zusammenhang mit den österreichischen Banken stehe. Nach eigenem Bekunden wollen sie ihren Kunden keine Gebühren fürs Abheben an eigenen Bankomaten verrechnen und würden dies auch für Kunden anderer Banken zumindest "derzeit" nicht planen.

(APA/SALZBURG24)

(Quelle: S24)

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