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36 Flüchtlinge in Kleinbus gepfercht: Fünf Jahre Haft

Das Gericht sprach den Mann schuldig und verurteilte ihn zu fünf Jahren unbedingter Haft. Neumayr/Archiv
Das Gericht sprach den Mann schuldig und verurteilte ihn zu fünf Jahren unbedingter Haft.

Am Landesgericht Salzburg ist am Mittwoch ein 30-jähriger Iraker wegen gewerbsmäßiger Schlepperei im Rahmen einer kriminellen Vereinigung zu fünf Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Er soll im September 2015 in einem Vorausfahrzeug einen Kleinbus mit 36 Flüchtlingen aus dem Irak von Ungarn nach Österreich gelotst haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die 36 Flüchtlinge waren beim Transport offenbar in einen Kleinbus gepfercht worden. Staatsanwalt Robert Holzleitner warf dem Angeklagten deshalb in der ersten Verhandlung am 9. August vor, die Flüchtlinge während der Fahrt in einen qualvollen Zustand versetzt zu haben. "Sie sind eng neben einander gestanden und hatten keine ausreichende Sauerstoffversorgung. Es gab keine Fahrgastsitzplätze." Das Vorausfahrzeug habe man verwendet, um vor allfälligen Kontrollen zu warnen.

Schlepper: Ziel war offenbar Deutschland

Ziel des Flüchtlingstransportes war offenbar Deutschland. Doch am 17. September 2015 war in Salzburg Endstation. Der Beschuldigte und seine Landsleute wurden von der Polizei in der Nähe des Messegeländes aufgegriffen. Der Lenker des Kleinbusses konnte hingegen entkommen, er ist der Justiz nicht bekannt.

Angeklagter beteuert Unschuld

Der Angeklagte beteuerte, er habe mit der ganzen Sache nichts zu tun gehabt und sei damals gar nicht in Ungarn gewesen. Allerdings hat sein Navi die Fahrbewegungen des Autos aufgezeichnet. Die Route von 16. auf 17. September führte vom Raum Budapest bis Salzburg, Ankunft war dort am 17. September um 9.16 Uhr. Und auf dem Mobiltelefon des Angeklagten stellten die Ermittler eine Willkommens-SMS eines ungarischen Netzbetreibers im Tatzeitraum sicher.

Fünf Jahre unbedingt Haft

Das Gericht sprach den Mann am Mittwoch wegen gewerbsmäßiger Schlepperei im Rahmen einer kriminellen Vereinigung schuldig und verurteilte ihn zu fünf Jahren unbedingter Haft. Das Urteil ist allerdings nicht rechtskräftig, weil sowohl der Staatsanwalt als auch der Verteidiger Rechtsmittel dagegen angekündigt haben.

(APA)

Aufgerufen am 14.11.2018 um 10:01 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/36-fluechtlinge-in-kleinbus-gepfercht-fuenf-jahre-haft-60424144

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