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41-Jährige wegen Brandstiftung in Gnigl vor Gericht: Freispruch

Am Landesgericht Salzburg ist am Donnerstag eine 41-jährige Frau im Zweifel vom Vorwurf der versuchten Brandstiftung freigesprochen worden. Die Angeklagte soll im Frühjahr 2016 in einem Wohnhaus mindestens zehn Mal Müll und andere Gegenstände angezündet haben. Beim letzten Feuer wurde sie von einer Videokamera gefilmt, bei dem Brand entstand aber kein Schaden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Die Brandserie im Stadtteil Gnigl hatte im vergangenen März für großes Aufsehen gesorgt. In einer einzigen Nacht waren in dem Mehrparteienhaus an mehreren Stellen Säcke mit Plastikflaschen und Altkleidern angezündet worden. Bewohner und Feuerwehr konnten die Brände rasch löschen. Kurz nachdem die Feuerwehr abgerückt war, wurde in einem Müllraum erneut ein Brand gelegt - und noch während der Brandkontrolle ein weiteres Feuer entdeckt.

Die 41-Jährige muss sich für sechs Fälle der Brandstiftung vor Gericht verantworten./Wildbild/Rohrer Salzburg24
Die 41-Jährige muss sich für sechs Fälle der Brandstiftung vor Gericht verantworten./Wildbild/Rohrer

Die 41-Jährige muss sich für sechs Fälle der Brandstiftung vor Gericht verantworten./Wildbild/Rohrer

Zahlreiche Brände im Salzburger Stadtteil Gnigl

Nach einigen Stunden Pause kam es am Abend dann im Dachstuhl des Gebäudes zu einem Feuer. Laut Staatsanwältin Barbara Fischer war dies der bei weitem gefährlichste Brand. Das rasche Eingreifen der Feuerwehr konnte damals jedoch ein Ausbreiten des Feuers verhindern. Allerdings mussten vier Bewohner mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden. Dann kehrte Ruhe ein - bis vier Tage später im Haus erneut drei Brände gelegt wurden. Wieder standen Kleidung und Plastikflaschen in Flammen.

Schließlich brannte Ende März vor dem Hauseingang ein Kübel mit Plastikflaschen. Dieses Mal konnte allerdings eine 41-jährige Hausbewohnerin von einer Videoüberwachung als Täterin überführt werden. Die arbeitslose Serbin räumte nur die eine Tat ein, die ihr auch nachgewiesen werden konnte.

Schwere Vorwürfe gegen pensionierten Hausverwalter

Und sie sagte vor Gericht, dass sie der pensionierte Hausverwalter zu dem Brand angestiftet hätte. Er habe ihr und ihrem Lebensgefährten mit dem Rauswurf aus ihrem Zimmer gedroht und soll sie auch zum Sex gezwungen haben. Erst am Tag vor der Verhandlung habe ihr der 83-Jährige gestanden, selbst für die Feuer verantwortlich zu sein. Zugleich habe der Mann auch von 25.000 Euro Versicherungssumme gesprochen.

Der Hausverwalter - das Haus gehört seiner Enkelin - bestätigte vor Gericht, mit der halb so alten Frau dutzendfach "Sex gespielt" zu haben, wollte sich aber zum genauen Verhältnis mit der Angeklagten nicht äußern. Dass er einen Brand in Auftrag geben haben soll, bezeichnete er als Blödsinn und beschimpfte die Serbin im Gerichtssaal harsch als "dummes Weibsbild". Er habe zwar einen Verdacht, wer die Feuer gelegt haben könnte, wolle sich dazu aber nicht äußern. Richterin und Staatsanwältin scheiterten mehrfach, dem 83-Jährigen mehr Informationen zu entlocken.

Nach Brandserie in Gnigl: Freispruch im Zweifel

Bernhard Loimer, der Verfahrenshelfer der Angeklagten, sprach am Donnerstag von einem wirtschaftlichen Abhängigkeitsverhältnis seiner Mandantin vom Hausverwalter. Die Angeklagte und ihr Lebensgefährte wohnen umsonst in einem Zimmer in dem Wohnhaus und zahlen auch keinen Strom. Zudem sei bis zu den ersten Bränden das Gebäude für jedermann ohne Schlüssel zu betreten gewesen.

Richterin Gabriele Glatz sprach die Angeklagte am Donnerstag im Zweifel frei. Und weil bei dem letzten Feuer vor der Haustüre kein bezifferbarer Schaden entstanden war, habe es auch nicht für einen Verurteilung wegen Sachbeschädigung gereicht.

(APA)

(Quelle: S24)

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