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73 Tote auf Salzburgs Landstraßen: Tempo 80 gefordert

Auf Freilandstraßen sterben in Salzburg drei Mal so viele Menschen, als bei anderen Verkehrsunfällen. APA/dpa/UNBEKANNT
Auf Freilandstraßen sterben in Salzburg drei Mal so viele Menschen, als bei anderen Verkehrsunfällen.

Freilandstraßen halten laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) ein höheres Risiko für tödliche Unfälle bereit als andere Straßen in Salzburg. So sind 61 Prozent der Verkehrstoten auf Freilandstraßen zu beklagen. Der Anteil der tödlich Verunglückten sei damit drei mal so hoch, wie bei anderen Verkehrsunfällen. Das hat eine Analyse ergeben. Um die Zahl der Unfälle zu verringern fordert man nun, das Tempolimit auf 80 km/h zu reduzieren.

Diese Forderung formuliert der VCÖ mit dem Hinweis darauf, dass in den sichersten Staaten Europas das Tempolimit auf Freilandstraßen jeweils niedriger sei als in Österreich.

73 Tote auf Salzburgs Freilandstraßen

73 Todesopfer und 2.953 Verletzte: Das ist die Opferbilanz der Verkehrsunfälle auf Salzburgs Freilandstraßen von 2014 bis zum 1. Halbjahr 2017. Das zeigt eine aktuelle Analyse des VCÖ. "Das tödliche Unfallrisiko auf Freilandstraßen ist hoch. Während im Untersuchungszeitraum rund 20 Prozent der Verkehrsunfälle in Salzburg auf Freilandstraßen passierte, war der Anteil der tödlich Verunglückten drei Mal so hoch", erläutert Markus Gansterer vom Verkehrsclub Österreich.

Nicht nur in Salzburg, auch österreichweit sei die Zahl der Todesopfer auf Freilandstraßen extrem hoch. 918 Menschen sind seit 2014 bei Verkehrsunfällen gestorben. Nicht nur die Anzahl, auch die Folgen von Unfällen würden sich mit Tempo 80 verringern, betont der VCÖ: Weniger Tempo, weniger schwere Unfälle mit Todesfolge.

Tempo 80 statt 100: Kürzerer Anhalteweg

Das liegt auch daran, dass der Brems- und Anhalteweg bei 80 km/h deutlich kürzer ist, als bei Tempo 100. Ein Auto, das mit Tempo 80 einen Anhalteweg von 55 Meter hat, hat mit Tempo 100 einen Anhalteweg von 79 Metern und nach 55 Meter noch eine Geschwindigkeit von 68 km/h. Frankreich zeigt es vor. Dort wird das Tempolimit von derzeit 90 auf 80 km/h reduziert.

In vielen Staaten Europas gibt es auf Freilandstraßen niedrigere Tempolimits als in Österreich. In Schweden gilt Tempo 70, in Dänemark, Finnland, Malta, Norwegen und Zypern gilt schon jetzt Tempolimit 80, berichtet der VCÖ. Auch in der mit Österreich gut vergleichbaren Schweiz gilt auf den meisten Freilandstraßen Tempolimit 80. Nur dort, wo es die Sicherheit zulässt, ist ein höheres Tempolimit möglich.

Doppelt so viele Verkehrstote in Österreich

Österreich hat rund doppelt so viele Verkehrstote wie die Schweiz. "Die Schweiz geht sehr konsequent gegen die Unfallursache Schnellfahren vor. Einerseits sind die Tempolimits niedriger, auf der Autobahn gilt Tempo 120. Andererseits sind die Toleranzgrenzen beim Überschreiten von Tempolimits deutlich niedriger als in Österreich", erklärt Gansterer.  Zentral für die Sicherheit auf den Straßen ist, dass die Einhaltung der Tempolimits auch kontrolliert wird.

Tempo 80 verbessert Klimabilanz

Tempo 80 statt Tempo 100 verbessert auch Österreichs Klimabilanz und die Luftqualität, erklärt der VCÖ. Weniger Spritverbrauch bedeutet weniger klimaschädliche CO2-Emissionen. Zudem werden weniger Schadstoffe, wie Stickoxide und Feinstaub, ausgestoßen. Und auch die Lärmbelastung wird reduziert.

Diese Staaten haben ein niedrigeres Tempolimit als Österreich:

Tempo 70: Schweden, Teile Belgiens (Flandern)

Tempo 70 plus: Litauen

Tempo 80: Dänemark, Finnland, Frankreich (ab 1. Juli), Malta, Norwegen, Zypern, Tempo 80 plus: Irland, Niederlande, Schweiz.

Tempo 90: Estland, Italien, Kroatien, Lettland, Luxemburg, Slowakei

Tempo 90 plus: Belgien, Bulgarien, Frankreich (bis 30. Juni 2018), Griechenland, Großbritannien, Polen, Portugal, Rumänien, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn

Tempo 100: Deutschland, Österreich

(Quelle: S24)

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